Suchen

E-Commerce Mit der Logistik werben und Retouren vermeiden

Redakteur: Robert Weber

Der Distanzhandel stöhnt über hohe Retourquoten. Die Unternehmen schweigen sich zu dem Thema aus. Eine Lösung für das Problem hat keiner. Aus Frankreich kommt jetzt eine neue Idee: Bei Vente Privee sprechen die Logistiker direkt die Kunden an und ernten erste Erfolge.

Firmen zum Thema

(Archiv: Vogel Business Media)

Gute Werberjingles bleiben im Ohr. „Nichts ist unmöglich – Toyota“. Der Spruch hat sich in den Köpfen der Kunden festgesetzt. Das kann – wie im Fall Toyota gut sein oder auch schlecht – wie der Fall Zalando zeigt. Das E-Commerce-Unternehmen warb mit „Schrei vor Glück oder schick's zurück“. Das mit dem Zurückschicken haben die Werber mittlerweile wieder entfernt, denn die Retouren setzen dem Distanzhandel zu. Blöd, die Kunden erinnern sich noch an „oder schick's zurück“. Fest steht: Der Jingle war gut. Eine ganze Branche sucht nach einer Antwort auf das Retourenproblem, denn diese lassen Gewinne und Margen schmelzen wie Eis in der Sonne. Eine Studie der Universität Regensburg kommt zu dem Ergebnis, dass jeder vierte Onlinehändler zwischen 7,50 und 10 Euro pro Retoure ausgeben muss. Fast 70 % der Kosten entfallen auf Bearbeitung und Wiedereinlagerung. Das Porto macht nur 30 % der Kosten aus.

Anders sieht die Situation in Frankreich oder England aus. Dort schicken die Kunden viermal weniger Produkte zurück. Darüber hinaus zahlen die europäischen Nachbarn lieber mit der Kreditkarte. Die Deutschen ordern auf Rechnung. Das befördere Retouren, so die Handelsunternehmen. Eine Lösung für das Problem hat kein deutsches Versandunternehmen. Einige ermahnen mit E-Mails ihre Kunden, die dann sicherlich nicht wiederkommen, und andere lassen Zahlung auf Rechnung nicht mehr zu.

Bildergalerie

Unternehmen optimieren ihre Versandprozesse

Auch in der Europäischen Union hat man das Problem erkannt. Die Idee: Die Möglichkeit der Onlinehändler zur Übertragung der Versandkosten auf den Verbraucher soll Onlineshop-Betreiber entlasten. Der Bundesverband des Deutschen Versandhandels vermutet jedoch, dass sich auch nach Umsetzung der Richtlinie 2013 keine nennenswerten Veränderungen am Onlinemarkt bemerkbar machen werden. Diese Meinung teilt auch Ralf Kuberg, Geschäftsführer der united customer marketing services GmbH, die tagtäglich die Retouren vieler Webshops und Ebay-Powerseller abwickelt: „Viele Unternehmen werden die Rücksendekosten auch weiterhin übernehmen, anstatt diese auf ihre Kunden zu übertragen, aus Sorge, den Kunden an andere Wettbewerber zu verlieren. Viele Onlineshops bereiten sich jetzt auf versandkostenfreie Lieferungen vor und investieren in die Verbesserung des Versandprozesses“, schreibt er in einem Pressestatement.

(ID:36409570)