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Telematiklösung Mit dem mobilen Computer immer in Verbindung mit der Zentrale

Autor / Redakteur: Peter Giesekus und Marcus Walter / Robert Weber

Ein Telematiksystem soll die gesamte Lieferkette vollständig dokumentieren und beeinflussbar machen. Die Softwarentwicklung ist auch für andere Branchen interessant, denn ein Werkzeug zum Steuern und Optimieren der Prozesse sowie zum Sicherstellen der Kundenzufriedenheit ist auch in der Industrie begehrt.

Bild 1: Fahrer verändern beim Beladen selbstständig ihre Touren und tauschen einzelne Aufträge mit Kollegen. (Bild: Walter)
Bild 1: Fahrer verändern beim Beladen selbstständig ihre Touren und tauschen einzelne Aufträge mit Kollegen. (Bild: Walter)

Für Disponenten klingt es wie ein Albtraum: Fahrer verändern beim Beladen selbstständig ihre Touren und tauschen einzelne Aufträge spontan mit ihren Kollegen. Beim Bücherwagendienst (BWD) des Buchgroßhändlers Koch, Neff & Volckmar GmbH (KNV) gehört dieses Szenario zum Alltag und ist sogar ausdrücklich erwünscht.

Fahrer disponieren in kritischen Situationen selbst

Denn hin und wieder kommt es an den Rampen der bundesweit 23 KNV-Depots zu Situationen, die ein schnelles Eingreifen erfordern. Für manche Paletten ist der Platz im Sprinter am Ende doch zu knapp, ein Sattelzug fällt aus oder ein Fahrer meldet sich kurzfristig krank. In diesen Fällen ist das Disponieren vor Ort erlaubt und aufgrund der guten Ausbildung und der detaillierten Ortskenntnisse der Fahrer und Unternehmer auch kein Problem.

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Trotz dieser außerplanmäßigen Vorkommnisse dürfen die rund 320 täglichen Touren davon circa 270 in Deutschland mit durchschnittlich 4500 Stopps und 40.000 Kolli nicht gefährdet werden. Schließlich verspricht KNV den über 7000 Buchhandlungen, die durch den BWD beliefert werden, die Auslieferung fast aller Bestellungen bis spätestens 10 Uhr des folgenden Tages.

Die Größe der Packstücke reicht dabei vom Brief bis zur Palette und der Fuhrpark umfasst Fahrzeuge vom Caddy bis zum Sattelzug. Über 90% der Buchhändler legen auf eine nächtliche Belieferung außerhalb der Ladenöffnungszeiten großen Wert und vertrauen den Fahrern von KNV sogar ihren Schlüssel an.

Intelligente Algorithmen optimieren Logistikprozesse

92 bis 94% der Pakete, Wannen und Paletten landen in den Geschäften, bevor sich deren Türen für die Kunden öffnen. In den übrigen Fällen spielt die frühe Auslieferung für die Einzelhändler keine Rolle. Trotz der hin und wieder vorkommenden spontanen Tourenanpassungen durch die Fahrer behalten die Disponenten den genauen Überblick. Denn jede Planänderung wird seit Oktober 2010 durch die Fahrer auf den mobilen PSV3-Bord-Units (MBU) von TIS dokumentiert.

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