Logistikplanung Promstahl Partner für kurze Laufzeiten

Autor / Redakteur: Tim Denkhaus / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Das neue Logistiklager der Schenker Deutschland AG in Ilsfeld, mit 8000 m² auf einem Grundstück von 62.000 m, direkt an der E41 gelegen, demonstriert, was eine optimale Planung unter Einbeziehung der richtigen Partner zu leisten vermag – Promstahl als Verladespezialist ist einer von ihnen.

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Alle Loadhouses sind Stufenversionen, geeignet für das Andocken mit geschlossenen Lkw-Türen.
Alle Loadhouses sind Stufenversionen, geeignet für das Andocken mit geschlossenen Lkw-Türen.
(Bild: DB Schenker)

Am Standort Ilsfeld profitieren die Schenker-Kunden von einer Leistungspalette mit getakteten 24-h-Verkehren innerhalb Deutschlands und von kurzen Laufzeiten in alle Wirtschaftszentren Europas. Ebenfalls werden Luft-/Seeverkehre angeboten. Die Anlage wurde unter modernsten Nachhaltigkeitsgesichtspunkten konzipiert. Eine CO2-Bilanz ist für die Kunden jederzeit darstellbar.

Kompakte Verladesysteme mit strikter thermischer Trennung

115 Promstahl-Verladestellen für täglich 3100 Landverkehrssendungen und 400 Mitarbeiter, davon 45 Auszubildende und BA-Studenten, sind hier in Ilsfeld für jährlich mehr als eine Dreiviertelmillion Sendungen verantwortlich. Als typisches Logistiklager wird von der Verladetechnik daher absolute Zuverlässigkeit verlangt. Aufgrund bester Erfahrungen bei anderen Schenker-Logistiklagern entschied man sich daher auch in Ilsfeld für das Loadhouse-Konzept von Promstahl. Viele Vorteile sprechen für den Einsatz dieser praxiserprobten Kompakt-Verladesysteme. Das Promstahl-Loadhouse beinhaltet als verzinkte Stahlkonstruktion eine Vorsatzrampe mit integrierter hydraulischer Überladebrücke, einen Aufbau als Vorsatzschleuse und eine Torabdichtung, die das Personal und den Verladevorgang gegen Wind und Regen schützt – eine kompakte Verladeeinheit, die außerhalb des Gebäudes vor den Toren installiert wird.

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Energietechnisch ist diese Verladelösung als vorbildlich einzuordnen. Die strikte thermische Trennung zwischen Gebäude und Verladesystem garantiert erhebliche Energieeinsparungen. Wie sensibel Schenker bei den Energiekosten hier in Ilsfeld vorgeht, beweist allein die Tatsache, dass sogar die Fahrwege in der Logistikhalle mit der Geothermieabwärme des Bürogebäudes beheizt werden. Weitere Vorteile ergeben sich aus der gewonnenen Lagerfläche in der Halle, die nun zu 100 % und somit in voller Fläche nutzbar ist.

Loadhouse als Stufenversion verschafft Zeitvorteile

In der Regel docken Lkw mit geöffneten Hecktüren an Verladerampen an. Für den Fahrer bedeutet das, bereits vor dem Erreichen der Andockposition zu stoppen, auszusteigen, die Hecktüren zu öffnen, wieder einzusteigen und anschließend die Verladestelle mit geöffneten Hecktüren anzufahren. Zeitverlust, Energieverschwendung und fehlender Wetterschutz sind die Folge. Nicht so bei Schenker in Ilsfeld. Jeder Lkw hat die Möglichkeit, mit geschlossenen Hecktüren anzudocken. Sie werden erst im Loadhouse geöffnet, auf beiden Seiten mit einer speziellen Verriegelung gesichert und nach Beendigung des Verladevorganges wieder geschlossen. Speziell beim Be- und Entladen von Wechselpritschen ergibt sich dabei ein zeitlicher Vorteil, da das umständliche und zeitaufwendige Rangieren mit Shuttlefahrzeugen entfällt.

Mit Standardverladesystemen ist das in der Tat nicht realisierbar. Der konstruktive Trick ist die integrierte Stufe im vorderen Teil des Loadhouse. Die seitlichen Trittflächen sind hier im Gegensatz zu den komplett planen Standardplateaus um 300 mm abgesenkt, um das typische Verklemmen der Lkw-Türen bei unter Rampenniveau befindlichen Ladeflächen zu vermeiden. Wichtig: Auch bei über Rampenniveau befindlichen Ladeflächen ist jederzeit mit erheblichen Auf- und Abbewegungen der Lkw-Ladeflächen zu rechnen. Zwingend notwendig wird sie jedoch, wenn es sich um Thermofahrzeuge handelt, die unter der gesetzlichen Auflage einer durchgehenden Kühlkette Nahrungsmittel transportieren.

