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Logistikdienstleister Mobbing-Leitfaden für Post-Manager?

| Redakteur: Robert Weber

Der KEP-Dienst Deutsche Post muss einen Leitfaden zum Mobbing leistungsschwacher Mitarbeiter der Öffentlichkeit erklären. Postboten wurden in vier Kategorien eingeordnet. Vom Motzbruder und Sozialfall ist die Rede. Der Bonner Konzern distanziert sich.

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Harter Job: Postbote zu sein ist kein Zuckerschlecken. Eine Charakterisierung der Post-Mitarbeiter sorgt jetzt für Unruhe. (Bild: Deutsche Post DHL)
Harter Job: Postbote zu sein ist kein Zuckerschlecken. Eine Charakterisierung der Post-Mitarbeiter sorgt jetzt für Unruhe. (Bild: Deutsche Post DHL)

Das „absolut vertrauliche“ Papier liegt dem Magazin „Stern“ vor. Der berichtet, dass das Schreiben das Ergebnis eines Arbeitskreises von Führungskräften in Nordrhein-Westfalen gewesen sei. In dem Schreiben werden Mitarbeiter wie folgt charakterisiert:

  • Typ eins arbeitet zuverlässig, aber langsam,
  • Typ zwei ist ein Motzbruder,
  • Typ drei sei ein Sozialfall und
  • Typ vier könne wegen seines hohen Alters „den Schalter nicht mehr umlegen“, schreibt der „Spiegel“.

Die Autoren fordern einzelne Bezirksleiter auf, eine „Liste mit auffälligen Kräften zu erstellen“, heißt es weiter.

Zusteller sollten auf Überstunden verzichten

Die Post bestätigte gegenüber dem „Stern“ die Existenz des Schreibens und distanzierte sich gleichzeitig. Die Vorschläge seien nie umgesetzt worden, heißt es. „Besagte Unterlage ist vor längerer Zeit in einer einzelnen Niederlassung entstanden. Der Fall wurde zusammen mit dem Betriebsrat geklärt“, wird ein Postsprecher in dem Bericht zitiert. Der "Spiegel" berichtet weiter: Der Leitfaden sei in einer einzelnen Briefniederlassung entstanden und habe diese nie verlassen: „Als der Niederlassungsleiter das Papier in die Hände bekommen hat, hat er dieses sofort einkassiert und die Verbreitung gestoppt“, erklärt die Post.

Aufklärung ist wichtig, denn um die Leistung der Mitarbeiter zu steigern, empfehlen die Autoren Mitarbeitern samstags und montags oder vor Feiertagen nie freizugeben, schreibt der „Spiegel“. Auch der Verzicht auf Überstunden solle thematisiert werden, heißt es weiter.

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