Mobile Datenerfassung Mobiler Nachschub mit C-Teilen

Autor / Redakteur: Uwe Hennig / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Zetes liefert seit 2011 ein modernisiertes Komplettpaket aus Software und Intermec-Mobilcomputern für das C-Teile-Management mithilfe von Kanban-Behältern und einer scannergestützten Nachschublösung, das Würth Industrie Service seinen Kunden anbietet.

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Würth Industrie Service bewegt monatlich etwa 330.000 Kanban-Behälter mit C-Teilen zwischen seinem Zentrallager in Bad Mergentheim und den Kunden hin und her.
Würth Industrie Service bewegt monatlich etwa 330.000 Kanban-Behälter mit C-Teilen zwischen seinem Zentrallager in Bad Mergentheim und den Kunden hin und her.
(Bild: Würth)

Schrauben, Muttern, Dübel: Ohne Montage- und Befestigungsmaterial kommt jede Industriefertigung schnell zum Erliegen. Das Beschaffen dieser Kleinteile ist jedoch der „Schrecken“ jeder Einkaufsabteilung, denn bei den sogenannten C-Teilen übersteigen die Prozesskosten den Stückpreis bei Weitem. Vor diesem Hintergrund hat die Würth Industrie Service GmbH & Co. KG mit Sitz in Bad Mergentheim im Jahr 1999 ein Kanban-System etabliert, mit dem die europaweit mehr als 20.000 Industriekunden kostengünstig und zuverlässig mit C-Teilen beliefert werden können. Zentrale Bestandteile dieser Lösung sind die inzwischen rund 1,3 Mio. umlaufenden Kunststoffbehälter und über 300 mobilen Computer.

Bis zu 2000 Behälter bei einem Kunden

Je nach Größe können bei einem einzigen Kunden bis zu 2000 Behälter mit unterschiedlichen Artikeln kursieren. Pro Monat werden im Schnitt 330.000 Behälter mit einem Gesamtgewicht von 6000 t zwischen dem Zentrallager in Bad Mergentheim und den Kunden hin- und herbewegt. Die Auslieferung erfolgt mit eigenen Fahrzeugen und Spediteuren.

Automatische Nachbestellung im Würth-ERP-System

Das Prinzip der Lösung ist einfach: Sobald bei einem Kunden die Artikelmenge in einem Behälter zur Neige geht, wird der an der Frontseite angebrachte Barcode gescannt. Das Etikett enthält Informationen wie Kunden- und Artikelnummer sowie die ursprünglich im Behälter befindliche Menge. Dieser Datensatz wird dann an das ERP-System der Würth Industrie Service übertragen und löst dort automatisch die Nachbestellung für die nächste Befüllung beim Kunden aus. Über 50 % des Gesamtumsatzes werden bei Würth Industrie Service auf diese Weise generiert. Die übrigen Aufträge kommen per Fax, Telefon, E-Mail und EDI-Anbindung. Zudem sind einige Behälter mit RFID-Tag im Einsatz.

Das Einscannen der Barcodes erfolgt entweder durch den Kunden oder einen der Systembetreuer von Würth Industrie Service. Für diese Aufgabe beschäftigen die Bad Mergentheimer allein in Deutschland 30 eigene und 35 externe Mitarbeiter, die bei den Kunden vor Ort regelmäßig die Bestände prüfen und bei Bedarf auffüllen. In jedem Fall erfolgt das Scannen des Barcodes mit einem Handterminal, das von Würth Industrie Service zur Verfügung gestellt wird. Die erste Generation dieser Geräte ist bereits seit 2003 im Einsatz und wird seit 2011 sukzessive gegen eine modernere Lösung von Zetes und Intermec ausgetauscht.

Zeitverzögerung von mehreren Stunden

Der Systemwechsel war dringend nötig. Die alten Geräte konnten die erfassten Daten nur mithilfe einer Dockingstation und einer analogen Telefonverbindung an das Bestellsystem übertragen. Dieses Vorgehen hatte den Nachteil, dass die Aufträge zunächst im Mobilcomputer gesammelt und erst mit einer Zeitverzögerung von mehreren Stunden per Modem gesendet wurden. Erschwerend kamen niedrige Übertragungsraten hinzu, die teilweise zu langen Wartezeiten führten. „Die neuen Mobilcomputer CN70 von Intermec übertragen die Daten jetzt in Echtzeit. Das führt zu einer wesentlich schnelleren und effizienteren Kommissionierung in Bad Mergentheim“, erklärt Reinhold Schulte, der das Projekt seitens Würth Industrie Service betreut.

Gesucht: Eine Prozessoptimierung für das Bestellwesen

Gesucht war ein kompakter und robuster Mobilcomputer mit SIM-Karte, der mit einer einfach bedienbaren Bestellsoftware ausgestattet ist. Die entsprechende Ausschreibung konnte der Systemintegrator Zetes für sich entscheiden. „Zetes hatte das beste Konzept“, erinnert sich Schulte und ergänzt: „Zudem verfügt das Unternehmen aufgrund seiner Größe über eine leistungsfähige Entwicklungsabteilung und kann uns auf internationaler Ebene direkt vor Ort betreuen. Als Kunde gibt uns das ein sicheres Gefühl.“

Die von Zetes entwickelte Bestellsoftware gewährleistet eine unmissverständliche Bedienung, mit der sowohl die Systembetreuer als auch die Kunden gut zurechtkommen. Um von Anfang an eine hohe Akzeptanz für die neuen Geräte zu erreichen, durften die Mitarbeiter im Vorfeld verschiedene Mobilcomputer testen und anschließend mitentscheiden. „Unter den drei Herstellern machte der CN70 von Intermec ganz klar das Rennen“, stellt Schulte fest. Seine Kollegen schätzen die einfache Handhabung, die kurzen Reaktionszeiten sowie das gut ablesbare, klare Display. Damit sei der CN70 der ideale Begleiter für den Berufsalltag.

Bei Bedarf können jederzeit Neugeräte ausgegeben werden

Zudem habe man mit dem zu Honeywell gehörenden Hersteller schon in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht. Inzwischen wurde schon knapp die Hälfte der 320 Geräte durch Mobilcomputer vom Typ Intermec CN70 ersetzt. Neue Kunden erhalten sowieso nur noch die neuen Geräte, deren Anzahl ständig steigt. „Ziel ist, bis zum Jahr 2015 die alte Lösung vollständig durch die Intermec-Computer abzulösen“, sagt Schulte. Für diesen Zweck verfügt Schulte ständig über einen Bestand von mindestens zehn neuen Geräten, die er bei Bedarf herausgibt.

Mit der Lösung konnte Würth Industrie Service seinen Bestellprozess modernisieren und beschleunigen. Die Systembetreuer arbeiten mit einer ergonomischen, verlässlichen Mobillösung auf Basis des Intermec CN70. „Auf diese Weise sind die für die nächste Befüllung anstehenden Aufträge wesentlich früher bekannt und unsere Logistik kann effektiver planen“, so Schulte.

* Uwe Hennig ist Geschäftsführer der Zetes GmbH in 22335 Hamburg, Tel. (0 40) 53 28 88-0, u.hennig@de.zetes.com

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