Robotik

Roboter bringt Hotdog-Brötchen in Reih und Glied zum Verpacken

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Die Entscheidung für einen Roboter war deshalb schnell getroffen. In der gewählten Kombination Roboter mit Fördertechnik ist das Konzept der Anlage bei ähnlichen Stückzahlen und vergleichbaren Eigenschaften durchaus auf andere Produkte übertragbar. Lediglich der 16-fach-Greifer ist produktspezifisch, denn selbst die nur 120 g schweren Brötchen neigen dazu, beim Schwenken des Roboters mit nahezu Maximalgeschwindigkeit der Fliehkraft zu gehorchen.

Bewusst setzt man bei ASA auf eine hohe Fertigungstiefe. Zum einen sind dann die Wege bei Änderungen kurz, zum anderen stimmt die Qualität. Die ganze Anlage wurde nahezu ohne Zukaufteile von ASA gebaut. Standardkomponenten wie Roboter, Steuerungsbausteine oder Förderantriebe zählen dabei zur „Konfektionsware“, die mit der Erfahrung aus vielen Anlagen beschafft wird. Dazu gehört auch das hauseigene Scharnierbandkettensystem der Baureihe Carryline. Auch den Steuerungsbau samt Programmierung und Visualisierung macht das Unternehmen selbst. Schaltschränke stammen ebenfalls aus der eigenen Fertigung.

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Auf Sockel montierter Roboter vergrößert die Reichweite

Eine zentrale SPS steuert die Anlage. Die Robotersteuerung arbeitet untergeordnet. Bei der Auswahl des Fanuc-Roboters M-20iA waren Reichweite und Geschwindigkeit die bestimmenden Kriterien. In der Variante mit langem Arm hat der Roboter eine Reichweite von 2010 mm. Zunächst sollte eine klassische Pick-&-Place-Zelle mit hängendem Roboter gebaut werden.

Bei der Hotdog-Anlage hat sich im Engineering jedoch ergeben, dass man die Reichweite vergrößern kann, indem der Roboter auf einen Sockel montiert wird. Zudem wird in der gewählten Konfiguration die Geschwindigkeit besser ausgenutzt. Solche Limits werden im Engineering immer wieder durch den Einsatz der Simulationstechnik ausgelotet.

Weil die vier Hotdog-Anlagen nach Afrika gehen, hat die Zuverlässigkeit besondere Priorität. Das gilt auch für die in der Anlage steckende Sensorik. Positionen werden über einfache Sensoren abgefragt. Auf Kamera und Linetracking wurde verzichtet. Funktionen des Roboters lassen sich per Fernwartung überwachen und pflegen.

Auch Transportbänder mit Reißverschluss vereinfachen Instandhaltung

Ein weiteres Beispiel für eine Vereinfachung der Instandhaltung bei geringem Mehraufwand sind die Transportbänder mit Reißverschluss. Dabei wird dem Betreiber ein Wechsel sehr erleichtert: Alter Gurt auf, neuer Gurt drauf, fertig. Ein Zerlegen der Mechanik ist nicht nötig. Nur Antriebs- und Umlenkrollen müssen eingestellt werden, damit der Gurt in der Spur läuft.

* Mario Krämer ist Geschäftsführer der ASA Automatisierungs- und Fördersysteme GmbH, 63533 Mainhausen. Bernhard Foitzik ist Fachjournalist in 67434 Neustadt

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