Personenverkehr Revolution auf der Kurzstrecke?

Ein Rinspeed-Konzeptfahrzeug „powered by Linde Material Handling“ wird auf dem Genfer Automobilsalon vom 7. bis zum 17. März 2013 für den ein oder anderen Hingucker sorgen. Mit an Bord und zuständig für das rein elektrische Fortkommen ist das Eco-Kit M von Linde Material Handling.

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„Micromax“ ist eine völlig neue Fahrzeugklasse mit neuartigem Stehsitzkonzept für die Kurzstrecke.
„Micromax“ ist eine völlig neue Fahrzeugklasse mit neuartigem Stehsitzkonzept für die Kurzstrecke.
(Bild: Rinspeed)

Unter dem Motto „mein, dein, unser Auto!“ präsentiert die automobile Ideenschmiede Rinspeed des Schweizers Frank M. Rinderknecht auf dem Genfer Automobilsalon 2013 „Micromax“ – eine völlig andere Fahrzeugklasse mit neuartigem Stehsitzkonzept, das im Kurzstreckenverkehr private und öffentliche Nutzung auf smarte Weise vereinen will. Das Eco-Kit M von Linde ist eine von drei vorkonfektionierten Antriebseinheiten mit 16 (S), 32 (M) und 50 (L) kW Leistung für die Elektrifizierung mobiler und stationärer Anwendungen, die das Unternehmen erstmals auf der Automechanika 2012 vorgestellt hat.

Antriebssystem optimal auf „Micromax“ abgestimmt

Herz der Antriebseinheit ist ein Asynchronmotor mit 130 Nm Drehmoment; das Gehirn eine Linc1-Steuerung, die über zwei Can-Bus-Systeme verfügt und unter anderem das Fahrpedalsignal für die Ansteuerung des Umrichters erfasst und dann in eine Leistungsanforderung umsetzt, das Batteriemanagementsystem überwacht und die Fahr- und Batterieparameter zum Fahrerdisplay überträgt.

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Über die Software ist das Antriebssystem optimal auf die Fahrzeugspezifik des „Micromax“ abgestimmt. Sämtliche Komponenten, auch Fahrrichtungsschalter und Schützentafel mit Hauptschütz, Gleichstromwandler und weitere Bauteile, die das System komplettieren, kommen auch im Elektrostapler E35 von Linde-MH zum Einsatz und sind vielfach alltagserprobt.

„Wie schnell Linde Material Handling auf unsere Anfrage reagiert hat und wie zügig die Integration des Antriebssystems ins Fahrzeug vonstattenging, hat mich sehr beeindruckt“, stellt Rindspeed-Chef Frank M. Rinderknecht rückblickend fest. „Wir haben das Teilprojekt Antrieb in fünf Wochen gemeinsam auf die Beine gestellt, was mich darin bestätigt, dass Linde-MH für uns von Anfang an der präferierte Partner dafür war.“

Linde-MH gründet neuen Geschäftsbereich

Autovisionär Rinderknecht wurde beim Besuch der Automechanika auf die Aktivitäten und Produkte von Linde Material Handling im Bereich Elektromobilität aufmerksam, die das Unternehmen seit 2010 unter dem Label E-Motion anbietet und vermarktet. Ausführende Instanz ist dabei der Bereich Electronic Systems & Drives (ES&D) bei Linde Material Handling, der mittlerweile einen Teil des neugegründeten Geschäftsbereichs New Business & Products darstellt.

„Unter E-Motion bündeln wir die gesammelte Erfahrung aus vier Jahrzehnten Entwicklung von elektrischen Antriebssystemen für Flurförderzeuge, die erwiesene Systemkompetenz von ES&D sowie unsere bewährten Staplerkomponenten aus der Serienproduktion und stellen dieses Paket neuen Kundengruppen als Systemlösung für verschiedenste Anwendungen zur Verfügung“, so beschreibt Theodor Maurer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Linde Material Handling, die Logik des neuen Angebots.

Maik Manthey, Leiter des Geschäftsbereichs New Business & Products, ergänzt: „Unser Beitrag zu diesem neuen Mobilitätskonzept ,Micromax‘ ist ein schönes Beispiel für die Leistungsfähigkeit von ES&D und zeigt einmal mehr, dass effiziente, hochleistungsfähige und gleichzeitig kostengünstige elektrische Antriebssysteme keine Zukunftsvision mehr sind.“

Alle wesentlichen Komponenten kommen vom Elektrostapler

Einigen kommerziellen Erfolg hat Linde Material Handling bereits mit den elektrischen Zweiwege-Rangiergeräten Rotrac E2 und E4 realisiert, die in Zusammenarbeit mit dem Rosenheimer Zweiwege-Spezialisten Zwiehoff entstanden und mittlerweile in Verladebahnhöfen und Instandhaltungswerken von Paderborn bis Kasachstan im Einsatz sind. Hier ist auch das auf dem Fiat 500 basierende Elektroauto New 500 E des Herstellers Karabag in Hamburg zu nennen, dessen Vollkosten im Monat über 50 Euro niedriger liegen, als beim Serienfahrzeug mit Benzinmotor.

Vielversprechendes Marktpotenzial zeige aber beispielsweise auch ein neues, kompaktes Kommunalfahrzeug, das Linde-MH unter anderem auf der Mobilitec 2013 in Hannover vorstellen wird. Bei allen genannten Beispielen sind die wesentlichen Bauteile des Antriebssystems aus der Serienfertigung der Linde-Elektrostapler entnommen.

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