Lagerausstattung Optimale Ausstattung für Effizienz und Sicherheit

Autor / Redakteur: Reinhard Irrgang / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Lager bestehen nicht nur aus Regalen – auch die sonstige Ausstattung entscheidet über die Verfügbarkeit, Effizienz und Sicherheit dieser Logistikanlagen. Grund genug, sich Aspekten wie Beleuchtung, Brandschutz und Brandvermeidung, Energieerzeugung, Schließ- und Zutrittssystemen sowie Industrieböden zu widmen.

Anbieter zum Thema

Optimal ausgestattete Logistik- und Lagerhallen bilden die Voraussetzung für Wirtschaftlichkeit und Effizienz.
Optimal ausgestattete Logistik- und Lagerhallen bilden die Voraussetzung für Wirtschaftlichkeit und Effizienz.
(Bild: Trilux)

Bei der Beleuchtung von Lager- und Logistikhallen dominieren zweifelsohne LED-Lichtsysteme als zukunftsorientierte Lösungen. So will Trilux, Deutschlands Marktführer für energieeffiziente und professionelle Beleuchtung, ab 2020 nur noch hocheffiziente LED-Beleuchtung herstellen.

Wie hoch beim Einsatz von LED-Leuchtsystemen die Einsparungen der Gesamtenergiekosten sein können, verdeutlicht die Installation im Logistikzentrum von Varo im belgischen Lier. Varo ist einer der führenden Produzenten und Lieferanten von Geräten und Werkzeuge für Handwerker und Heimwerker. In der Anlage mit 24.000 m² Fläche sind nun rund 1000 Leuchten des Lichtbandsystems “E-Line LED“ von Trilux eingesetzt. Für die gleichmäßige, blendfreie Beleuchtung der 12 m hohen Halle, in der größere Flächen und enge Regalgänge wechseln, bot sich die Kombination von tiefstrahlenden und tief-breitstrahlenden E-Line-Leuchten an.

Ein ergänzendes Lichtmanagementsystem sorgt für eine weitere Erhöhung der Energieeffizienz: So sorgen Bewegungsmelder für bedarfsgerechte Beleuchtung im Lager und in den Gängen und in der Ladezone wird die Lichtgruppe tageslichtabhängig gesteuert.

Sparsame LED-Lichtsysteme

„Unsere Gesamtenergiekosten sind um nahezu 60 % gesunken, so Nico de Troyer, Einkaufsleiter bei Varo. „Hinzu kommen weitere Einsparungen durch Wartungsfreundlichkeit und eine lange Lebensdauer von rund 50.000 Betriebsstunden bei annähernd gleichbleibend hoher Lichtausbeute.“

Auch die Umstellung von bestehender Beleuchtung auf E-Line-Lichtbänder mit intelligentem Lichtmanagement, etwa in den Bereichen Hochregallager, Umschlaghalle sowie Tore und Außengelände, macht sich bezahlt. Laut Trilux lässt sich der Energieverbrauch um rund 70 % senken.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 12 Bildern

Gildemeister energy solutions bietet Komplettlösungen für industrielle Kunden und Kommunen rund um die Themen Einsparen, Erzeugen, Speichern und Anwenden von erneuerbaren Energien sowie zur Steigerung der Energieeffizienz. Zum Erzeugen von Energie stehen die solaren Nachführsysteme „SunCarrier“ sowie praktische Fest- und Aufdachsysteme zur Verfügung. Zum Speichern der erzeugten Energie kann das Vanadium-Redox-flow-Speichersystem „CellCube“ genutzt werden. Durch das Zusammenspiel von „SunCarrier“ und „CellCube“ sind innovative und intelligente Energiekonzepte möglich, die Tag und Nacht Strom aus regenerativen Energien liefern.

Eine Photovoltaik-(PV-)Aufdachanlage hat Ende vergangenen Jahres die Ravensberger Schmierstoffvertrieb GmbH an ihrem Standort Werther installiert. Mit der 160 kWp großen Anlage setzt das Unternehmen auf die Eigenerzeugung sauberer Energie, macht sich unabhängiger von steigenden Stromkosten und erreicht eine tatsächliche Autarkie von 42 % am Standort, was jährlich rund 50 % der Stromkosten einspart. Über eine Laufzeit von 20 Jahren ergeben sich wichtige wirtschaftliche Vorteile in Kombination mit einer Verringerung der CO2-Emissionen von 1375 t.

