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Finanzierung Online-Factoring macht Rechnungsverkauf unkompliziert und kostengünstig

Autor / Redakteur: Stephan Ninow / Claudia Otto

In Zeiten schlechter Zahlungsmoral und knauseriger Banken ist Liquidität Trumpf. Factoring gilt daher immer häufiger als Finanzierungsalternative. Die Möglichkeiten des Internets machen den Rechnungsverkauf jetzt auch für kleinere und mittlere Unternehmen interessant. Doch dabei gilt es, genau hinzuschauen.

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Auch kleinere Unternehmen mit einem Jahresumsatz ab 100.000 Euro haben jetzt die Möglichkeit, schnell ihre offenen Rechnungen zu verkaufen.
Auch kleinere Unternehmen mit einem Jahresumsatz ab 100.000 Euro haben jetzt die Möglichkeit, schnell ihre offenen Rechnungen zu verkaufen.
(Bild: Natalia Merzlyakova - Fotolia.com)

Investitionen in Betriebstechnik, digitale Technologien, Logistik oder IT sind Dauerthemen vieler Unternehmer. Wer seine Firma nicht mit einem guten Gespür für aktuelle Trends führt, gerät schnell ins Hintertreffen. Doch wo laufend investiert werden soll, ist liquides Kapital gefragt. Und wie beispielsweise der VDMA immer wieder betont, leiden viele Unternehmen unter langen Zahlungszielen und dem Hang mancher Kunden zum Lieferantenkredit.

So ist das Geld zwar theoretisch vorhanden, praktisch aber nicht verfügbar. Dazu kommt, dass sich die Banken in Zeiten von Basel II und III vermehrt zurückhalten. Um nicht mit finanziellen Engpässen konfrontiert zu werden, stellen viele Verantwortliche ihre Finanzierung daher möglichst breit auf. Großkonzerne etwa greifen schon längst auf Factoring, sprich den Forderungsverkauf, zurück und verkaufen offene Rechnungen an einen externen Dienstleister.

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Online-Factoring soll Bedenken kleiner Unternehmen zerstreuen

Dabei nimmt die Attraktivität von Factoring derzeit vor allem für mittelständische Unternehmen zu. Verantwortlich dafür ist vor allem ein vereinfachter Zugang zum Rechnungsverkauf, denn die Factoringbranche setzt vermehrt auf die Möglichkeiten des Internets. Diese Onlinestrategie soll Bedenken zerstreuen, befürchten doch laut einer Umfrage des Deutschen Factoring-Verbandes gerade kleine Unternehmen, dass Factoring zu teuer und die Abwicklung zu kompliziert sei.

Heute lassen sich die nötigen Schritte mit wenigen Mausklicks erledigen – vom ersten kurzen Eignungscheck über die Bonitätsprüfung bis zur Übermittlung von Rechnungen. Damit sparen die Beteiligten Ressourcen und mittelständische Unternehmen erhalten einen einfachen Zugang zur Finanzierungsform Factoring. ABC Finance beispielsweise bietet Firmen über die Webseite www.fastfactoring.de schnell Liquidität gegen ihre offenen Rechnungen. Interessant ist das Portal gerade für kleinere Unternehmen, da ein Jahresumsatz ab 100.000 Euro genügt. Üblicherweise liegt dieses Limit bei 250.000 bis 500.000 Euro.

Finanzierungszusage wird meist schon binnen 48 Stunden erteilt

Besteht Bedarf bei einem Unternehmen, kann es konkrete Rechnungen schnell und einfach verkaufen. Zunächst durchläuft der Interessent einen anonymen Fastfactoringcheck im Internet. Abgefragt werden dabei Angaben wie Jahresumsatz, Kundenzahl und Höhe der Betriebsrendite. Erst nach diesem Schritt und wenn die Ampel auf Grün steht, also wenn dem Rechnungsverkauf grundsätzlich nichts im Weg steht, sind personalisierte Angaben zum Unternehmen nötig. Dann geht es etwa um Umsätze, Umsatzerwartungen, Außenstände oder Forderungsausfälle.

Die nötigen Dokumente wie betriebswirtschaftliche Auswertungen, Jahresabschlüsse oder AGB lassen sich per Upload im Internet oder per Post übermitteln. Danach überprüft der Anbieter die Anfrage und es ergeht eine Finanzierungsentscheidung für die eingereichten Rechnungen aufgrund der eingereichten Unterlagen. Die Entscheidung fällt in der Regel binnen 48 Stunden.

