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Flughafenlogistik Ortungssystem macht Vorfeld sicher

Auf dem Vorfeld von Flughäfen bewegen sich Schlepper, Tankwagen und Busse emsig um die Jets. Dabei droht die Gefahr von Zusammenstößen. Das EU-Projekt „e-Airport“ soll diese Situation mit einem verbesserten Ortungssystem entschärfen.

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Durch die im EU-Projekt „e-Airport“ entwickelten Ortungssysteme können die Prozesse auf dem Vorfeld am Flughafen effizienter gesteuert werden.
Durch die im EU-Projekt „e-Airport“ entwickelten Ortungssysteme können die Prozesse auf dem Vorfeld am Flughafen effizienter gesteuert werden.
(Bild: Fraunhofer-IFF)

Bei dichtem Nebel oder strömendem Regen bewegen sich Schlepper mit Gepäck, Push-Backs und Tankwagen nur im Schneckentempo über das Flughafen-Vorfeld. Passagiere müssen länger als geplant in den Wartehallen sitzen und auch bei Frachtcontainern gerät der Zeitplan ins Wanken. Künftig sollen schlechte Witterungsverhältnisse die Arbeit auf dem Vorfeld weitaus weniger beeinträchtigen. Die Grundlage dafür wollen Forscherinnen und Forscher des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) in Magdeburg gemeinsam mit verschiedenen europäischen Partnern im EU-Projekt „e-Airport“ schaffen. „Wir entwickeln ein Ortungssystem, das die Sicherheit auf dem Vorfeld erhöht“, erläutert Olaf Poenicke, Wissenschaftler am IFF. „Zudem ermöglicht es, die Kapazität von Flughäfen effizienter zu nutzen, denn das System lässt die logistischen Prozesse deutlich strukturierter ablaufen als bisher.“ Weil der Luftverkehr ständig zunimmt, seien Flughäfen dazu gezwungen, entweder neue Start- und Landebahnen sowie Terminals zu bauen oder die Kapazität der bestehenden Infrastrukturen effizienter zu nutzen.

„e-Airport“ funktioniert ähnlich einem Navi

Basis des neuartigen Ortungssystems im Projekt „e-Airport“ ist das europäische Satellitensystem Galileo. Das Prinzip ist ähnlich wie beim Navigationsgerät im Pkw: Die Schlepper, Push-Backs und anderen Fahrzeuge haben einen Empfänger für globale Navigationssatellitensysteme, kurz GNSS, mit an Bord, der über das fahrzeugeigene Stromnetz versorgt wird. Dieser empfängt die Signale der Galileo-Satelliten und anderer Systeme wie GPS und ermittelt darüber die exakte Position. Die Ortungsdaten werden beispielsweise via WLAN oder Mobilfunkverbindungen an den Leitstand verschickt, an dem alle Informationen zusammenlaufen. Das Leitsystem wiederum schickt Rückmeldungen an die Fahrer: Auf einem Display warnt es sie, wenn das Fahrzeug einem anderen zu nahe kommt, zu dicht an Sperrgebiete heranfährt oder vorgegebene Fahrtrouten verlässt.

„Am IFF bringen wir unser luftfrachtspezifisches Wissen in diesen Leitstand ein, bilden die Prozessmodelle und beschreiben die Arbeitsaufträge, die der Schlepperfahrer erhält“, erklärt Poenicke. Mit Hilfe der Prozessmodelle werden ideale Soll-Prozesse definiert. Diese werden im Leitstand mit den Ist-Daten verglichen, die die Sensoren vom Vorfeld senden. Auf diese Weise lassen sich Abweichungen identifizieren und daraus abgeleitete Anweisungen an die Schlepperfahrer senden.

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