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Einkauf Neue Standards für Lebensmittellogistik

| Redakteur: Robert Weber

Schimmelpilzgift im Tierfutter, Pferde- statt Rindfleisch oder „Bio Eier“ aus Massentierhaltung – die Lebensmittelskandale reißen nicht ab. Insbesondere der Pferdefleisch-Skandal zeigt deutlich, mit welchen Herausforderungen Lebensmittelproduzenten in Zeiten einer zunehmend globalen Lebensmittellieferkette konfrontiert werden. Die Kriterien des IFS Food und IFS Logistics-Standards wurden deshalb geändert.

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Schon im 20. Jahrhundert war Pferdefleisch ein aktuelles Thema - heute werden sogar Standards für Lebensmittelogistiker geändert.
Schon im 20. Jahrhundert war Pferdefleisch ein aktuelles Thema - heute werden sogar Standards für Lebensmittelogistiker geändert.
(Bild: Paul Simmel, gemeinfrei, wikicommons )

Die Experten sind überzeugt: Es reicht es nicht mehr, ein sicheres Lebensmittel gemäß den Spezifikationen zu produzieren – vielmehr muss das Augenmerk auf die Authentizität der Rohware gelenkt werden.

So sieht es auch der IFS und nimmt ab sofort alle Lebensmittelproduzenten in die Pflicht: Ende Februar 2013 hat das IFS International Technical Committee unter der Mitwirkung internationaler Experten von Industrie, Handel und Zertifizierungsstellen aus Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Spanien und den USA beschlossen, dass Produzenten die Authentizität der Rohware beziehungsweise. des Halbfertigproduktes vor der Verarbeitung überprüfen müssen.

Folgende Änderungen am Standard wurden beschlossen und sind am 1. April in Kraft getreten

IFS Food 6 Kriterium 4.4.1.5 (Einkauf):

Die zugekauften Produkte werden gemäß den vorliegenden Spezifikationen und auf ihre Authentizität geprüft. Der Prüfplan berücksichtigt mindestens die folgenden Kriterien: Produktanforderungen, den Lieferantenstatus (gemäß der Lieferantenbewertung) und den Einfluss der eingekauften Produkte auf das Endprodukt. Die Herkunft der zugekauften Produkte wird ebenfalls geprüft, sofern dies in der Spezifikation angegeben ist.

IFS Food 6 Kriterium 5.6.8 (Produktanalysen):

Auf Grundlage interner oder externer Informationen über Produktrisiken, die einen Einfluss auf die Lebensmittelsicherheit und/oder Qualität (inklusive Fälschungen und Betrug) haben könnten, aktualisiert das Unternehmen den Kontrollplan und/oder ergreift jede geeignete Maßnahme, um den Einfluss auf die fertigen Produkte zu kontrollieren.

Dr. Andrea Niemann-Haberhausen, Manager Food Services bei DNV Business Assurance, stellt fest: „Natürlich ist es schwierig bis unmöglich, sich komplett gegen kriminelle Energie abzusichern. Umso wichtiger ist es daher, seine Lieferkette im Griff zu haben. Die Neuerungen der IFS-Standards sind eine notwendige und logische Konsequenz aus den Skandalen der letzten Wochen und Monate – auch wenn sie leider zum Teil erheblichen Mehraufwand für die Unternehmen bedeuten.“ Andrea Niemann-Haberhausen betont darüber hinaus: „Wichtig ist, dass sich die Änderungen der beiden Kriterien nicht ausschließlich auf die fleischproduzierende bzw. -verarbeitende Industrie beziehen, auch Fisch und andere Lebensmittel sind in den letzten Jahren immer wieder von Verfälschung betroffen gewesen. Deshalb sollten sich alle Lebensmittelproduzenten mit den Änderungen in den beiden IFS-Standards beschäftigen und überlegen, welche Systeme in ihren Unternehmen aufgebaut werden müssen, um die Authentizität beziehungsweise Unversehrtheit ihrer Erzeugnisse sicherstellen zu können.“

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