Datenaustausch zwischen Unternehmen und Factor ist auf das Nötigste reduziert

Die Factoringbranche hat zudem die weiteren Abläufe vereinfacht. Rechnungen lassen sich als Datei übermitteln und die gesamte Bearbeitung läuft automatisiert ab. Damit erfordert der tägliche Datenaustausch zwischen Unternehmen und Factor so gut wie keinen zusätzlichen Aufwand – die nötigen Schritte wie der PDF-Versand lassen sich auch von Firmen problemlos meistern, wo nur eine Bürokraft für die Rechnungen zuständig ist. Wichtig ist auch, dass sich der weitere Ablauf an die Vorgaben der Unternehmen anpassen lässt. Diese können gutgeschriebene Beträge nach Bedarf selbst abrufen oder sie überweisen lassen.

In der Regel zahlt der Factor binnen weniger Tage 80 oder 90 % der Rechnungssumme aus. Der restliche Betrag folgt, sobald der Debitor seine Rechnung an den Dienstleister beglichen hat. Dabei kann der Unternehmer selbst entscheiden, welche Rechnungen er verkaufen will. Schnelle und verlässliche Zahler lassen sich damit weiter in Eigenregie bearbeiten und die anfallenden Factoring-Kosten vermeiden. Auch der Umfang der Factoring-Dienstleistungen ist frei wählbar.

Vor allem kleinere Unternehmen setzen meist auf Full Service und lagern das Mahn- und Inkassowesen komplett aus, eigene Kapazitäten werden dadurch frei. Doch auch im Fall einer weitgehenden Auslagerung besteht eine Mitsprachemöglichkeit bei der Ausgestaltung des Mahnwesens. Wichtige Kunden, deren Zahlungsmoral jedoch eher durchschnittlich ist, lassen sich zum Beispiel von der Mahnvorschlagsliste des Factors streichen und zunächst inhouse bearbeiten.

Auf den richtigen Factor kommt es an

Damit die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Factor so reibungslos wie möglich ablaufen kann, kommt es auf den richtigen Partner an. Grundsätzlich sollte der jeweilige Dienstleister Mitglied im Deutschen Factoring-Verband e.V. sein. Damit ist gewährleistet, an einen seriösen Experten zu gelangen. Wer sich im Auswahlprozess befindet, sollte zudem darauf achten, dass der zukünftige Partner über ein ausgewogenes Kunden- und Debitorenverhältnis verfügt.

Eine solch breite Positionierung spiegelt die Situation der meisten Kunden wider. Zudem sind Branchenkenntnisse wichtig. Kennt der Factor die Belange von Fertigungsunternehmen nicht, könnte er das Risiko falsch einschätzen und gegebenenfalls zu hohe Prämien verlangen. Weitere Kriterien pro oder contra einen Anbieter sind beispielsweise, ob das Mahnwesen vorsichtig betrieben wird und wie lange die Kundenbindungen halten. An der Dauer zeigt sich, ob der Dienstleister mit dem Forderungsmanagement sorgfältig umgeht und niemanden vergrätzt.

Forderungsverkauf eröffnet Kostensenkungspotenziale

Weil die Factoring-Dienstleister die meisten Aufgaben rund um die Rechnungsbearbeitung übernehmen, sparen Unternehmen den üblicherweise nötigen Aufwand und können deshalb Kosten senken. Dazu kommen weitere Kostensenkungspotenziale: Schnelle Liquidität eröffnet die Möglichkeit, Skonti der Lieferanten gezielt auszunutzen und auch die Überziehungszinsen bei der Hausbank fallen häufig weg.

Rechnet man diese Faktoren zusammen, lassen sich die Factoringkosten mitunter sogar ganz ausgleichen. Die Gebühr richtet sich in der Regel nach dem Jahresumsatz. Was im Einzelfall zu Buche schlägt, hängt von der individuellen Situation jedes Unternehmens ab. Wer mit höheren Ausfallrisiken arbeitet, wird dies selbstverständlich in der Kalkulation des Factors wiederfinden.

* Stephan Ninow ist Geschäftsführer der ABC Finance GmbH, 50672 Köln.

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