Gabelstapler Saubere Dieselstapler arbeiten im Getränkegroßhandel

Autor / Redakteur: Reinhard Irrgang / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Bei Getränke Lebiger in Köln laufen täglich sechs Dieselstapler und 13 auch als Mitnahmegeräte verwendete Geh-Niederhubwagen. Effizient be- und entladen sie die Distributions-Lkw und sind in sämtlichen Warenein- und -ausgangsprozessen eingebunden. Zudem übernehmen die Geräte vielfältige Umlagerungs- und Kommissionieraufgaben.

Firmen zum Thema

Startbereit: Blick auf einige Lkw der neuen Auslieferflotte von Getränke Lebiger, Köln. Bild: Irrgang/Still
Startbereit: Blick auf einige Lkw der neuen Auslieferflotte von Getränke Lebiger, Köln. Bild: Irrgang/Still
( Archiv: Vogel Business Media )

Gerade bei diesem umfangreichen Einsatzspektrum stellen die Dieselstapler noch höhere Leistungsreserven als die vormals eingesetzten Treibgasstapler bereit. Wie Still angibt, sind die Stapler zudem noch günstiger im Unterhalt.

Die Getränke Lebiger GmbH, das 1966 gegründete Familienunternehmen, in dem auch die beiden Töchter des Firmengründers aktiv sind, erwirtschaftet mit derzeit 35 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 15 Mio. Euro und beliefert das Stadtgebiet sowie den Großraum Köln im Umkreis von 80 km mit den unterschiedlichsten Biersorten und alkoholfreien Erfrischungsgetränken.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 9 Bildern

Mehr als 2000 Getränkesorten für den Großraum Köln und das Umland

Die derzeit mehr als 2000 unterschiedlichen Getränkesorten – das Verhältnis Bier zu alkoholfreien Getränken liegt bei etwa 40 : 60 – werden in der neuen freitragenden Halle mit 3000 m2 Grundfläche (100 m lang, 30 m breit, 7,5 m hoch) vorgehalten und kommissioniert. Die Halle ist „säulenfrei“, wie Lebiger betont, „denn Säulen ziehen Gabelstapler magisch an, und diese potenziellen Schäden wollten wir von vornherein vermeiden.“

Hinzu kommen 1000 m2 angemietete Hallenfläche. Das Freigelände der insgesamt 11 000 m2 Unternehmensfläche dient als Be- und Entladeareal für die eigenen Distributions-Lkw.

Ausliefervolumen von 800 bis 1000 Paletten pro Tag

Das Credo des leidenschaftlichen Unternehmers Dieter Lebiger: „Wir legen höchsten Wert auf exzellenten und persönlichen Service für unsere Kunden. Daher muss auch unser Fuhrpark aus Lkw und Staplern stets einwandfrei und reibungslos funktionieren, denn Ausfälle können wir uns nicht erlauben“, zumal pro Tag 800 bis 1000 Getränke-Paletten ausgeliefert werden.

Vor der „Still-Ära“ hatte Lebiger jedoch keineswegs nur positive Erfahrungen mit seinen Flurförderzeugen gesammelt. So war er mit den Vorgänger-Geräten „nach zwei Jahren wegen der häufigen Reparaturanfälligkeit und des schlechten Service total unzufrieden“, betont er: „Die Dinger standen sehr oft in der Werkstatt, und dann mussten wir auch noch auf Ersatzteile warten, weil diese nicht rechtzeitig zur Verfügung standen. Dabei ist es für unser Geschäft absolut wichtig, dass die Stapler permanent laufen und stets einsatzbereit sind“.

