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Logistik und Fördertechnik Organisation ist das halbe Leben

Redakteur: Hermann Jörg

>> Ein moderner Servicebetrieb funktioniert nur dann, wenn das angeschlossene Ersatzteillager hohen Anforderungen wie wenig Platzbedarf und schnelle, ideale Verfügbarkeit der Artikel gerecht wird. Das Locatoren-Prinzip von SSI Schäfer läutet hier eine neue Ära im Bereich der konventionellen Teilelager ein.

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Die Lagerung nach dem Locatoren-Prinzip stellt eine interessante Alternative für Ersatzteillager jeglicher Art dar.
Die Lagerung nach dem Locatoren-Prinzip stellt eine interessante Alternative für Ersatzteillager jeglicher Art dar.
(Bild: SSI Schäfer)

joe. Immer mehr Unternehmen stehen heute vor der Situation, ihren bestehenden Betrieb neuen Kundenerwartungen, neuen Artikeln und Services anpassen zu müssen. Dabei sind die Lagerregale oft schlecht belegt, die Kapazitäten reichen nicht aus und auch die Wege und Kommissionierzeiten erweisen sich als viel zu lang.

Vermutlich halten es bei dieser Ausgangssituation die wenigsten für möglich, die erforderliche Fläche zusätzlich noch zu halbieren, die Betriebskosten zu senken und die Zeit zum Kommissionieren der Artikel um die Hälfte oder mehr zu verringern. Schon gar nicht, ohne dabei die Verfügbarkeit der Ware zu beeinträchtigen. Und doch funktioniert es: Mit dem Locatoren-Prinzip von SSI Schäfer.

Aussergewöhnliche Ergebnisse

Egal, ob Autohäuser, Werkstätten, Fahrrad- und Motorradhändler, LKW-Servicebetriebe oder ähnliche Branchen, die Lagerung nach diesem Prinzip stellt eine interessante Alternative für Ersatzteillager jeglicher Art dar. Die Besonderheit liegt hier in der exakten und aussergewöhnlichen Planung der einzelnen Lagerorte, die auf einer umfangreichen Erfassung der Artikelstammdaten beruht. Die Lagerung der Teile erfolgt nach Grösse, Gewicht, Umschlagshäufigkeit, Merkmalen sowie den Bestandsdaten. Dabei werden Platzreserven durch die konsequente Fachzuordnung im Voraus bestimmt. Doch die Ermittlung der optimalen Fachgrössen und die Vorbestimmung der Lagerorte erweist sich als äusserst komplex. «Das Prinzip erfordert Fingerspitzengefühl und viel Fachwissen. Aber die Ergebnisse, die wir damit erzielen, sind aussergewöhnlich», erklärt Bruno Skraber, Bereichsleiter bei SSI Schäfer Schweiz.

Signifikant beschleunigte Prozesse

Egal, ob Neubau oder Modernisierung, das Locatoren-Prinzip ermöglicht ein präzises, optimiertes Teilelager: mit bis zu 50 % Raumersparnis und einer ebenso hohen Reduzierung der Betriebskosten sowie mit Kommissionierwegen, die sich um bis zu 70 % verkürzen, während Einlagerwege um bis zu 50 % verringert werden. Da die Prozesse insgesamt bis zu 70 % schneller erfolgen, bietet dies einem Teil des Personals die Möglichkeit, seine Zeit stattdessen zum Beispiel für wertschöpfende After-Sales-Aufgaben einzusetzen. Und das alles bei einer deutlich geringeren Fehlerquote.

Stufenweise Konzeptrealisierung

«Das Gesamtkonzept ist modular aufgebaut und wird in vier Stufen realisiert», schildert Skraber. In einem ersten Schritt erfolgt die Anfertigung einer Konzeptstudie, die als Entscheidungshilfe dient. Dabei wird, unterstützt durch eine speziell entwickelte Software, anhand der bekannten Teiledaten und Merkmale der Artikel, der tatsächliche Platzbedarf der Teilelagereinrichtung ermittelt. Erst dann wird das Einrichtungskonzept unter Berücksichtigung aller funktionalen Erfordernisse entwickelt.

In einem zweiten Schritt erfolgt dann die Detailplanung. Die Lagerung der Artikel erfolgt hier nicht nach Bestellnummern oder Bezeichnungen wie üblich, sondern nach den Eigenschaften. Dabei werden Gefahrstoffe, Wassergefährdung, Empfindlichkeit sowie Wertigkeit ebenso mit einbezogen wie die Bewegungsdaten der Artikel. So wird jedem Teil entsprechend seiner Merkmale und Umschlagshäufigkeit ein passender wegeoptimierter Lagerplatz mit einer festen Adresse zugewiesen. Anschliessend wird die Kennzeichnungssystematik an das Warenwirtschaftssystem angebunden.

In der Stufe 3 wird die Planung in die Tat umgesetzt. Durch unterschiedlichste Regalsysteme wird hier eine Variantenvielfalt erreicht, welche die Lagerung aller Teile sicherstellt. «Dabei liefern und montieren wir das Lager im Rahmen des abgestimmten Bauzeitplanes mit allen Details und richten es funktionsfähig, etikettiert und beschildert bezugsfertig ein», so Skraber.

Erst dann erfolgt der vierte Schritt: «Der Umzug beinhaltet vorsortierte Umzugslisten und -etiketten, Mehrwegtransportbehälter, sonstige Transportmittel und den Support mit personeller Unterstützung. Auf Wunsch kann der Umzug in rund 3 Tagen abgeschlossen werden», so Skraber. Die Entnahme der Teile ist dabei ebenso vorbestimmt wie das Transportmittel und der spätere Lagerort. Die praktische Umsetzung geschieht rechnergestützt.

Fazit

«Eine optimale Raumaufteilung, kurze Wege, schneller Artikelzugriff und eine flexible Lagerstruktur – selbst bei bereits bestehender Räumlichkeit – erhöhen sich die Kapazitäten, die Wirtschaftlichkeit und die Effizienz des Lagers mit dem Locatoren-Prinzip und der passenden Ausstattung erheblich», resümiert Skraber. Das zeigt, dass auch ein kleines Lager sehr effizient sein kann. <<

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