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Fachkräftemangel Potenzialförderung muss in den Fokus rücken

| Redakteur: Jürgen Schreier

Trotz der aktuellen Finanzmarktkrise und des prognostizierten Konjunkturabschwungs wird die deutsche Wirtschaft langfristig mit einem Mangel an Fachkräften konfrontiert bleiben. Eine aktuelle Studie zeigt, dass deutsche Produktionsbetriebe die Stärken ihrer Belegschaft besser nutzen wollen.

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Die wichtigsten Werkzeuge für die Potenzialförderung im Personalbereich.
Die wichtigsten Werkzeuge für die Potenzialförderung im Personalbereich.
( Archiv: Vogel Business Media )

Auch wenn sich durch Banken- und Finanzkrise derzeit weltweit die konjunkturelle Entwicklung eintrübt, ist die deutsche Wirtschaft weiterhin mit zunehmendem Fachkräftemangel konfrontiert. Laut Institut der deutschen Wirtschaft (IW) muss jedes fünfte Unternehmen Aufträge absagen, weil nicht genügend Ingenieure zur Verfügung stehen. Produktionsbetriebe haben erkannt, dass sie sich auf die Potenziale innerhalb der eigenen Belegschaft besinnen müssen, wollen sie im globalen Wettbewerb bestehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Atoss Software AG und der Dekra Akademie GmbH, die im Juli 2008 veröffentlicht wurde.

Definierte Prozesse fehlen

Im Rahmen der Studie „Digging for Diamonds – Verborgene Potenziale im Unternehmen heben“ wurden 272 HR- und Linienmanager deutscher Unternehmen befragt, rund die Hälfte davon aus der produzierenden Industrie. Ziel des Projektes war es herauszufinden, ob und wie sich Führungskräfte mit verborgenen Potenzialen in den eigenen Reihen auseinandersetzen.

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89% der Interviewten sehen einen dringenden Bedarf, ungenutzte Potenziale im Unternehmen zu entdecken und zu fördern. Allerdings verfügen nur 53% der befragten Unternehmen über definierte Prozesse, mit denen mögliche Potenziale identifiziert und entwickelt werden können. Sind bereits Potenzialprogramme im Einsatz, richten sie sich überwiegend an Management, Personal, Vertrieb und Marketing sowie den kundennahen Service. Unternehmensbereiche wie Produktion, Logistik sowie Forschung und Entwicklung gehören sehr viel seltener zu den Zielgruppen. Das ist erstaunlich, denn gerade hier besteht Bedarf für die gezielte Potenzialförderung.

Bedarfsorientierter Personaleinsatz als Königsweg

Im Bereich Arbeitszeitorganisation ist die bedarfsorientierte Arbeitszeitgestaltung das wichtigste Instrument, um vorhandene Potenziale zu aktivieren. 94% der befragten Produktionsbetriebe halten die konsequente Ausrichtung der Arbeitszeiten am Auftragsaufkommen für wichtig, um die Leistungsfähigkeit ihres Unternehmens langfristig zu steigern. Die Grundvoraussetzung für eine Synchronisation von Personaleinsatz und Arbeitsaufkommen ist die Flexibilisierung der Arbeitszeiten.

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