Lagerlogistik Olymp investiert 40 Mio. Euro in automatisches Logistikzentrum

Redakteur: Victoria Sonnenberg

Die Olymp Bezner GmbH hat den traditionellen Firmenstandort Bietigheim-Bissingen um das neue automatische Logistikzentrum (OLZ) erweitert. Das Warenlager fasst bis zu 265.000 Warenkartons mit nahezu 4 Mio. Bekleidungsstücken und verfügt über elf elektronisch gesteuerte Lagergassen.

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Das automatische Kartonlager (AKL) ist mit innovativer und branchenweit einzigartiger Förder- und Lagertechnik in Kombination aus bewährter Shuttletechnik und einem Taschensystem mit Hängefördertechnik ausgestattet.
Das automatische Kartonlager (AKL) ist mit innovativer und branchenweit einzigartiger Förder- und Lagertechnik in Kombination aus bewährter Shuttletechnik und einem Taschensystem mit Hängefördertechnik ausgestattet.
(Bild: Olymp)

Damit wurde die größte Investition mit 40 Mio. Euro in der 62-jährigen Firmengeschichte nach zweijähriger Bauzeit erfolgreich umgesetzt. Die starke Nachfrage nach Hemden, Polos, Krawatten sowie Strick- und Wirkwaren, das wachsende Produktionsvolumen und der zunehmende Bedarf des globalen Marktes nach einer kurzfristigen Verfügbarkeit von Olymp-Produkten erfordern mehr denn je eine schnelle und zuverlässige Lager- und Logistikorganisation.

Kombinierte Shuttle- und Hängefördertechnik

„Wir haben das in der Kombination von Shuttle- und Hängefördertechnik größte und weltweit einzigartige automatische Hemdenlager gebaut. Das ist ein Meilenstein in der Firmengeschichte. Diese hohe Investition ist dem dynamischen Unternehmenswachstum mit einer Verdreifachung des Umsatzes innerhalb von nur zehn Jahren geschuldet“, sagt Mark Bezner, geschäftsführender Gesellschafter bei Olymp.

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Die Baumaßnahme entspricht insbesondere den steigenden und flexiblen Anforderungen der Kunden beziehungsweise Endkonsumenten und erhöht die Schnelligkeit der Auslieferung sowie der Warenversorgung des Handels. Die gesamte Produktion aus allen weltweiten Fertigungsstätten kommt hier zusammen. Gleichzeitig erfolgt die gesamte Warendistribution sämtlicher Produkte ausschließlich und zentral vom Standort Bietigheim-Bissingen aus.

Verkürzte Auftragsdurchlaufzeiten und höhere Liefergeschwindigkeit

Das automatisierte Hemdenlager ist ein plakatives Symbol für die wachstumsorientierte Zukunft des Unternehmenes. Es soll die künftige Warenumschlagsituation des schwäbischen Bekleidungsspezialisten konzentrieren und unmittelbar die Aufwendungen für die temporär angemieteten und zum Teil weit entfernten Außenlager in der Region Stuttgart und darüber hinaus ersetzen. Das OLZ wird nicht nur erhöhte Lagerkapazitäten bereithalten, sondern auch verkürzte Auftragsdurchlaufzeiten sowie eine deutliche Erhöhung der Liefergeschwindigkeit ermöglichen.

Das Investitionsvolumen von circa 40 Mio. Euro verteilt sich im Wesentlichen zu etwa 30 % auf den Baukörper und zu 60 % auf die komplexe Fördertechnik, die aufwendige technische und elektronische Innenausstattung sowie die individuell entwickelte Lagerverwaltungssoftware und das Regallager. „Dieses Projekt ist die größte Einzelinvestition in der erfolgreichen Olymp-Firmengeschichte seit 62 Jahren. Wir brauchen heute unbedingt mehr Lager- und Auslieferungskapazität für unsere Produkte. Gerade die schnelle, zuverlässige und reibungslose Lieferleistung ist eine unserer wesentlichen Kompetenzen für den Fachhandel und für die Konsumenten“, so Bezner weiter.

Die Logistikabwicklung in Bietigheim-Bissingen für die gesamte Liegeware umfasst das reguläre Never-Out-of-Stock-(NOS-)Lagersortiment und die Kollektionen aller zur Olymp-Bezner-Firmengruppe gehörenden Marken wie Olymp, Marvelis und Maerz München.

Ökologische und nachhaltige Bauweise

Das OLZ verfügt auf 6436 m2 Grundfläche über ein Wärmedämmsystem, ein Energiekonzept mit Abwärmenutzung beziehungsweise Wärmerückgewinnung sowie Wärmepumpen, ein innovatives Kühlkonzept (Absorber-Prinzip) und die Nutzung von Geothermie. Der Einsatz sehr energieeffizienter Lager- und Fördersysteme ermöglicht es, durch ein Blockheizkraftwerk (200 kW) und Photovoltaik (300 kW) bei Sonnenschein nahezu den gesamten Strombedarf der Anlage selbst zu erzeugen. Die Dachbegrünung gilt als ökologische Maßnahme gegen Flächenverbrauch und weitere Versiegelung mit einer Regenrückhaltefunktion.

Insgesamt elf Lagergassen sind vorhanden, von denen zunächst acht Gassen voll ausgebaut werden. Die restlichen drei Gassen bilden die mittelfristige Logistikreserve. Sie sind 100 m lang und haben jeweils 37 Ebenen. Die Ein- und Auslagerung der Warenkartons erfolgt über 407 Transport-Shuttles, von denen sich auf jeder Ebene einer Lagergasse jeweils eines befindet. Über ein Taschensystem werden die Artikel kommissioniert und nach Kundenvorgabe sortiert zum Packplatz befördert und dort versandfertig verpackt.

Vollständig automatisierte Abläufe

Bis zu zehn Container können täglich über fünf Rampen angeliefert und entladen werden. Der Wareneingang kann bis zu 1500 Kartons pro Stunde und damit dreimal so viele wie bisher vereinnahmen. Zugleich kann das Kommissioniervolumen in der Endausbaustufe um die dreifache Menge auf 10.000 Teile pro Stunde beziehungsweise 400.000 Teile pro Woche gesteigert werden.

Die bestehende Belegschaft wurde auf die veränderte Tätigkeit umgeschult und an die neuen Aufgaben sukzessive herangeführt. Bei zu erwartender Ausweitung der Lagerkapazität beziehungsweise Steigerung der Umschlagshäufigkeit können weitere Arbeitsplätze am Standort Bietigheim-Bissingen entstehen. Somit stellt das neue OLZ auch einen soliden Wirtschaftsfaktor für die Region Stuttgart dar. Mark Bezner dazu: „Endlich sind wir wieder in der Lage, für alle Marken über eine geschlossene und höchst leistungsfähige Lagerorganisation zu verfügen. Das stärkt unsere Logistikkompetenz und Wettbewerbsfähigkeit national und global in deutlichem Umfang.“

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