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Transportpreise Rezession am Logistikmarkt abgesagt?

| Redakteur: Robert Weber

Erstmal aufatmen: Die Einkäufer logistischer Dienstleistungen (Verlader) erwarten 2012 zwar weniger Wachstum, schließen eine Rezession aber aus. Das ist wohl das wichtigste Ergebnis der Logistikumfrage des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME). Die Umfrage ist eine Momentaufnahme. Italien-Krise und Griechenland-Posse sind nicht inkludiert.

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Müssen wohl mehr transportieren: Die KEP-Dienste dürfen mit Zuwachs rechnen, sind sich die Befragten sicher. Bild: DPD
Müssen wohl mehr transportieren: Die KEP-Dienste dürfen mit Zuwachs rechnen, sind sich die Befragten sicher. Bild: DPD
( Archiv: Vogel Business Media )

Der Güterverkehr wird 2012 mindestens das gleiche Transportaufkommen wie 2011 erreichen, schreiben die Autoren um Prof. Dr. Paul Wittenbrink von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg aus Lörrach. Er und seine Mitstreiter befragten 189 Verlader und Dienstleister aus Industrie und Handel. In einigen Segmenten rechnen die Befragten sogar mit einer Zunahme des Transportaufkommens.

Profiteur davon: Die KEP-Dienste. Denn mehr als die Hälfte aller Studienteilnehmer sind der Meinung, dass in diesem Segment das Aufkommen steigen wird. „Damit setzt sich der langjährige Trend zu kleineren Sendungsgrößen weiter fort“, erklärt BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Holger Hildebrandt.

Spannende Preisverhandlungen in 2012

Was die Einkäufer aufschrecken könnte, sind die steigenden Transportpreise bei weitgehend gleichbleibendem Laderaum. Einige rechnen sogar mit abnehmendem Laderaum. Rund 30% kalkuliere eine Verringerung der Laderaumverfügbarkeit ein. Bei Stückgut sind es 17%. Mit mehr Platz rechnen nur 14%. Laut Umfrage erwarten 2012 fast zwei Drittel der Verlader für den gesamten Transportmarkt Preissteigerungen. Dabei rechnen erwartungsgemäß die Dienstleister eher mit anziehenden Preisen als die Verlader.

Beispiel Ladungsverkehre: Hier prognostizieren 57% der Dienstleister, aber nur 46% der Verlader steigende Preise. Ein ähnliches Umfrageverhalten besteht bei den Spotmarktpreisen (47 zu 34%) und den KEP-Diensten (44 zu 37%). Diese Zahlen dürfen jedoch nicht davon ablenken, dass insgesamt rund 40% der Firmen für 2012 unveränderte oder sogar sinkende Transportpreise vorhersagen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass über die Hälfte der Verlader bereit ist, zukünftig längerfristige Verträge mit ihren Dienstleistern abzuschließen. Die Preisverhandlungen für das Jahr 2012 bleiben also spannend.

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