Oliver Wyman

Rezessionsagenda stabilisiert Umsatz und sichert Finanzierung

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Viele Unternehmen haben noch volle Kassen

Dennoch sei es unangebracht, die Situation nur schwarzzumalen, meint Berater Jäde. Vieles spreche dafür, dass das Gros der Unternehmen relativ gut durch die Krise kommen werde. Denn nach mehreren Jahren des Wachstums haben viele noch volle Kassen. Zudem sind viele Unternehmen sind flexibler geworden und haben Steuerungsinstrumente entwickelt, um eine Reihe von Maßnahmen rechtzeitig einleiten zu können.

Aus diesem Grund sei die Investitionsgüterindustrie insgesamt von der Rezession nicht so schnell betroffen wie konsumnähere Bereiche, etwa die Automobilwirtschaft. Jäde erwartet eine weniger schlimme Krise als derzeit prognostiziert: „Das Jahr 2009 wird eher ein Jahr der Konsolidierung und Restrukturierung. Bereits 2010 ist eine Trendwende möglich.“

Unternehmen in Schwellenländern gibt es jetzt zu Schnäppchenpreisen

Dafür sprechen nach Meinung der Oliver-Wyman-Berater mehrere Gründe. Zu den positiven Aspekten, die der Branche helfen, zählen erheblich gesunkene Preise für Rohstoffe. Beim Ölpreis etwa verzeichnet die Industrie Rückgänge um 60%, beim Aluminium um 30%. Darüber hinaus steigen die Chancen für Akquisitionen.

So sind die Bewertungen von Unternehmen in Schwellenländern um rund zwei Drittel gesunken. Ihre Bewertung entspricht in etwa dem Preis von Unternehmen in gesättigten Märkten – trotz weitaus höherer Wachstumsmöglichkeiten. Auch in den etablierten Märkten ergeben sich neue Chancen für Zukäufe. So sind Unternehmen, die aufgrund einer Finanzierungskrise zum Verkauf stehen, teilweise für die Hälfte des normalen Werts zu erwerben.

Der Abschluss in der Metallindustrie ist mit rund 4% deutlich geringer ausgefallen als erwartet. Dies entlastet die Kostenseite ebenfalls. Überdies gibt es einzelne Branchensegmente mit langen Auftragszyklen (Anlagenbau, Spezialmaschinen), die derzeit vom Abschwung kaum betroffen sind. Außerdem dürften die Unternehmen von Infrastrukturmaßnahmen profitieren, wie sie in staatlichen Konjunkturprogrammen vorgesehen sind.

Firmen mit hoher Bonität in stabilen Märkten erhalten weiterhin sehr gute Konditionen bei Krediten. Wenn finanzschwächere ausländische Unternehmen ins Schlingern geraten, können sich für die starken Player der deutschen Investitionsgüterindustrie zusätzliche Marktanteilsgewinne ergeben. Wer jetzt in der Lage sei, in die Entwicklung neuer Produkte und Standorte sowie in interessante Zukäufe zu investieren, verschaffe sich einen erheblichen Wettbewerbsvorteil im nächsten Aufschwung, meinen die Berater von Oliver Wyman.

Vier Hebel für die Rezessionsagenda

Zu den absehbaren Gewinnern der Krise zählt Berater Jäde in Deutschland rund 20% der Unternehmen der Branche. Diese Unternehmen seien Marktführer, besitzen eine starke Technologieposition und haben eine gute Eigenkapitalausstattung. „Im internationalen Vergleich verfügt Deutschland über viele derart exzellent aufgestellte Firmen“, bekräftigt Jäde. „Deshalb ist es sehr wahrscheinlich, dass die deutsche Investitionsgüterindustrie als Ganzes gestärkt aus der Krise hervorgehen wird.“ Dafür müssen jetzt allerdings die Weichen gestellt werden und die Unternehmen das Richtige tun.

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