Logistikdienstleister Rakuten kaufen logistischen Alleskönner – auch für Deutschland

Redakteur: Robert Weber

Das japanische E-Commerce-Unternehmen Rakuten zählt nach eigenen Angaben zu den größten Onlinehändlern der Welt. Jetzt investieren die Asiaten in den europäischen Markt und kaufen sich einen logistischen Alleskönner aus Frankreich.

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Heimat Tokio: In der japanischen Hauptstadt steht die Firmenzentrale der Rakuten. Jetzt wollen die Asisaten in Europa wachsen und investieren in die Logistik.
Heimat Tokio: In der japanischen Hauptstadt steht die Firmenzentrale der Rakuten. Jetzt wollen die Asisaten in Europa wachsen und investieren in die Logistik.
(Bild: Morio unter CC BY-SA 3.0, http://commons.wikimedia.org)

Der Logistikdienstleister ADS soll mithelfen, dass die Rakuten auch in Europa durchstarten können. Auch ein Logistikzentrum in Deutschland ist im Gespräch. Hierzulanden fragen sich viele: Wer oder was ist ADS? Das Serviceangebot von ADS (Alpha Direct Services) klingt vielversprechend. Die Franzosen hätten ein „effektives und kosteneffizientes Logistikmodell für den E-Commerce aufgebaut, welches das Frontend der Internetseiten, Auftragsverwaltung, Lagerung, Lieferung und Kundensupport beinhalte“, heißt es in einer Pressemitteilung der Rakuten. Der Onlinehändler nutzt zukünftig ein Logistikzentrum von ADS.

Logistikzentrum auch in Deutschland

MM Logistik erfuhr aus französischen Logistikkreisen, dass ADS bis dato nicht als großer 3PL in Frankreich bekannt gewesen sei. Die Franzosen hätten mit der Distribution von Büchern ihr erstes Geld verdient und später auch Schuhe logistisch betreut, so die Quellen. In der Pressemitteilungen der Rakuten werden als Referenzen von ADS unter anderem Nestlé und L´Oréal genannt.

Die Japaner sind sicher: Mit ADS können sie auch außerhalb Frankreichs schnell wachsen. Rakuten-Händler könnten ihren Kunden damit künftig noch besseren Service bieten, denn dieser Zukauf ermöglicht es ihnen, Produkte je nach Destination am gleichen oder am auf die Bestellung folgenden Tag zu liefern, schreibt das Unternehmen.

Einstiegszeitpunkt noch offen

Gegenüber MM Logistik bestätigte ein Rakuten-Sprecher, dass auch in Deutschland ein Logistikzentrum von ADS im Gespräch sei. Wann das Unternehmen aber mit seiner Logistik nach Deutschland komme, sei noch offen.

Doch ADS scheint mehr zu sein als ein Dienstleister, denn „auch die bewährten Automatisierungsprozesse und das einzigartige Robotersystem von ADS kommen den Händlern zugute“, schreiben die Rakuten. Was sich hinter dem Robotersystem verbirgt, ist noch offen. Die Redaktion von MM Logistik wartet noch auf eine Antwort.

Erinnerungen an Amazon

Die Japaner bestätigen mit dem Kauf einen Trend im E-Commerce-Markt: Die großen Händler kaufen sich ihre Logistiklösungen nicht am Markt, sondern kaufen gleich den ganzen Anbieter. Prominentestes Beispiel war Amazon. Die Amerikaner investierten mehrere Millionen Dollar in das Kiva-System.

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