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Baustellenlogistik Optimierte Logistik-Prozesse für Großkraftwerk

| Redakteur: Robert Weber

Der Logistikdienstleister Wincanton betreibt in Mannheim ein RoRo-Terminal. Die Logistiker schlagen damit auch Schwergut um. Jüngster Kunde war das Großkraftwerk Mannheim.

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Erfolgreich Verladen: Zwei jeweils 156 t schwere Wärmetauscher wurden vom Terminal bis an die Großbaustelle transportiert. Bild: Wincanton
Erfolgreich Verladen: Zwei jeweils 156 t schwere Wärmetauscher wurden vom Terminal bis an die Großbaustelle transportiert. Bild: Wincanton
( Archiv: Vogel Business Media )

Das neue Steinkohle-Großkraftwerk kostet 1,2 Mrd. Euro und soll 2013/14 ans Netz gehen. Für den Bau nutzen die Ingenieure auch das RoRo-Terminal von Wincanton. Der Umschlagplatz befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Großbaustelle. Schwere Bauteile werden per Ponton an die RoRo-Anlage geliefert und mit Spezialfahrzeugen bis zur Baustelle transportiert.

Teile für Großkraftwerk fordern Logistiker heraus

Ein große Herausforderung für die Logistiker war zuletzt, drei Wärmetauscher vom RoRo-Terminal zur Baustelle zu bringen. Diese Bauteile, jeweils 156 t schwer, kamen an drei verschiedenen Tagen auf dem Rhein an und wurden dann einzeln zur Baustelle transportiert. Zwei Mobilkräne sorgten für die sichere Entladung von den RoRo-Pontons und setzten dann die Bauteile punktgenau auf die fahrbaren, 16-achsigen Plattformen.

Nach den Verzurr- und Sicherungsarbeiten konnte sich der Schwertransport auf die restliche, 4 km lange Fahrt zur Baustelle begeben. Zu diesem Zweck musste die gesamte Fahrstrecke mit Halteverbotsschildern versehen werden, damit die überbreiten Transporter überall durchkamen.

Logistik von Wincanton auch nach Fertigstellung des Kraftwerks gefragt

Die zweite Großaktion innerhalb weniger Tage betraf drei Heizkondensatoren mit Gewichten zwischen 238 und 262 t und einer Länge von über 16 m. Die Kolosse wurden mit Hilfe von Hydraulikhebern vom Pontondeck hoch gehoben, damit die fahrbaren Plattformen unter den Lasten positioniert werden konnten. Für den Übergang der Plattformfahrzeuge vom Ponton auf die RoRo-Rampe musste eine separate Überfahrtsbrücke montiert werden.

Auch dank der Logistikprozesse wächst das Kraftwerk in den Himmel. Doch die Logistiker sind auch nach der Fertigstellung gefragt, denn damit das Großkraftwerk seinen Betrieb aufnehmen kann, muss Steinkohle aus Übersee angeliefert werden.

Wincanton will an Kohlentransporten verdienen

Auch hier sieht Wincanton eine Chance für zukünftige Geschäfte. Bis 2014 brauche Deutschland für seine Kraftwerke zusätzlich 18 Mio. t Importkohle, heißt es bei dem Unternehmen. Das Gros der Transporte erfolgt wohl auf dem Binnenschiff. „Daran wollen wir partizipieren“, erklärt Dr. Wolfgang Hönemann, Intermodal-Geschäftsführer des Logistikdienstleisters.

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