Verladesysteme für jeden Lkw-Typ notwendig

Die Geschäftsstelle in Ilsfeld verfügt über keinen eigenen Fuhrpark, der in der Regel einheitliche Abmessungen aufweist. Es werden also Lkw in unterschiedlichsten Abmessungen und Ladehöhen an jeder der 115 Verladestellen be- und entladen. In der Mehrzahl sind es 7,5-Tonner, 12-Tonner und Wechselbrücken, aber auch Jumbofahrzeuge und Klein-Lkw sind an den Verladestellen anzutreffen. Bis auf die Jumbo- und Kleinfahrzeuge garantieren die Promstahl-Brücken bei allen andern Lkw-Typen immer einen absolut sicheren Verladevorgang. Das Verladeproblem der extrem niedrigen Jumbo- und Kleinfahrzeuge hat man dagegen mit dem Einbau von vier 5700 mm langen Überladebrücken gelöst, ebenfalls eine Stufenloadhouse-Version.

Im Gegensatz zu Standardbrücken, die sich nach dem Auflegen auf die Lkw-Ladefläche abstützen, wird hier das enorme Stahlplateaugewicht über einen elektrohydraulischen Steuermechanismus von zwei Hubzylindern in jeder Stellung praktisch schwerelos gehalten, um auch das Beladen von Kleinfahrzeugen zu ermöglichen. Dazu garantiert ein vorderes Parallelteil mit einer Länge von 1300 mm allen Flurförderzeugen immer eine absolut waagerechte Einfahrt in den Lkw. Eingesetzt werden hier in Ilsfeld bevorzugt Gabelstapler und Doppelstockameisen.

Hochisolierte Sektionaltore und Torabdichtungen als Wetterschuz

Alle 115 Verladestellen sind mit Promstahl-Sektionaltoren ausgestattet. Die Thermopaneele sind 40 mm stark und mit FCKW-freiem Polyurethan ausgeschäumt. Das Torblatt verfügt über beste isolier- und schalldämmende Eigenschaften. Der E-Antrieb ist aufgrund der hohen Verladefrequenz für 60.000 Zyklen ausgelegt, also wesentlich verstärkt worden. Das Öffnen und Schließen der Tore erfolgt also nicht per Hand, was eher untypisch für ein Logistiklager ist.

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Schenker Deutschland war es wichtig, ein Logistikterminal zu schaffen, das das Budget nicht sprengt, aber zugleich allen Herausforderungen gewachsen ist. Bei den Toren machte das Unternehmen eine Ausnahme und entschied sich gegen handbetätigte Toren zugunsten von Toren mit einem Elektroantrieb. Hier spielten sicherheitsrelevante Gründe eine größere Rolle als Kostenersparnis.

Interessant ist auch die Entscheidung, sechs der Tore mit einer Feuerwehr-Notentriegelung auszustatten: „Safety first!” Diese Tore können im Gefahrenfalle auch von außen geöffnet werden. Strapazierfähige Torabdichtungen, am vorderen Loadhouse montiert, dichten dann den angedockten Lkw verlässlich gegen jegliche Witterungseinflüsse ab. Sie sind mit extrem strapazierfähigen Planen plus Regenrinnen auf einem Aluminiumrahmen montiert, der zusätzlich über ein Parallellenkersystem verfügt, um Anfahrschäden der andockenden Lkw zu vermeiden. Alle Planen sind einzeln und problemlos auszuwechseln. Getoppt wird das gesamte Verladepaket mit LED-Ampelanlagen an allen Andockstellen. Sie zeigen dem Fahrer immer seine aktuelle Andockposition visuell an. Economy-Radkeile sichern den Lkw während des Be- und Entladevorganges anschließend gegen ungewolltes und auch gefährliches Wegrollen. Die Schenker Deutschland AG hat bei dem Projekt nicht das erste Mal mit Promstahl zusammengearbeitet. Die persönliche Beratung ist bei der Größe des Projektes und dessen Kosten besonders wichtig. Die Erfahrungen mit Promstahl einschließlich der Beratungsqualität waren insgesamt mehr als positiv. ■

* Dipl.-Ing. (FH) Tim Denkhaus ist Geschäftsführer der Promstahl GmbH, 30989 Gehrden, Tel. (0 51 08) 8 79-2 70, info@promstahl.de

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