Mediengeschichte

MM – 120 Jahre Anwalt des technischen Fortschritts

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Auch Deutschland steckte im Technikfieber: Bei der „Internationalen Elektrizitätsausstellung“ in Frankfurt am Main führte Oskar von Miller die erste Fernübertragung elektrischer Energie mit Drehstrom durch, bei der eine Leistung von 129 kW bei einer Spannung von 10.000 V über eine Entfernung von 176 km von Lauffen am Neckar übertragen wurde. Die Stromstärke in der Leitung betrug knapp 13 A. Eine Zeit für (Technik-)Pioniere und Gründer – die Gründerzeit.

Wechselversand sorgt für Rauschen im Blätterwald

Zu diesen Pionieren und Gründern gehörte auch Carl Gustav Vogel. 1891 gründete der 34-jährige Jung-Entrepreneur im thüringischen Pößneck einen Fachverlag. Die erste Publikation war das „Internationale Briefmarken Offertenblatt“, womit er zunächst dem allgemeinen Markttrend folgte. Denn die Zeitschriften dieser Zeit waren durchweg sogenannte Offertenblätter, die helfen sollten, Waren aller Art über Inserate an den Mann/die Frau zu bringen.

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Doch Carl Gustav Vogel sah auch den mit Macht erblühenden Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland und erkannte den wachsenden Bedarf der Branche an Information und Kommunikation. Mit dem Maschinenmarkt aus dem Jahre 1894 übertrug der Verleger das Konzept seines Briefmarken-Offertenblatts auf die „gesamte Maschinen-Industrie“, wenn auch nur vordergründig. Denn mit einem komplett neuartigen Vertriebssystem, dem Wechselversand, sorgte Carl Gustav Vogel für reichlich Rauschen im Blätterwald. Beim Wechselversand werden Fachzeitschriften über eine Basis-Empfängergruppe hinaus an wechselnde Zielgruppen versandt, die auf den redaktionellen Inhalt der Zeitschrift abgestimmt sind. So lässt sich eine optimale Marktabdeckung sicherstellen.

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