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Produktionslogistik Querbaukasten für die automobile Zukunft

| Redakteur: Robert Weber

Der Golf 7 rollt. Gestern präsentierte Volkswagen den neuen Kompaktwagen in Berlin. Eine Inszenierung des Bestsellers war die Vorstellung in Mitte. Doch hinter dem Pkw steckt mehr als eine gigantische Show. Ein neues Produktionssystem, in das auch die Logistik eingebunden ist, verändert die Fertigung in den Fabriken. Audi hat bereits Erfahrung damit.

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(Bild: Volkswagen AG)

Der Golf 7-Anlauf soll das Fertigungssystem des „Modularen Querbaukastens (MQB)“ zur Reife bringen, schreibt das Fachmagazin „Automobilindustrie“. Nach dem Audi A3 ist der neue Golf das zweite Konzernmodell, das auf dem MQB basiert, heißt es.

Audi macht es vor

Die Kollegen aus Ingolstadt haben mit dem MQB bereits Erfahrungen gemacht und Heinz Peter Hollerweger, Leiter Entwicklung Gesamtfahrzeuge der Audi AG, erklärt im Vogel Business Media-Titel die Vorteile: „Das wesentliche Merkmal ist sicherlich die Variabilität für unsere Entwicklungs-Ingenieure. Der modulare Querbaukasten basiert wie bereits unser modularer Längsbaukasten, der MLB, auf einer flexiblen Fahrzeugarchitektur, die es uns ermöglicht, Modelle unterschiedlicher Segmente und Marken abzuleiten. Wir können uns Baugruppen, Komponenten und Materialien so zusammenzustellen, wie wir sie für unsere Anforderungen benötigen. Beim MQB beispielsweise setzen wir Motor, Getriebe sowie Antriebs- und Fahrwerkskomponenten vom A0- bis B-Segment übergreifend ein. Daraus ergibt sich lediglich ein einheitliches Maß von der Vorderachse bis zur Pedalerie. Variabel sind hingegen fast alle anderen Abmessungen wie Länge, Breite und Höhe, aber auch der Radstand, die Spur und die Rädergröße.“

Der Baukasten für mehr Flexibilität

Auch beim Antrieb spielt der MQB seine Stärke aus, sind die Autobauer überzeugt. „Im Motorraum ausreichend Platz für die wachsende Vielfalt an Antriebs- und Energiespeichersystemen zu schaffen, war beim MQB das zweite wesentliche Entwicklungsziel. Schlichtweg weil wir nicht mit einem Schlag vom Verbrennungsmotor auf den Gas-, Hybrid- oder Elektroantrieb umstellen werden, sondern die Antriebskonzepte eine ganze Zeitlang parallel laufen werden. In einer konventionellen Architektur bringen Sie jedoch nicht alle Energiespeicher unter. Gastanks zum Beispiel haben völlig andere Volumina als ein Benzintank und auch die Batterie für ein Elektrofahrzeug unterliegt speziellen Crashvorschriften. Mit dem Baukasten können wir nun relativ einfach mit den Radständen spielen, etwa um mit einem längeren Radstand einen großen Gastank unterzubringen.“, erklärt Hollerweger im Interview.

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