Brände vermeiden

Hochprofessioneller Brandschutz für jegliche Logistik- und Werkshallen hat oberste Priorität. Die Wagner Group zählt mit 40 Jahren Erfahrung zu den international führenden Brandschutzexperten. Vor allem das Brandvermeidungssystem „OxyReduct“ hat sich als Standardlösung im Lager- und Logistikbereich etabliert. Mit diesem vorbeugenden Brandschutzsystem kann ein Brand erst gar nicht entstehen und sich ausbreiten. Und Folgeschäden, die beim Einsatz von Löschsystemen mit Wasser, Schaum oder Pulver entstehen, lassen sich von vornherein vermeiden. Denn das Brandvermeidungssystem senkt den Sauerstoffanteil im Schutzbereich dauerhaft kontrolliert ab und sorgt so für eine stark brandhemmende Atmosphäre. Der benötigte Stickstoff wird direkt aus der Umgebungsluft generiert, sodass keine Lagerfläche für eine Löschmittelbevorratung benötigt wird.

Bei mehr als 700 Anwendern weltweit ist „OxyReduct“ derzeit im Einsatz, so auch bei der KLM Kühl- und Lagerhaus Münsterland GmbH. Deren Tiefkühl-Hochregallager, das mit einem Volumen von rund 380.000 m³ für 68.400 Paletten als derzeit deutschlandweit größtes vollautomatisch betriebenes TK-Lager gilt, wird mit „OxyReduct“ geschützt.

Die gte-Brandschutz AG befasst sich speziell mit dem Förderanlagen-Brandschutz, dem Erarbeiten von brandschutztechnischen Sonderlösungen und führt zudem weltweit Montagen durch. Zum Fertigungsprogramm zählen Förderanlagenabschlüsse (FAA), bei Bedarf mit Zusatzeinrichtungen, Sonderlösungen, wie beispielsweise fahrbare Brandwände, FAA als Bogentor, teleskopierbarer FAA oder Klappenausführung, Einhausungen und Steuerungen.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Feuerschutz-Schiebetore mit Fluchttür

Brandschutztüren und -tore zählen auch zum Portfolio der TBF Service KG, die zudem Förderanlagenabschlüsse, Steuerungen für Brandschutzanlagen sowie Brandschutzvorhänge und -abschottungen anbietet. Wie das Unternehmen meldet, sind Anforderungen, wie beispielsweise das Schutzziel, die Größe der Öffnung sowie die verfügbaren Platzverhältnisse um die Einbauöffnung, ausschlaggebend für die Wahl des Feuerschutzabschlusses.

Für alle Objektbereiche liefert die Hörmann KG je nach Brandlast zuverlässige, betriebs- und risikogerechte Schiebetürlösungen in ein- und zweiflügeliger Ausführung. Für den schnellen Personendurchgang und die Durchfahrt mit Sackkarren oder kleineren Transportwagen bieten sich Feuerschutz-Schiebetore mit Schlupf-/Fluchttür an, die aus brandschutztechnischen Gründen generell mit Gleitschienen-Obentürschließer ausgestattet sind.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 12 Bildern

Ein aktuelles Beispiel für Sonderlösungen ist das neue Logistikzentrum der Gauselmann-Gruppe, das direkt an zwei der sieben Hallen anschließt. Um die Feuerschutzanforderungen zu erfüllen, wurde der neue Durchgang mit zwei direkt hintereinander liegenden Feuerschutz-Schiebetoren ausgerüstet. Da diese auch von Staplern mit Triplexmasten durchfahren werden, hat Hörmann Sonderanfertigungen mit 4,50 m Höhe geliefert und installiert. Zudem sind die Schiebetore mit einer Schlupftür für Einzelpersonen ausgestattet.

Das Vollsortiments-Logistikzentrum der Rewe-Group in Oranienburg setzt auf ein umfassendes Sicherheitskonzept und ist daher mit einer flexiblen Schließanlage ausgestattet, die sämtliche Zutrittsberechtigungen und Schließhierarchien sicher nach individuellen Zuständigkeiten regelt. Die Wahl fiel auf die mechatronische Schließanlage „+CLIQ“ der Marke „Ikon“, da dieses System der Assa Abloy Sicherheitstechnik GmbH sowohl „die Anforderungen von Rewe erfüllt als auch mit seinem Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt“, wie Assa Abloy meldet.

