Kontraktlogistik Risikomanagement in der Kontraktlogistik

Autor / Redakteur: Eckhard Boecker / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Kontraktlogistiker müssen ihren Kunden aus Industrie, Handel und Logistik eine Menge an Sicherheitsanforderungen erfüllen, wollen sie die Ausschreibung für den Kontrakt gewinnen. Und auch an ausreichenden Versicherungsschutz im Schadensfall ist zu denken.

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Zu- und Abfahrt am Firmengelände sollten so weit gesichert sein, dass kein Lkw unkontrolliert passieren kann.
Zu- und Abfahrt am Firmengelände sollten so weit gesichert sein, dass kein Lkw unkontrolliert passieren kann.
(Bild: TSL)

Tatsache ist, dass Textilien zu den begehrten Diebesgütern gehören, weil sie leicht absetzbare Waren sind. Deshalb ist der Lagerkontraktlogistiker gut beraten, seinen Kunden eine professionelle Standortsicherheit zu bieten, die keine Sicherheitslücken offenbart. Diese Anforderungen sind dem Kontraktlogistiker TSL aus Norderstedt bei Hamburg nicht fremd, im Gegenteil. Kein Lkw kann unkontrolliert auf das TSL-Firmengelände gelangen. Ein Wachdienst sorgt für eine kontrollierte Zu- und Abfahrt auf das Gelände. Das voll eingezäunte Areal ist nach Dienstschluss verschlossen und das Lager ist zusätzlich mit einer Einbruchmeldeanlage gesichert und auf ein lokales Sicherheitsunternehmen aufgeschaltet, das ebenfalls zertifiziert ist.

So ist sichergestellt, dass bei Auslösen eines Alarms das Sicherheitspersonal innerhalb kürzester Zeit reagiert. Dies bedeutet, dass die Mitarbeiter des beauftragten Sicherheitsunternehmens sowie die zuständige Polizei schnell an Ort und Stelle eintreffen können. Die Brandmeldeanlage ist mit der lokalen Feuerwehr in Norderstedt verbunden.

Ist Versicherungsschutz ausreichend?

Ein weiterer Schlüsselfaktor zum Erfolg ist, dass es in der Kontraktlogistik keine Sicherheitsprobleme geben sollte, die ansonsten zu großen finanziellen Schäden führen könnten. Denn Tatsache ist, dass in die TSL-Läger nur zuvor autorisierte Personen Zuritt bekommen, was bei TSL über eine elektronische Zutrittskontrolle sichergestellt ist. Ein weiteres Plus aus Sicht der Kontraktlogistikkunden ist, dass außerhalb der Geschäftszeiten nur autorisierte Manager das Firmengelände betreten können.

Jeder Einkäufer aus Industrie, Handel und Logistik weiß, dass Fehler innerhalb der Lieferkette passieren können, die zu signifikant hohen Schäden führen. Bei Eintritt eines Schadensfalls ist es deshalb von großer Bedeutung, dass ausreichender Versicherungsschutz besteht, um im Schadensfall abgesichert zu sein. Der Beschaffer sollte nicht nur vertraglich regeln, dass der Kontraktlogistiker eine Verkehrshaftungs- und Betriebshaftpflicht-Versicherungspolice hat, sondern er sollte auch die Deckungssummen regeln. Denn entscheidend ist, dass nicht nur die geforderten Policen beim Kontraktlogistiker vorhanden sind, sondern dass er auskömmlich im Schadensfall versichert ist.

Wie hoch die Deckungssummen sein sollten, kann nur anhand des Einzelfalles definiert werden. Denn jedes Kontraktlogistikgeschäft hat, versicherungstechnisch betrachtet, unterschiedliche Anforderungen. Jedem Auftraggeber aus Industrie, Handel und Logistik ist jedoch zu empfehlen, sich ein Mal im Jahr von seinem Kontraktlogistiker eine Versicherungsbestätigung vorlegen zu lassen, was Teil des Compliance-Programms vieler Großunternehmen geworden ist. Ratsam ist es aus Sicht des Frachten- und Lagerplatzeinkäufers, wenn er für seine Waren eine Transport- und Lagerversicherung abschließt, was in der Praxis keine allumfassende Selbstverständlichkeit ist, im Gegenteil. Immer noch werden täglich hochwertige Waren über die Weltmeere transportiert, ohne dass zuvor eine Transportversicherung eingekauft wurde. Dies gilt oft auch für das Lagergeschäft.

