Mediengeschichte

MM – 120 Jahre Anwalt des technischen Fortschritts

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1954 landete der Maschinenmarkt mit speziellen Themenheften – etwa zur spanenden Fertigung, zur Umformtechnik und Verfahrenstechnik – erneut einen Treffer. In den Folgejahren konnte der Nutzwert der Zeitschrift immer weiter gesteigert werden. 1970 umfasste der Maschinenmarkt insgesamt 32 Rubriken. Auch inhaltlich verschob sich der Akzent mehr und mehr in Richtung Beratung, Orientierung und Meinungsbildung. Hinzu kamen unterhaltende Elemente – darunter die beliebte Rubrik „Zu guter Letzt“, die in launigen Geschichten und Karikaturen den Betriebsalltag aufs Korn nahm.

Führungskräfte wollen keine „Fachidoten“ sein

Seinen bis dato radikalsten Wandel vollzog der Maschinenmarkt in den Jahren 1985 und 1986. Dem Relaunch vorangegangen waren umfangreiche, fast schon wissenschaftliche Untersuchungen zum Informationsbedürfnis der Leser und zu deren Leseverhalten. Dabei wurde deutlich, dass sich die Informationsbedürfnisse der Fach- und Führungskräfte in der Wirtschaft erheblich gewandelt hatten. Der Leser sah sich nicht mehr „nur“ als Experte auf seinem Fachgebiet, sondern wollte auch über andere Technologien und deren Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft informiert werden.

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Mit frischem Layout und neu akzentuierten Inhalten präsentierte sich der Maschinenmarkt nun unter dem Label „MM Maschinenmarkt“ in erhöhter Auflage und in wöchentlichem Erscheinungsrhythmus. Journalistisch geschriebene Beiträge beleuchteten aktuelle Themen aus Technik und Wirtschaft aus verschiedenen Blickwinkeln, ergänzt durch eine umfangreiche Branchen- und Unternehmensberichterstattung. Großer Beliebtheit in der Leserschaft erfreuten sich die aufwendig recherchierten und gestalteten „MM-Reports“, mit denen der MM über den Tellerrand seiner Kernthemen hinausblickte.

Mit peppigen Themen auf Magazinkurs

Lesen konnte man zum Beispiel Geschichten über die Entwicklung der Armbanduhr, die Fertigung von Modelleisenbahnen oder den Einsatz moderner Automatisierungstechnik in der Fleischindustrie – ein Beitrag, der mit seiner etwas blutigen Optik nicht jedermanns Sache gewesen sein dürfte. Auch Management- und IT-Themen wurde ein größerer Stellenwert eingeräumt. Heiß diskutiert wurden seinerzeit Lean- und Total-Quality-Management, während der PC dank flottem 386er-Prozessor und dem brandneuen Windows 1.0 immer mehr Büros und Fabrikhallen eroberte.

In sogenannten Verticals wurden MM-Themen zu eigenständigen Publikationen verselbstständigt, um damit neue Leserzielgruppen zu adressieren. Nicht alle dieser „Ausgründungen“ haben sich am Markt behauptet. MM Plastics, MM Facility Management oder MM.biz, ein flott gemachtes Blatt fürs Online-Business, konnten sich am Markt nicht durchsetzen.

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