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Logistikhandling Rubin is back - Google baut Roboter

| Redakteur: Robert Weber

Er arbeitete bei Zeiss, bei Apple und gilt als Vater des Android-Systems. Andy Rubin will mit Google noch weiter. Die Amerikaner sollen einen Roboter planen. Die Elektronikproduktion und die Logistik rücken in den Fokus des Internetgiganten.

Woran basteln die Google-Jungs und Mädels? Ein Roboter soll kommen.
Woran basteln die Google-Jungs und Mädels? Ein Roboter soll kommen.
(Bild: Google)

Die deutsche Ausgabe der Huffington Post berichtet, dass der Entwickler an einen Zeitraum von zehn Jahren denkt, bis die Roboter von Google im Einsatz sind. Anwendungsfälle sieht Rubin in der Elektronikindustrie bei der Fertigung und in der Lagerwirtschaft. Auch Amazon hat die Logistik für sich entdeckt und kaufte den Roboter-Anbieter Kiva Systems. Deutschlands Antwort kam vor wenigen Wochen von Grenzebach, die ebenfalls einen Lagerroboter entwickelt haben. Google hat in der jüngsten Vergangenheit zahlreiche kleine Unternehmen im Robotikmarkt gekauft. Die Onlineplattform berichtet von der Firma Schaft, die einen humanoiden Roboter entwickeln, das Unternehmen Industrial Perception, das Sicht-Systeme konstruiert sowie mechanische Beine und Arme für das Entladen von Lkw, so die Post. Darüber kaufte das Unternehmen Meka und Redwood Robotics. Dazu kommt noch Holomni, Räderbauer und Bot & Dolly für die Roboter-Kameratechnik. Über Geld, so die Huffington Post, will Rubin nicht sprechen.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Google in die Logistikwelt wagt.Abgesehen davon, dass die strikte Trennung von B2C und B2B in Zeiten von Social Media und weltweiter Verknüpfung sowieso angezweifelt werden darf, entwickeln die Google-Programmierer ein Tracking/Telematik-System für die Sicherung, Überwachung und Verfolgung von Frachtschiffen und Containern. Das berichtet die amerikanische Supply Chain Plattform EBN auf ihrer Website. Branchenkenner bestätigten gegenüber MM Logistik, dass die Nachfrage nach Transport-Management-Systemen (TMS) in der Industrie in den zurückliegenden Monaten stark gestiegen sei und viele große Unternehmen Geld für Investitionen freigeben würden, da sie Defizite in diesem Teil der Wertschöpfungskette ausgemacht hätten.

Google will mit seiner Lösung, die von den US-Behörden Ende 2012 mit einem Patent geadelt wurde, über eine Zweiwegekommunikation mit elektronischem Riegel, Netzwerk-Gateway, einer webbasierten Plattform und mobilen Geräten die Effizienz und Sicherheit in der Supply Chain verbessern. Dabei sollen die elektronischen Riegel die bisherigen Plomben in den Containern ergänzen und in Echtzeit eine End-to-End-Überwachung über eine Reihe von Gateways ermöglichen.

Die Informationen überträgt die Software in eine Cloud-Applikation, auf die weltweit zugegriffen werden kann. Über eine Verknüpfung des Programms mit der Google-Maps-Anwendung lässt sich der Standort des Containers online im Webbrowser visualisieren.

Doch Googles neue elektronische Plombe für mehr Sicherheit in den Prozessen ist möglicherweise nicht nur ein Angebot an die Kunden des Konzerns, sondern verfolgt nach Ansicht von Experten auch einen anderen Ansatz. Google vertreibt selber Hardwaredevices und kennt die Herausforderung in den Wertschöpfungsketten der Elektronikindustrie. Vom Versender bis zum Händler könnte Google die gesamte Kette über Google Maps visualisieren und damit absichern.

Der nächste Schritt wäre dann, die elektronische Plombe in Smartphones oder Tablet-PC einzubauen, um in den Anwendungen die Sicherheit zu erhöhen, spekuliert die US-Bloggerin Laurie Sullivan. Dazu käme, wenn Google eine Programmierschnittstelle öffnete, dass Entwickler eigene Apps für den Versand und die Logistik von ihren Produkten auf Grundlage der Google-Lösung schreiben könnten, heißt es. Damit wäre Google entgültig im B2B-Markt angekommen.

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