Suchen

Robotik Roboter bringt Hotdog-Brötchen in Reih und Glied zum Verpacken

| Autor / Redakteur: Mario Krämer und Bernhard Foitzik / Rüdiger Kroh

Aus 12 t Teig werden pro Stunde 100.000 Hotdog-Brötchen hergestellt. Die Handhabung zwischen Backen und Verpacken übernimmt ein Roboter. Für ihn werden die Brötchen griffgerecht aufgereiht, ehe der Roboter sie auf Förderbändern absetzt, die sie zur Verpackungsmaschine bringen.

Firmen zum Thema

Vier einzelne Bänder sind erforderlich, um den „Strom“ der Brötchen zu den Verpackungs- maschinen zu bringen. (Bild: ASA)
Vier einzelne Bänder sind erforderlich, um den „Strom“ der Brötchen zu den Verpackungs- maschinen zu bringen. (Bild: ASA)

Normalerweise sind 100.000 Brötchen pro Stunde kein Fall für eine flexible Automation. Doch den Kunden überzeugte die von ASA Automatisierungs- und Fördersysteme vorgeschlagene Lösung. Statt aufwendiger Mechanik übernehmen Roboter die Handhabung zwischen Backen und Verpacken der Hotdog-Brötchen in vier Produktionslinien.

Traditionell hätte die Konstruktionsabteilung die Anlage zum Verpacken von Hotdog-Brötchen mit Kipp- und Rückzugsbändern entwickelt. Aber dann fiel der Satz, der viel Konstruktionsaufwand und Peripherie sparen sollte: „Es muss doch auch einfacher gehen.“ Laut Aufgabenstellung des Kunden sollten aus 12 t Teig pro Stunde Hotdog-Brötchen hergestellt werden. Solche Massen sind nur mit einer rund um die Uhr laufenden Anlage zu bewältigen. Aufsummiert sollen auf der Anlage rund 300 t Teig am Tag verarbeitet werden. Für die Logistik heißt das, dass fast 100 Lkw pro Tag die Hotdog-Brötchen abholen.

Bildergalerie

Verteilung der 100.000 Brötchen auf vier identische Anlagen

Das ASA-Engineering war gefragt: Wie soll die Anlage aussehen? Wie sollen die Brötchen verpackt werden? Wie viele Varianten soll es geben? Immerhin sind die Brötchen schon vorgebacken, wenn sie in den Arbeitsbereich der Anlage kommen. Eine grundlegende Frage war schnell gelöst. Die Masse von 100.000 Brötchen pro Stunde wird auf vier mehr oder weniger identische Anlagen verteilt, die je 25.000 Brötchen pro Stunde bewältigen.

Für den Kunden passte es gut ins Bild, dass ASA Referenzanlagen in der Schokoladenindustrie nennen und eine auf den Kunden zugeschnittene Simulation im Vorfeld zeigen konnte. Nur: Schokoladentafeln sind flach, haben immer die gleiche Form und fallen vor allem beim Transport nicht um. Nicht so die Hotdog-Brötchen. Weil sie rund und leicht sind, drehen oder überschlagen sie sich leicht. Jedenfalls liegen sie nie eindeutig definiert auf dem Förderband, wie es der Roboter gerne hätte. Etwa 200 mm sind die Brötchen lang bei einer Masse von durchschnittlich 120 g.

Brötchen werden über flexible Scharnierbänder direkt der Einzepverpackung zugeführt

Übernommen werden die Brötchen von 1,2 m × 1,2 m großen Backblechen. Darauf werden in fünf Reihen je 16 Brötchen gebacken. Konventionell hätte man die Brötchen vom Backblech geschoben, mit mehr oder weniger aufwendigen mechanischen Vorrichtungen geordnet und dann zur Verpackungsmaschine hin vereinzelt. Solche, meist formatabhängigen Vorrichtungen sind nicht ganz einfach einzustellen und erfordern sehr viel Fingerspitzengefühl bei einer eventuellen Formatumstellung.

Vor der Roboterstation werden die Brötchen an einer Art Ausrichtschwert griffgerecht aufgereiht. Dann nimmt der Roboter die Reihe Brötchen und setzt sie auf den Förderbändern in Richtung Flowpack-Maschine ab. Dabei werden die Brötchen so positioniert, dass sie über flexible Scharnierbandbänder direkt der Einzelverpackung zugeführt werden.

(ID:32817170)