MX Award Produktionsbetriebe auf Erfolgsspur

Redakteur: Dietmar Kuhn

Berlin (dk) – Zum zweiten Mal nach 2005 wurde der MX Award an Unternehmen in Deutschland vergeben, die sich durch ihre Organisation, Abstimmung der Betriebsabläufe in Produktion und

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( Archiv: Vogel Business Media )

Berlin (dk) – Zum zweiten Mal nach 2005 wurde der MX Award an Unternehmen in Deutschland vergeben, die sich durch ihre Organisation, Abstimmung der Betriebsabläufe in Produktion und Logistik sowie durch besonders pfiffige Lösungen für die Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland ausgezeichnet haben. „Uns geht es dabei nicht allein um die Award-Verleihung, wir wollen vielmehr zeigen, zu welchen Leistungen die ausgezeichneten Unternehmen fähig sind und dass es am Standort Deutschland doch funktioniert“, konstatiert Prof. Dr.-Ing. Raimund Klinkner, Vorsitzender Manufacturing Excellence Board und Vorstandsmitglied der Gildemeister AG in seiner Begrüßung.

Mit dem MX-Award für Manufacturing Excellence werden seit 25 Jahren in Großbritannien wegweisende Best-Practice-Lösungen in der Industrie ausgezeichnet. Am Veranstaltungsort – der britischen Botschaft in Berlin – fanden sich rund 100 geladene Gäste ein. Von den 26 Unternehmen, die sich für den MX Award 2006 bewarben, wurden fünf für die Auszeichnung vorgeschlagen. Deren Lösungen wurden durch ein Konsortium, das aus Vertretern ebenfalls erfolgreicher Unternehmen bestand, geprüft und der Jury vorgeschlagen.

In diesem Jahr wurde der MX Award in insgesamt fünf Kategorien verliehen, für die es jeweils eine Urkunde sowie die begehrte MX-Trophäe gab: Kundenorientierung, Produktinnovation, Prozessinnovation, bestes KMU (kleines und mittelständisches Unternehmen) und Gesamtsieg.

Mit Powertrain-Instandhaltung ungeplante Stillstände im Griff

Volker Stauch von der Daimler-Chrysler AG in Untertürkheim präsentierte eine neue Instandhaltungsstrategie, die als Garant für den unternehmerischen Erfolg gewertet werden darf. Das Besondere an der so genannten Powertrain-Instandhaltung ist der Weg hin zu einer umfassenden Berücksichtigung der TCO (Total Cost of Ownership), um die ungeplanten Stillstandszeiten in den Griff zu bekommen. Im Zusammenspiel mit Condition Monitoring ist die Folge daraus, dass der Autobauer künftig mit jedem Maschinenlieferanten Maschinen-EKG-fähige Verträge abschließt.

„Es wird künftig wohl darauf hinaus laufen“, so Stauch, „dass wir keine Maschine mehr kaufen, sondern nur noch leasen.“ Für diese Lösung, die dem Unternehmen eine fast 100%ige Maschinenverfügbarkeit garantieren soll, gab es den MX Award in der Kategorie Prozessinnovation. Sponsor für diesen Preis war die Siemens AG.

29 Jahre jung, 252 Mitarbeiter, 46 Mio. Euro Umsatz und 3,7 Mio. elektronische Steuerungen für die bekanntesten Automarken dieser Welt – das ist Helbako. Ralf Burmester, Geschäftsführer des mittelständischen Unternehmens, durfte den Preis für das beste KMU entgegennehmen. Ausgezeichnet wurde die Lösung Darwin, mit der sich Bauteilmanagement und Lieferantenmanagement mit den Bereichen Kunden, Personal, Zulieferer und Konkurrenz optimieren lassen.

Dr. Günter Blaschke, Vorstandsvorsitzender der Rational AG, berichtete von der Erfolgsgeschichte des Unternehmens, das sich der Gartechnik für Profiküchen verschrieben hat. Blaschke sieht für seine Kochlösungen unbegrenzte Wachs-tumschancen durch regelmäßigen Technologiewechsel: „Wir müssen alle fünf bis sieben Jahre für eine noch nie dagewesene Technologie sorgen, um unseren Vorsprung beizubehalten und den über 50%igen Marktanteil zu verteidigen.“ Den Preis erhielt Rational in der Kategorie Kundenorientierung.

Innovative Uhren aus traditionsreicher Manufaktur

Um hochwertige Produkte, die meist nur von Sammlern oder Menschen mit Geld getragen werden, handelte es sich in der Präsentation von Hartmut Knothe, Geschäftsführer der Lange Uhren GmbH, auch unter dem Namen Glashütte bekannt. Das Traditionsunternehmen, das 1948 seine Uhrenproduktion einstellen musste, hatte sich 1990 für eine Wiederbelebung entschieden und in nur vier Jahren den Weg in die Weltspitze geschafft – mit Uhren aus Deutschland, die auf dem Weltmarkt Preise im mittleren sechstelligen Euro-Bereich erzielen. Die Lange GmbH erhielt den Preis in der Kategorie Produktinnovation.

„Der Mensch im Mittelpunkt“, so heißt es auch beim Automobilzulieferer Takata-Petri GmbH in Elterlein, Sachsen. Mit 400 Mitarbeitern produziert der Zulieferer Airbag-Systeme für alle namhaften Automobilhersteller. Das Werk konnte die Kunden-PPM-Rate innerhalb von nur vier Jahren von 488 auf fünf reduzieren und dabei gleichzeitig die Produktivität um 28% steigern.

Das war es den Juroren wert, Takata-Petri mit dem Gesamtsieg auszuzeichnen. Das Werk überzeugte vor allem mit hoher Effizienz in der Produktion und im Qualitätsmanagement und erreichte in allen Kategorien Spitzenplätze. Bewertet wurden Produkt- und Prozess-innovation, Logistik- und Netzwerkmanagement, Change Management, Mitarbeitereffektivität, Informationstechnik, Qualitätsmanagement sowie Kundenorientierung. Mathias Ullmann, Werkleiter in Elterlein, will den Erfolg des Werkes weiter ausbauen, wie er bei der Preisverleihung betonte.

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