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Service Mit Wartungsverträgen Unkalkulierbares berechenbar machen

| Autor / Redakteur: Holger Ortwein / Benedikt Hofmann

Der Life Cycle Service von Aberle sichert bei J. Schmalz, einem Anbieter von Automatisierungs-, Handhabungs- und Aufspanntechnik, die durchgängig hohe Verfügbarkeit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der in Glatten eingesetzten Logistikanlage über den gesamten Lebenszyklus.

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Life Cycle Service von Aberle sichert J. Schmalz die durchgängig hohe Verfügbarkeit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit ihrer Logistikanlage in Glatten (Nordschwarzwald) über den gesamten Lebenszyklus.
Life Cycle Service von Aberle sichert J. Schmalz die durchgängig hohe Verfügbarkeit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit ihrer Logistikanlage in Glatten (Nordschwarzwald) über den gesamten Lebenszyklus.
(Bild: Aberle)

„Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“, sagt der Volksmund, wenn Vorteile genossen, die damit verbundenen Pflichten aber gern ausgeblendet werden. Vergleichbares lässt sich nach wie vor auch in der Intralogistik erleben. Etwa wenn es um die Einrichtung oder Modernisierung von Logistikanlagen geht. Viele Auftraggeber schauen maßgeblich lediglich auf den Preis der angebotenen Systeme. Leistungsvergleiche, mithin die Qualität der Geräte und Lösungen, und die After-Sales-Services, in Summe also die Gesamtbetriebskosten, neudeutsch Total Cost of Ownership (TCO), werden oft ausgeblendet. Grund dafür ist, dass Einkäufer vielfach nicht für Betriebs- und Folgekosten verantwortlich sind. Nach Untersuchungen des ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie) urteilen 80 % der Akteure lediglich auf Basis von Anschaffungspreis oder Amortisationszeit (Pay-off). Ein Rentabilitätsmaß, wie der Barwert einer Lebenszykluskosten-Betrachtung, findet kaum Einfluss. Nicht selten zeigt sich in der Folgezeit, dass der billigste Anbieter nicht immer der günstigste ist.

Energieeffizienz hat große Auswirkung auf LCC

Zugegeben: Es gibt kein einheitliches Modell, mit denen sich die in Industrie und Maschinenbau meist Lebenszykluskosten, Life Cycle Cost (LCC); genannten TCO objektiv messen und vergleichen lassen. Die strukturierte Definition und Prognose von Lebenszykluskosten im VDMA-Einheitsblatt 34160 und die VDI-Richtlinie 2884 mögen erste Aufschlüsse geben. Dennoch muss jedem Investor heute auch ohne sie klar sein, dass Aspekte wie die Energieeffizienz, ein Faktor der im Anschaffungspreis nur selten seinen Niederschlag findet, eine enorme Auswirkung auf die LCC haben.

„Die reine Betrachtung von Anschaffungskosten oder die Amortisationsrechnung sind zu kurzsichtig“, urteilt der ZVEI auf Basis von Berechnungen mit seinem Life Cycle Evaluator. In einem konkreten Anwendungsfall einer Anlagenmodernisierung lag von zwei Varianten die energieeffizientere um mehr als 100 % über den Anschaffungskosten der anderen. Und obwohl sogar die jährlichen Betriebskosten höher waren, als die der Standardmodernisierung, sorgten allein die über einen Anlagenlebenszyklus von 15 Jahren betrachteten Energieeinsparungen für 42 % geringere Energiekosten. Damit lagen die LCC im Betrachtungszeitraum insgesamt um 27 % unter denen der herkömmlichen Variante.

Unkalkulierbare Ereignisse kalkulierbar machen

Ein zweiter Blick auf das Sprichwort betrifft die Verfügbarkeit der Anlage. Wenn Regalbediengeräte oder Förderanlagen den Dienst versagen, ist sofortige Hilfe nötig. Egal, ob nachts oder am Wochenende. Ohne kompetente Wartung und umfassende After-Sales-Services, die, wie etwa das Beispiel Regalinspektion zeigt, nicht selten sogar rechtliche Vorgaben abdecken, ist ein langfristig zuverlässiger, sicherer Anlagenbetrieb nicht gewährleistet. Diese im wahrsten Sinne Betriebskosten gehören zu den direkten Kosten. Einige von ihnen, Inspektionen, Wartungs- oder Sicherheits-Checks, sind berechen- und damit kalkulier- und budgetierbar. Andere hingegen, Maschinenausfall, Ersatzteilversorgung, Stillstandzeiten, sind weder für den Zeitpunkt ihres Eintretens noch in ihren Auswirkungen konkret abzusehen. In jedem Fall werden Sie teuer.

Andererseits lassen sich selbst diese unkalkulierbar eintretenden Ereignisse und ihre sprungfixen Folgekosten reduzieren und kalkulierbar machen. Mit Service- und Wartungsverträgen. Je weiter die Systeme in die Lieferprozesse einwirken, desto höher ist die Bereitschaft, Wartungs- und Serviceverträge abzuschließen. Fest kalkulierbare Ausgaben – fest kalkulierbare Qualität. Je höher dabei der Automatisierungsgrad, desto günstiger erweisen sich Serviceverträge mit planbaren Monatspauschalen gegenüber einer Vorhaltung von Ersatzressourcen und Instandsetzungskosten. Service-Verträge wie der Aberle Life Cycle Service S24 bieten Anlagenverfügbarkeit und Prophylaxe, Sicherheitsüberprüfungen und Anlageninspektion, Software-Updates, Wartungsintervalle, definierte Reaktionszeiten und Instandsetzung, Anfahrts-, Reparatur- und Ersatzteilkosten – für eine monatliche Pauschale all inclusive.

Anlagenverfügbarkeit sichern

Tatsächlich werden im Maschinenbau von den Anbietern teilweise sogar Gesamtkostenabschätzungen erwartet, für die Garantien übernommen werden müssen. Die werden dann oft mit Service-Verträgen abgedeckt. Für beide Seiten gewinnen Kennzahlen aus dem Instandhaltungsbereich wie Reparaturaufwand (mittlere Reparaturzeit, MTTR), die Zeit zwischen Maschinenausfällen (MTBF) oder die durchschnittlichen Ersatzteilkosten pro ungeplanter Störung (MCRP) zunehmend an Bedeutung. Die Anbieter dokumentieren damit die Qualität ihrer Produkte. Die Anwender können damit Pflichtenhefte unterlegen und sichern sich die Anlagenverfügbarkeit. „Der Full Service bietet uns ein Höchstmaß an technischer sowie finanzieller Sicherheit und Zuverlässigkeit“, sagt Steffen Buck, Leiter Internationale Materialwirtschaft, Qualitäts- & Umweltmanagement bei J. Schmalz. „Zudem erfolgt dadurch ein Werterhalt der Anlagenkomponenten – wie bei einem scheckheftgepflegten Auto aus erster Hand.“

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