Reibungslose Geschäftsübertragung

Es kommt auch in der Kontraktlogistik vor, dass eine geschäftliche Ehe beendet werden muss, weil das Tischtuch zerschnitten ist. In einem solchen Fall ist es für den Logistikeinkäufer wichtig, dass er sicherstellt, dass die Geschäftsübertragung auf den neuen Kontraktlogistiker so reibungslos wie möglich erfolgt. Dieses Unterfangen ist in der praktischen Umsetzung keine Selbstverständlichkeit. Wenn es ums reine Transportgeschäft geht, ist eine Umstellung oft reibungsloser möglich als bei einem Kontraktlogistikgeschäft, das die Lagerhaltung sowie logistische Zusatzleistungen beinhaltet. Praktische Erfahrungen zeigen, dass gerade bei großen Kontraktlogistikgeschäften viele Probleme auftreten können.

Nur autorisierte Personal bekommt Zutritt zu den TSL-Lägern – die Kontraktlogistik hat keine Sicherheitsprobleme.
Nur autorisierte Personal bekommt Zutritt zu den TSL-Lägern – die Kontraktlogistik hat keine Sicherheitsprobleme.
(Bild: TSL)

Eine Ursache dafür kann sein, dass der neue Kontraktlogistiker technisch noch nicht so weit ausgestattet ist, um die vereinbarte Leistung gegenüber dem Einkäufer abzuliefern. Eine weitere Ursache liegt darin, dass das Lagerpersonal beim neuen Kontraktlogistiker noch nicht ausreichend genug mit den Feinheiten des Neugeschäftes vertraut ist. Deshalb ist das Personal, wenn der Kontraktlogistiker Neugeschäft implementiert, mit Unterstützung des Neukunden zu schulen.

Aus Risikosicht gilt es, die ordentliche Kündigungsfrist nicht zu kurz zu fassen, weil zum Beispiel ein Kontraktlogistikgeschäft über 8000 Palettenstellplätze nicht über Nacht geräumt werden kann. Zudem will der Einkäufer die Transaktionskosten so gering wie möglich halten und weder doppelte Frachten noch zusätzliche Umschlagskosten für die Umlagerung zum Standort des Nachfolge-Kontraktlogistikers stemmen.

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Empfehlenswerte Maßnahmen

Bereits zu Beginn einer geschäftlichen Ehe sollte der Einkäufer von Kontraktlogistikleistungen ans Ende einer Geschäftsbeziehung denken, was auf den ersten Blick negativ klingt. Jedoch geht es letztlich darum, einen möglichst reibungslosen Übergang zum Nachfolgedienstleister zu schaffen, wenn der Beschaffer die bestehende Geschäftsbeziehung beispielsweise aus Qualitätsgründen vorzeitig beendet. Folgende vertragliche Maßnahmen sind dem Einkäufer zu empfehlen:

  • 1. Vertraglich regeln, dass der bestehende Kontraktlogistiker alle notwendigen Ressourcen zur Verfügung stellt, damit möglichst nur wenige Reibungsverluste bei der Geschäftsübertragung auf den neuen Service Provider eintreten.
  • 2. Vertraglich regeln, dass der Kontraktlogistikkunde weiterhin alle notwendigen Informationen und Dokumente in Kopie bekommt und die Daten mittels IT-Übertragung erhält, die der Kunde und sein neuer Dienstleister benötigen.
  • 3. Vertraglich regeln, dass die vorstehenden Pflichten mit festen Abgabeterminen gekoppelt werden, um weitere Handlungen planen zu können.
  • 4. Vertraglich regeln, dass eine genügende Anzahl von qualifizierten Mitarbeitern des bestehenden Kontraktlogistikers dem Logistikeinkäufer zur Verfügung steht, um die Übertragung der bestehenden Lagerbestände auf den neuen Dienstleister professionell sicherzustellen. ■

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