Intralogistik

Modulares Fördersystem von Fachpublikum ausgezeichnet

| Redakteur: Rebecca Vogt

Der Celluveyor besteht aus sechseckigen kleinen Fördermodulen mit speziell angeordneten Rädern, die jeweils einzeln gezielt angesteuert werden.
Der Celluveyor besteht aus sechseckigen kleinen Fördermodulen mit speziell angeordneten Rädern, die jeweils einzeln gezielt angesteuert werden. (Bild: BIBA)

Ein neuartiges Fördersystem sicherte sich beim Start-up-Contest des Deutschen Logistik-Kongresses der Bundesvereinigung Logistik (BVL) in Berlin den ersten Platz. Mit dem Celluveyor lassen sich Objekte auf engstem Raum je nach Bedarf in beliebige Richtungen bewegen.

Entwickelt wurde das Fördersystem vom Existenzgründer-Team Cellumation aus dem Bremer Institut für Produktion und Logistik (BIBA) an der Universität Bremen. Insgesamt sechs Start-ups, die mit unterschiedlichen innovativen Lösungen für die Logistik auf sich aufmerksam machten, waren für den Pitch-Wettbewerb auf dem Logistik-Kongress ausgewählt worden. Auch zwei Start-ups aus den USA befanden sich unter den Teilnehmern, die sich anhand von Kurz-Präsentationen dem Fachpublikum präsentierten. Dieses wählte das Bremer Start-up Cellumation mit weitem Abstand auf Platz 1, wie das BIBA mitteilt.

Dr.-Ing. Hendrik Thamer, BIBA-Wissenschaftler und Geschäftsführer des Start-ups Cellumation, freut sich über die Auszeichnung seines Fördersystems auf dem Logistik-Kongress.
Dr.-Ing. Hendrik Thamer, BIBA-Wissenschaftler und Geschäftsführer des Start-ups Cellumation, freut sich über die Auszeichnung seines Fördersystems auf dem Logistik-Kongress. (Bild: Aleksandra Himstedt/BIBA)

Das Beispiel des Celluveyors zeige, wie sich Forschung erfolgreich in innovative Produkte umsetzen lasse: Was im Rahmen wissenschaftlicher Entwicklungsarbeiten als vermeintlich verrückte Idee eines Querdenkers und mit unzähligen Nachtschichten in den BIBA-Laboren begonnen habe, sei nun zu einer der flexibelsten Materialflusslösungen der Welt geworden.

Fördermodule lassen sich gezielt ansteuern

Sechseckige kleine Fördermodule mit speziell angeordneten, omnidirektionalen Rädern, welche jeweils einzeln gezielt angesteuert werden, bilden die Basis der neuartigen Intralogistik-Lösung. Die Module können dem BIBA zufolge mehrere Objekte je nach Bedarf gleichzeitig und unabhängig voneinander auf beliebigen Bahnen bewegen und positionieren. Dabei werden die Fördermodule wie Bausteine aneinandergefügt. Auf diese Weise ermöglichten sie beliebige Geometrien von Förderanlagen. Auch komplexe Aufgaben der Fördertechnik seien mit dem System auf kleinster Fläche realisierbar, heißt es. Beim Celluveyor handele es sich um ein intelligentes, hochflexibles modulares Förder- und Positioniersystem.

Die Funktionalität der Anlage indes bestimmt eine Software. Sollten Markt- oder Kundenanforderungen Änderungen am Prozess erfordern, genügt laut BIBA ein einfaches Software-Update, um die Funktionalität entsprechend anzupassen. Auf engstem Raum könne der Celluveyor komplexe Materialflussaufgaben bewältigen. Durch den einfachen Aufbau lasse sich das System zudem flexibel an unterschiedliche Bedarfe anpassen. Der Celluveyor sei außerdem sehr leicht und könne durch den Anwender selbst kostengünstig gewartet werden.

Einsatz in Produktion und Logistik

Unterstützt wird das Start-up durch das Exist-Forschungstransfer-Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Energie. Zusätzlich zum BIBA begleitet die Bremer Patent- und Verwertungsagentur Inno-Wi die Wissenschaftler. Bereits Ende 2016 hatten diese erstmals mit ihrer Entwicklung vor großem internationalen Publikum gepunktet und als Beste abgeschnitten – beim Shark Tank am DHL Innovation Day. Wie das BIBA mitteilt, wurde das Fördersystem bereits erfolgreich in Produktion und Logistik getestet. Der Realbetrieb soll im kommenden Frühjahr beginnen.

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