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Schienengüterverkehr Politik plant Lärmgebühr für Bahnen

| Redakteur: Robert Weber

Schlechte Nachrichten für die Bahnunternehmen in Deutschland: Um die Lärmschutzziele einzuhalten, müssen Verantwortliche ab Ende kommenden Jahres für die Verursachung von Lärm zahlen. Auch die Logistikkosten könnten damit steigen.

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Zu laut: Güterzüge in Deutschland sollen leiser werden. Eine Lärmgebühr soll auch Umrüstungen finanzieren. (Uwe Miethe, Deutsche Bahn)
Zu laut: Güterzüge in Deutschland sollen leiser werden. Eine Lärmgebühr soll auch Umrüstungen finanzieren. (Uwe Miethe, Deutsche Bahn)

Der Artikel in der „Welt“ bezieht sich auf den Lärmschutzbericht des Bundesverkehrsministeriums. Die Zeitung zitiert daraus: „Ende 2012 wird eine lärmabhängige Differenzierung der Trassenpreise bei der Bahn eingeführt. Demnach wird auf das Trassenentgelt für Güterzüge... eine zusätzliche lärmabhängige Entgeltkomponente erhoben.“ Das bedeutet: Zur Trassengebühr kommen noch die Lärmkosten hinzu.

Auch der Schienenbonus fällt für Bahnen weg

Die Erlöse sollen die Mittel ergänzen, die nötig sind, um die Güterwagen umzurüsten, schreibt das Springer-Blatt. Geplant ist der Einbau von sogenannten Flüsterbremsen. Bis 2020 sollen 80% der Güterzüge leiser durch Deutschland rollen.

Auch der Schienenbonus soll für die Bahn wegfallen. Bisher durften Züge lauter unterwegs sein als andere Verkehrsträger, schreibt die „Welt“. Der Lärmgrenzwert lag um 5 dB höher als beispielsweise beim Lkw.

Der Plan des Verkehrsministeriums sieht ein Auslaufen des Bonus für 2017 vor, heißt es in dem Artikel. Für die Bahn bedeutet das vor allem mehr Kosten, denn Schienenprojekte werden wohl teurer ausfallen, heißt es.

Höhere Kosten für die Logistik?

Ob die Kosten an Logistikkunden weitergegeben werden, bleibt vorerst offen. Ganz aus der Welt gegriffen ist die Angst der Logistikkundschaft allerdings nicht, denn Dr. Karl-Friedrich Rausch, Logistikvorstand der DB AG, kündigte bereits im Oktober höhere Frachtpreise an. Die Entgelte hätten sich nach der Krise 2008 nicht erholt, hieß es im Herbst.

Um 5 bis 8% mehr will die Bahn sich ihre Dienste kosten lassen. Damals argumentierte man mit Trassenpreisen, Lohnkosten und Energiepreisen. Von einer Lärmgebühr war allerdings noch nicht die Rede.

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