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Intralogistik Oberpfälzer Logistikgeschäft – Krones kauft sich bei Klug ein

| Redakteur: Robert Weber

Der Getränkeabfüll- und Verpackungstechnikspezialist Krones AG erwirbt 26 % an dem Intralogistikanbieter Klug GmbH. Der Preis für die Minderheitsbeteiligung bewegt sich im mittleren einstelligen Millionen-Euro-Bereich. Krones beabsichtigt, seine Beteiligung mittelfristig aufzustocken und strebt die Mehrheit an dem Intralogistiker an. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen.

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(Bild: Krones unter CC BY-SA 3.0, Wikimedia)

Die Meldung aus der Oberpfalz überraschte wohl auch so manchen Mitarbeiter bei Klug. Das Ziel von Krones ist klar: Aufgrund der Kooperation hat der Vorstand von Krones entschieden, die eigenen Aktivitäten in der Materialflusstechnik/Intralogistik, in dem das Unternehmen rund 70 Mitarbeiter beschäftigt, im Laufe des Geschäftsjahres 2013 aufzugeben. Gegenüber MM Logistik erklärte eine Krones-Sprecherin, dass die betroffenen Kollegen ein neues Angebot im Unternehmen erhalten werden.

Über die Kooperation wird Klug den Krones-Kunden unverändert komplette Lösungen für die Intralogistik anbieten. Gleichzeitig mit der Beteiligung hat Krones einen Kooperationsvertrag mit Klug abgeschlossen und wird seinen Kunden künftig durch seinen Kooperationspartner vollumfänglich Intralogistiklösungen anbieten können.

Klug kann international wachsen

Und was bedeutet das für Klug? Mit dieser Änderung der Gesellschaftsstruktur verfolgt Klug das Ziel, den Unternehmensstandort Teunz langfristig zu sichern sowie das Unternehmen international auszurichten, schreibt das Unternehmen. Auf Nachfrage von MM Logistik antwortete eine Sprecherin: „International bedeutet in diesem Fall weltweit. Und bei den Märkten handelt es sich um die Getränke- und Abfülltechnik.“

Mit dieser strategischen Entscheidung plant Krones, sein Konzernergebnis nachhaltig zu steigern, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Die Materialflusstechnik/Intralogistik gehört zum Konzernsegment „Maschinen und Anlagen zur Getränkeproduktion/Prozesstechnik“. In diesem Segment setzte Krones 2011 bei einem Ergebnis vor Steuern von minus 19,3 Mio. Euro insgesamt rund 260 Mio. Euro um.

Auf Produkte und Dienstleistungen der Materialflusstechnik/Intralogistik entfielen etwa 16 Mio. Euro und somit rund 6 % des Segmentumsatzes. Ein höherer einstelliger Millionen-Euro-Betrag des Segmentverlustes entfiel auf den Bereich, der nun neu aufgestellt wird.

Kommentar:

Zwischen Neutraubling und Teunz sind es knapp 84 km – die Kollegen von Krones und Klug kennen sich. So ist das in der Oberpfalz. Jetzt arbeiten sie auch zusammen, denn Krones will Anteile an dem Intralogistiker Klug erwerben. Die Frage: Ist das jetzt eine Übernahme – der Konzern schluckt den Mittelständler – oder eine Chance für Klug, sich internationaler auszurichten? Fest steht: Krones will sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren, darf aber seine Prozess- und Intralogistikkompetenz nicht ganz aufgeben, denn das Zusammenspiel von Abfüllanlagen, Verpackungslösungen und der Intralogistik wird auch zukünftig von Bedeutung sein. Nur ungern wollen sich die Oberpfälzer dann wohl Wissen von außen zukaufen. Für Klug ist das Geschäft ein Gewinn. Mit der Aktiengesellschaft im Rücken können die Intralogistiker wachsen – auch international. Darüber hinaus profitieren die Logistiker vom großen Kundenstamm der Krones AG und den weltweiten Kontakten. Den Vertrieb freut das und den Wettbewerb wohl weniger. In der Vergangenheiten hörten wir in der Redaktion drei oder vier Mal im Jahr Neues von Klug. Das wird sich wohl ändern. Allein, wir werden es sicher mehr mit Bierbrauern und Brunnen zu tun bekommen.Robert Weber

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