„+CLIQ“ lässt sich leicht handhaben und programmieren, die Energieversorgung sowie die Kommunikation mit dem Zylinder erfolgt ausschließlich über Schlüssel und Programmierschlüssel.

Elektronische Sicherheit

Die Türen im Gebäude werden zuverlässig mechanisch verriegelt und zusätzlich durch elektronische Identifizierung abgesichert. Das neue Mechatronikzylinder-Sortiment von Kaba verbindet die elektronische Zutrittskontrolle mit der Welt der Mechanik und fügt sich nahtlos in bestehende Schließanlagen der Kunden von Kaba ein. Bestehende Schlüssel können weiter im Einsatz bleiben und werden lediglich mit einem RFID-Transponder-Chip bestückt.

Mit der integrierten Elektronik eröffnen sich für die Anwender neue Möglichkeiten: Zutritte werden zeitlich und örtlich geregelt, Schlüssel innerhalb kürzester Zeit ein- und ausprogrammiert und verlorene Schlüssel werden elektronisch gesperrt, wodurch der Austausch der Zylinder entfällt. Die Schließanlage ist so jederzeit sicher, flexibel und erweiterbar.

Industrietore, wie beispielsweise Schnelllauftore, dienen auch der Sicherheit. So wie Schnelllauf-Spiraltore von Efaflex, die in den Produktionshallen von Burkhardt + Weber Fertigungssysteme im Rahmen der Modernisierung der Produktionshallen eingebaut wurden. Die massiven Außentore gewährleisten auch die Gebäudesicherheit, ohne dass ein zweites Tor für den Hallenabschluss benötigt wird.

Uretek, ein weltweiter Spezialanbieter für die Baugrundverstärkung, hat mit „FloorLift“ und „DeepInjection“ Injektionsverfahren mit innovativer Hebetechnik für die Sanierung und Tragfähigkeitserhöhung von Betonböden und von Fundamenten unter Lager- und Produktionshallen sowie auf Logistikflächen entwickelt. „In der Regel arbeiten wir im Industrie- und Logistikbereich mit der ,FloorLift-Methode‘“, meldet das Unternehmen. Um abgesackte oder schlecht tragfähige Betonböden anzuheben beziehungsweise zur Baugrundverbesserung wird ein Expansionsharz mittels Injektionslanzen mit 12 bis 16 mm Durchmesser in den Boden injiziert. Innerhalb kürzester Zeit expandieren die Komponenten unter dem Betonboden oder im Baugrund, das Material verfestigt sich sehr schnell und erhöht dauerhaft die Tragfähigkeit. Durch die Volumenvergrößerung der Harze kann eine millimetergenaue Anhebung realisiert werden; auch Anhebungen im Zentimeterbereich sind möglich.

Schnelle Belastung der Böden

„Mit dem patentierten Uretek-Verfahren ist Industriebodensanierung wirtschaftlich, zerstörungsfrei und gelingt ohne Betriebsunterbrechung“, so das Unternehmen. Mit dem Injektionsverfahren können bis zu 250 m² Betonfläche oder rund 150 Laufmeter Fugen an einem Arbeitstag bearbeitet werden. Bereits nach 15 min lässt sich der behandelte Bereich wieder voll belasten, sodass keine Betriebsunterbrechungen entstehen, zudem müssen keine Maschinen oder Regale abgebaut werden. Die Arbeiten lassen sich auf engstem Raum und bei Bedarf auch an Wochenenden oder im Nachtschichtbetrieb durchführen.

Beim Zuckerhersteller Pfeifer & Langen beispielsweise führte der Umbau des Sortenlagers zu enormen Lastumlagerungen und je Bestandsfundament zu einer Lasterhöhung um bis zu 30 %. Um künftige Schäden durch die Lasterhöhungen auszuschließen, erwies sich eine Bodenverbesserung mit der „DeepInjection“-Methode von Uretek als sinnvoll, bei der eventuell vorhandene Hohlräume unter den Einzelfundamenten aufgefüllt werden und so der Baugrund verstärkt wird. ■

(ID:44104371)