32. Deutschen Logistik-Kongress Schäuble: „Bleiben Sie offen für neue Ideen!“

Autor: M. A. Benedikt Hofmann

In einem launigen Vortrag skizzierte Finanzminister Dr. Wolfgang Schäuble beim Deutschen Logistik-Kongress globale Herausforderungen, denen sich die Branche stellen muss. Dabei thematisierte er neben der Infrastruktur auch die Chancen und Risiken Flüchtlingskrise.

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Finanzminister Dr. Wolfgang Schäuble: „Laut dem aktuellen Logistics Performance Index der Weltbank sind wir Logistik-Weltmeister. So schlecht kann es um die Infrastruktur in Deutschland also nicht bestellt sein.“
Finanzminister Dr. Wolfgang Schäuble: „Laut dem aktuellen Logistics Performance Index der Weltbank sind wir Logistik-Weltmeister. So schlecht kann es um die Infrastruktur in Deutschland also nicht bestellt sein.“
(Bild: Hofmann)

„Laut dem aktuellen Logistics Performance Index der Weltbank sind wir Logistik-Weltmeister. So schlecht kann es um die Infrastruktur in Deutschland also nicht bestellt sein“, mit dieser These, die im Gegensatz zu seinen meisten weiteren Ausführungen nicht bei allen Fachbesuchern im Plenum Zustimmung fand, begann Finanzminister Dr. Wolfgang Schäuble seinen Vortrag beim 32. Deutschen Logistik-Kongress. In diesem ging er nicht nur auf die Logistikbranche selbst, sondern auch auf aktuelle globale Herausforderungen für Europa und die europäische Wirtschaft ein.

In Bezug auf die eingangs erwähnte deutsche Infrastruktur betonte Schäuble unter anderem, wie wichtig es ist privates Kapital für öffentliche Projekte zu gewinnen. Darüber hinaus arbeite die Regierung - gegen große Widerstände - am Konzept einer privatwirtschaftlichen Gesellschaft für Bundesfernstraßen. Außerdem stellte der Finanzminister klar: „Viele Bürger glauben Logistik ist gleichzusetzen mit Lärm, Staub und Umweltbelastung - das ist natürlich Unsinn.“

Auswirkungen gesellschaftlicher Herausforderungen

Im weiteren Verlauf des Vortrags äußerte sich Schäuble zu aktuellen Themen, die von internationalen Beziehungen bis zur Flüchtlingskrise reichten. Hier müsse Europa beweisen, dass es die Antwort auf die bestehenden Probleme ist. So sei die Aufnahme von Flüchtlingen aus Kriegsgebieten alternativlos aber nicht unbegrenzt möglich. „Die Migration kann unsere auch nicht ganz unproblematische demografische Entwicklung abschwächen. Dafür muss die Integration aber gelingen“, führte Schäuble aus und machte mit einer Analogie aus der Logistik klar, dass er trotz zahlreicher Krisen positiv in die Zukunft blickt: „Vor der Entwicklung des Containers wusste man auch nicht, wie all die Waren noch transportiert werden sollen.“ Abschließend forderte er die anwesenden Logistiker dazu auf, neuen Ideen gegenüber offen zu bleiben. Nur so lasse sich sicherstellen, dass Deutschland den Titel als Logistik-Weltmeister auch in den kommenden Jahren verteidigen kann.

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Chefredakteur MM MaschinenMarkt