„Die Chemie muss stimmen“: Service und intensive persönliche Beratung erwünscht

„Zudem ist es für uns als inhabergeführtes Familienunternehmen wichtig, dass die Chemie zum Staplerhersteller stimmt“, wie Dieter Lebiger weiter betont. So wolle er „einen Berater und keinen Verkäufer, der mir mal schnell einen Stapler andrehen will. Ich brauche den permanenten Dialog, denn es gibt immer wieder neue spezifische Anforderungen oder Fragen, die rasch zu klären sind.“ Lebiger sagt: „Und all das muss fachlich wie menschlich passen — so wie das bei meinem jetzigen Ansprechpartner für Materialflussthemen bei Still und mir passt.“

Geh-Niederhubwagen werden auch als Mitnehmstapler eingesetzt

Thomas Reisch, Gebietsverkaufsleiter der Still-Niederlassung Krefeld, betreute den Austausch des kompletten Stapler-Fuhrparks. Er besteht nun aus fünf Dieselstaplern der Reihe RX 70 mit je 3 t Nutzlast sowie einem RX 70 mit 1,6 t. Des weiteren orderte Lebiger elf mit Lastschutzgitter ausgestattete Geh-Niederhubwagen des Modells EXU mit 1,6 t Nutzlast, die auch auf den Lkw als Mitnehmstapler eingesetzt werden, sowie zwei Hochhubwagen EGV 16.

Test der Stapler durch die Fahrer

Die Geräte sind auf 60 Monate geleast, inklusive Full-Service-Vertrag. „So sind die Staplerkosten wirtschaftlich kalkulierbar“, betont Lebiger. „Ich weiß, wie bei meinen Lkw, was mein Fuhrpark exakt pro Monat kostet, und zudem kann ich die Geräte nach fünf Jahren Einsatz gegen die dann neuesten Modelle eintauschen.“

Stapler vor Vertragsabschluss intensiv getestet

Bevor es allerdings zum Vertragsabschluss kam, haben die Staplerfahrer des Unternehmens die Geräte 14 Tage getestet – auch das versteht Dieter Lebiger unter Service und unter guter Chemie mit „seinem Stapler-Partner“.

Denn, so ein weiteres Credo des Unternehmers, die Fahrer müssen sich wohl fühlen bei ihrer Arbeit. Und diese Philosophie beinhaltet nicht nur die neuen Fahrzeuge der Distributions-Lkw-Flotte, die mit allen erdenklichen Extras ausgestattet sind, sondern auch die Flurförderzeuge. Lebiger: „Unsere Leute müssen ihr O.K. geben, das gilt für die Lkw und die Stapler gleichermaßen.“

Vollausstattung und Sicherheit

So verfügen die RX 70-Geräte über eine beheizbare Fahrerhauskabine mit optimaler Rundumsicht. Die Fahrer agieren von höhen- und gewichtsverstellbaren Sitzen einschließlich Sitzheizung und verstellbaren Kopfstützen aus: Denn ausgeliefert wird das ganze Jahr, auch bei Eis und Schnee.

Die niedrige Trittstufe erleichtert den Fahrern die Arbeit, denn sie steigen vielfach auf und ab, etwa um Kundenpaletten versandfertig zusammenzustellen. Daher wurden bewusst keine spezifisch für die Getränkeindustrie konzipierten Stapler mit hohem Fahrerplatz gewählt, sondern die „normalen“ Geräte der RX 70-Reihe, nur eben mit anwendungsfreundlicher Komplettausstattung für die Mitarbeiter, welche die Wendigkeit, Handlichkeit und Zuverlässigkeit der Geräte sehr schätzen, wie Dieter Lebiger weiß.

Und da die Staplerfahrer an die Steuerung per Hebel gewohnt waren und diese sich im täglichen Einsatz über Jahre bewährt hatte, sind die fünf großen RX 70er mit einer Vier-Hebel-Bedienung ausgestattet.

Optische und akustische Signale bei Rückwärtsfahrten erhöhen zusätzlich die Sicherheit bei allen Transport- und Umschlagsarbeiten in der Halle wie auf dem Freigelände, da die Fahrer gerade im zeitkritischen Verladebetrieb häufig und schnell auf engstem Raum rangieren.

