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Mitdenkende Förderrollen für die Fabrik der Zukunft

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Dreht sich eine der Rollen wegen Lagerverschleiß nicht mehr richtig oder setzt ein Kurzschluss eine der Spulen außer Gefecht, verrät dies der Motor sofort über sein verändertes magnetisches Verhalten. „Schon kleine Veränderungen lassen sich aus den Messdaten herauslesen“, sagt Nienhaus. Das System zeigt in einem frühen Stadium an, welche der Rollen betroffen ist. Welcher Motorzustand mit welchen Messwerten zusammenhängt, analysieren die Forscher in Berechnungen und Versuchsreihen und speichern die Ergebnisse im Gehirn des Systems, einem Microcontroller, in dem die Daten verarbeitet werden.

Ziel: Freie Fahrt auf dem Boden

Über ein Netzbetriebssystem, das in jeder Rolle integriert ist, interagieren Tausende der Rollen im Verbund: Sie kommunizieren miteinander, können so flexibel auch auf Unvorhergesehenes reagieren. Anders als bei Fördersystemen, die zentral „von außen“ gesteuert werden, weiß jede Rolle selbst, wo es lang geht. Das macht es möglich, Transportstraßen neue Fähigkeiten zu geben. „Über Daten zum Drehmoment können etwa Rückschlüsse gezogen werden, wie schwer die beförderte Kiste ist und dass noch eine Packung reinpasst“, erklärt Nienhaus. „Wir wollen das Transportsystem außerdem so weiterentwickeln, dass es frei auf dem Boden beweglich ist“, sagt der Antriebstechniker, der mit seinem Team auch daran forscht, wie er die Messdaten noch aussagekräftiger machen und Störeffekte aus ihnen herausrechnen kann.

Beteiligt sind neben Nienhaus‘ Lehrstuhl für Antriebstechnik Professor Martina Lehser von der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, die Wellgo Gerätetechnik GmbH aus Nohfelden, die Saarbrücker Firma HighTec EDV-Systeme GmbH sowie die Micronas GmbH aus Freiburg.

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