Industrieversicherungen Schadenprävention durch Forschung

Redakteur: Claudia Otto

Versicherer, die Unternehmen beim Identifizieren von Risiken und Gefahrenquellen unterstützen, müssen nicht nur einen Blick fürs Detail haben, sondern auch in Forschung und Entwicklung investieren. Denn selbst wenn Sachrisiken nicht komplett auszuschließen sind, kann dafür gesorgt werden, dass ein Großteil der Schäden vermeidbar ist und diese keine katastrophalen Folgen für ein Unternehmen haben.

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Brände sind weltweit die häufigste Ursache für industrielle Sachschäden.
Brände sind weltweit die häufigste Ursache für industrielle Sachschäden.
(Bild: FM Global)

Forschung stellt für FM Global daher das Kernelement des Risikomanagements dar. Um vorbeugende Maßnahmen zu entwickeln und betriebliche Risiken der versicherten Unternehmen realitätsnah zu analysieren, betreibt FM Global in Rhode Island, USA, ein einzigartiges Forschungs- und Test-Zentrum.

Forschungszentrum simuliert Stürme von bis zu 260 km/h

Der Research Campus ist FM Globals Forschungszentrum. Mit mehr als 6,5 km² ist es das weltweit größte Zentrum seiner Art und zugleich die erste Einrichtung, in der wissenschaftliche Studien zur Schadenvermeidung und Produktprüfungen unter realen Bedingungen durchgeführt werden.

Dazu werden Regale abgebrannt, Hallen geflutet, Explosionen gezündet und Stürme von bis zu 260 km/h erzeugt. Alles im Zeichen der Wissenschaft und mit dem Ziel, Standards und Techniken zur Schadenprävention zu entwickeln. 140 Mitarbeiter arbeiten an Entwicklungen und Methoden, um Elementar-, Explosions- und Brandschäden zu vermeiden oder zumindest so gering wie möglich zu halten. In vier Laboren wird neben der Brandschutztechnik auch auf dem Gebiet der Elementargefahren, Elektrogefahren und Hydraulik geforscht.

Brandschutztechnik ist besonders wichtig

Der Forschungsbereich Brandschutztechnik hat besondere Relevanz, denn Brände sind weltweit die häufigste Ursache für industrielle Sachschäden. Große Brandschäden lassen sich jedoch durch adäquate Sprinkleranlagen oft verhindern. Hier leistet das Hydrauliklabor einen entscheidenden Beitrag. FM Global hat auf Basis von Testverfahren und durch die Einführung von Leistungskriterien bereits maßgeblich zur Entwicklung geprüfter Brandschutzeinrichtungen beigetragen.

Seit 1960 betreibt FM Global das Testzentrum, welches gemeinsam mit der Industrie entworfen wurde, um zu gewährleisten, dass die Praxiserfordernisse stets berücksichtigt sind. So befindet sich auf dem Gelände des Research Campus mit 10.000 m² Fläche und fast 20 m Höhe eine der größten Brandhallen der Welt. Hier können Industriebrände mit einer Wärmefreisetzung von bis zu 1000 °C im Originalmaßstab nachgestellt werden.

Ebenso wird mit einer Hagelkanone beispielsweise die Wirkung schwerer Hagelschauer simuliert. Eine Trümmerkanone dient den Ingenieuren dazu, Holzteile auf Bauverkleidungen, Fenster und Türen zu schießen, um deren Widerstandskraft gegen umherfliegende Trümmer bei schweren Stürmen zu untersuchen.

Rütteltisch stellt Erdbeben nach

Eines der Highlights des Research-Campus ist die Erdbeben-Simulations-Anlage, die einzigartig in der gesamten Versicherungswirtschaft ist. Dieser Rütteltisch wird von sechs Hydraulikaktoren angetrieben, bewegt sich in drei Dimensionen und verfügt über ein 10,4 m x 11 m großes Fundament aus Stahlbeton mit 4 m Tiefe. Hier können die Auswirkungen von Erdbeben auf Gebäude und Anlagen, Rohrleitungen und Lagerregale untersucht werden. „Dabei dient der Research Campus nicht zur Grundlagenforschung“, betont Achim Hillgraf, Hauptbevollmächtigter bei FM Global Deutschland. „Regelmäßig sind konkrete Fragestellungen aus dem Alltag unserer Kunden Gegenstand der Untersuchungen.“