Die Stapler sind in allen In-door- und Out-door-Arbeitsprozessen integriert

Dieter Lebiger hat sich für den Dieselantrieb entschieden, da „die neue Generation der Stapler-Dieselmotoren von Still wegen der Reinigung durch Filter absolut keinen Dreck mehr auswirft.“ Für den Einsatz der Dieselstapler spricht auch der gute Luftaustausch in der Halle, da die Getränkelagerhalle sehr gut belüftet ist und die Hallentore bei dem sehr regen Betrieb meistens geöffnet sind.

Ein gewichtiges Argument pro Dieselgeräte ist für Lebiger der geringere Treibstoffverbrauch und die damit gegenüber Treibgasstaplern spürbar reduzierten Betriebskosten: „Die Stapler fahren zwei bis drei Tage mit einer Tankfüllung“, betont Dieter Lebiger, und sie können zudem rasch und zeitsparend aus der betriebseigenen Dieselzapfsäule betankt werden.

Dieselstaplerbetrieb spart wertvolle Arbeits- und Lagerflächen

Und neben dem bei Treibgasstaplern erforderlichen und stets Arbeits- und Einsatzzeit kostenden Flaschenwechsel spart der Dieselstaplerbetrieb wertvolle Arbeits- und Lagerflächen, da keinerlei Treibgasflaschen vorgehalten werden müssen.

Weitere Einsparungen ergeben sich durch eine Neuheit: Wenn die Stapler nicht im Fahreinsatz sind, was ja bei Kommissioniereinsätzen der Fahrer in der Getränkelagerhalle jeden Tag vorkommt, stellen sich die Motoren zwei Minuten nach Verlassen des Staplers automatisch ab.

Des weiteren schätzt Dieter Lebiger die Power der neuen Geräte. Mit den bis zu 21 km/ h schnellen Fahrzeugen stimmt die Umschlagleistung in der Halle und im Außengelände. Der Treibgasantrieb der vormals eingesetzten Stapler hatte ihm für sein umfassendes Anforderungsprofil zu wenig Kraftreserven geboten. Zumal die Flurförderzeuge „permanent“, und das bedeutet insgesamt bis zu 10 h pro Tag, „in unsere Arbeitsprozesse integriert sind.“

Der Unternehmer betont: „Bei uns gibt es im Prinzip keinen Arbeitsvorgang ohne Stapler. Die Jungs entladen und transportieren beispielsweise Leergut, kommissionieren die Paletten in der Halle und beladen die Lkw mit Vollgutpaletten.“

Stets gute Sicht auf die Ladung

Verstellbare Doppelpalettenklammern nehmen die mit Getränkekästen beladenen Paletten schnell und sicher auf. Das Hubgerüst bietet auch im beladenen und ausgefahrenen Zustand stets gute Sicht auf die Ladung und mit der Hubhöhe von mehr als 7 m kann auch in der Halle bis direkt unters Dach gestapelt werden.

Rundum zufrieden mit Staplern und Service

Ein weiterer Zukunftsabschnitt, diesmal in der Kategorie „Bits and Bytes“, hat schon begonnen, denn wie Manuela Lebiger, geschäftsführende Gesellschafterin im Unternehmen, ausführt, soll künftig ein neues Chargen-Rückverfolgungssystem eingesetzt werden, bei dem sowohl die angelieferte Ware als auch die auslieferfertigen Paletten im Warenausgang von den Staplerfahrern gescannt werden.

Was die neue Staplerflotte anbetrifft, so könnte Dieter Lebigers Fazit kaum positiver ausfallen: „Die Stapler von Still laufen, und das kann ich nach rund 15 Monaten Einsatzerfahrung mit den Geräten bei uns sagen, sehr zuverlässig. Für unser Geschäft ist es absolut wichtig, dass die Stapler permanent verfügbar sind. So haben wir derzeit mit den Geräten von Still das für uns Optimale.“

Reinhard Irrgang ist freier Journalist in 80639 München.

(ID:368021)