Mezzanine-Finanzierungen Mittelständlern droht neue Finanzkrise

Redakteur: Stéphane Itasse

Viele mittelständische Unternehmen befürchten eine erneute Finanzkrise, wenn 2011 die ersten Mezzanine-Programme auslaufen, wie eine Studie der Unternehmensberatung Rölfs-Partner ergab. Allerdings würden nur die wenigsten betroffenen Unternehmen aktiv, heißt es in einer Mitteilung vom Dienstag.

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Mittelständler erwarten eine Finanzkrise durch auslaufende Mezzanine-Finanzierungen, handeln aber nicht. (Bild: Rölfs-Partner)
Mittelständler erwarten eine Finanzkrise durch auslaufende Mezzanine-Finanzierungen, handeln aber nicht. (Bild: Rölfs-Partner)

Immerhin handelt es sich allein in Deutschland zwischen 2011 und 2014 um ein Rückzahlungsvolumen von geschätzten 4,4 Mrd. Euro, so die Unternehmensberatung. Umso erstaunlicher sei es, dass sich nur 18% der Unternehmen um die eigene Rückzahlungsfähigkeit sorgen und lediglich 32% bereits Maßnahmen ergriffen oder auch nur geplant haben, um die Rückzahlung sicherzustellen. „Wir haben eine große Diskrepanz zwischen dem grundsätzlichen Problembewusstsein und dem Gefühl der eigenen Betroffenheit festgestellt”, sagt Arndt Rautenberg, Sprecher der Geschäftsführung von Rölfs-Partner und Autor der Studie.

Viele Mezzanine-Kredite fallen aus

Dabei seien bereits 23% der Mezzanine-Kredite ausgefallen. Experten würden daher davon sprechen, dass viele Unternehmen gar kein Geld hätten bekommen dürfen. Laut Studie wurde bei 86% der Befragten vor Mittelvergabe keine Due Diligence durchgeführt und nur 71% haben ein Reportingsystem, das die Mezzanine-Geber quartalsweise informiert.

Trotz der Rückzahlungsproblematik ist die überwiegende Zahl der befragten Finanzchefs mit Mezzanine als alternativem Finanzierungsinstrument zufrieden, heißt es. „83% empfinden die Konditionen als fair, und 82% sprechen von einem positiven Kosten-Nutzen-Verhältnis”, meint Dr. Gunnar Binnewies, Co-Autor der Studie. Da der Markt für Standard-Mezzanine jedoch eingebrochen sei, müssten alternative Finanzierungsformen gefunden werden.

Anschlussfinanzierung für Mezzanine-Programme gesucht

Unternehmen müssten sich frühzeitig um eine Anschlussfinanzierung kümmern und das Gespräch mit ihren Mezzanine-Gebern suchen, so Arndt Rautenberg. Es würden zahlreiche Optionen für eine Folgefinanzierung existieren, die auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten sein müsse. Diese reichten von Bankkrediten und Landesbürgschaften über Sale-and-Lease-Back-Programme bis hin zur Ausgabe von Anleihen oder der Inanspruchnahme von Private Equity.

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