Logistik-Immobilien Schnelllauftore bringen unterschiedlichste Anforderungen zusammen

Autor / Redakteur: Reinhard Irrgang / Claudia Otto

Schnelllauftore müssen viele Anforderungen erfüllen: Möglichst leicht einbaufähig sollten sie sein, dazu schnell, stabil und energieeffizient. Und bei aller möglichen Automatisierung sollte für die Mitarbeiter wie für jegliche Arbeitsabläufe stets höchste Sicherheit geboten werden. Eine Quadratur des Kreises also? Keineswegs – wie unsere Beispiele zeigen.

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Torlichtgitter in Kombination mit Laserscannern sorgen im Produktionswerk von Linde Material Handling in Aschaffenburg für reibunglose und sichere Staplerverkehre. Bild: Efaflex
Torlichtgitter in Kombination mit Laserscannern sorgen im Produktionswerk von Linde Material Handling in Aschaffenburg für reibunglose und sichere Staplerverkehre. Bild: Efaflex
( Archiv: Vogel Business Media )

Ein neues, nahezu universell einsetzbares Schnelllauftor, das sich in Logistik- und Lagerhallen, bei Aufzügen oder als Maschinenabsicherung ebenso einsetzen lässt wie in Parkhäusern oder Tiefgaragen, präsentierte Efaflex zur Logimat 2011. Das Schnelllauftor des Typs EFA-SST-PS basiert auf dem bewährten EFA-SST-Spiraltor, sein Platzbedarf ist allerdings „im Vergleich zu herkömmlichen Spiraltoren sehr gering, sodass sich das Tor auch bei äußerst geringen Stürzen einbauen lässt“, wie Christopher Seysen, Geschäftsführer der Efaflex GmbH & Co. KG, betont.

Beträchtliche Platzersparnis im Torsturzbereich

Denn die Verwendung von sehr kleinen, nur 105 mm hohen und 20 mm starken Aluminiumlamellen sowie die wesentlich kleinere Torspirale ermöglichen eine beträchtliche Platz-ersparnis im Torsturzbereich: Der Sturzfreiraum muss nicht größer als 500 mm sein. Somit ist das neue Spiraltor für Einbaugrößen ab 800 mm × 800 mm bis zu 4000 mm × 4000 mm verfügbar.

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Für zwei Aufgabenstellungen suchte Linde Material Handling, Aschaffenburg, Patentrezepte. Mit seinem Torlichtgitter TLG und dem Laserscanner Efa-Scan bot Efaflex die passenden Lösungen. „Um die häufig sehr kostspieligen Crashes zwischen Staplern und Toren zu vermeiden, benötigten wir für eine Schleuse ein System, das erkennt, wenn sich bereits ein Stapler im Raum zwischen den beiden Toren befindet“, so Andreas Baumann, bei Linde Material Handling verantwortlich für Projektsteuerung und für Umbauten.

Laserscanner warnt Staplerfahrer vor zu niedrigen Toren

„Die Lösung fanden wir bei Efaflex, dessen Torlichtgitter schon das Hauptproblem löste, denn in Kombination mit Induktionsschleifen sorgt das Sicherheitssystem für erheblich mehr Schutz und reduziert somit letztendlich auch anfallende Reparaturkosten“, so Baumann.

Der patentierte Laserscanner Efa-Scan wird von Linde Material Handling nicht wie üblich zur Vorfeldüberwachung eingesetzt, sondern für die spezielle Aufgabe der Höhenkontrolle: „Alle Stapler müssen in diese Gebäude fahren, die hohen Stapler aber dürfen nur die für sie vorgesehenen Tore passieren.“ Ergänzt mit einem Blitzlicht und einer lauten Hupe warnt der Laserscanner nun die Fahrer, wenn sie ihr Fahrzeug auf das falsche Tor zusteuern.

Vorteile von Sektional- und Schnelllauftoren kombiniert

Hohe Energieeffizienz bildet bei gewerblichen Bauherrn eine der wichtigen Anforderungen bei der Planung von Industriebauten. Die Hörmann KG bietet daher mit dem neuen Spiralschnelllauftor HS 7030 PU einen Hallenabschluss, der sich durch gute Wärmedämmungseigenschaften, nämlich einen U-Wert von 1,95 W/m²K bei 25 m², und zudem die hohe Öffnungsgeschwindigkeit bis zu 2,5 m/s auszeichnet.

Das neue Tor, so die Verantwortlichen von Hörmann, kombiniert die Vorteile von Sektionaltoren, wie Robustheit, Einbruchsschutz und hohe Wärmedämmung, mit denjenigen von Schnelllauftoren, etwa dem Vermeiden von Zugluft durch die hohe Öffnungsgeschwindigkeit.

Torblatt von Grund auf neu konstruiert

„Beide Eigenschaften in einer Toranlage zu kombinieren, ist schwierig“, wie die Verantwortlichen von Hörmann betonen. Daher wurde das Torblatt von Grund auf neu konstruiert: So sind die Torlamellen mit Polyurethan ausgeschäumt und bieten gute Schall- und Wärmedämmungseigenschaften wie auch enorm hohe Festigkeit.

Zudem ist das in der Größe bis 7000 mm Breite und 6000 mm Höhe erhältliche Tor außen mit einer edlen Mikroprofilierung ausgestattet, die ihm ein hochwertiges Erscheinungsbild verleiht. Außer der Variante mit PU-Lamellen sehen auch Rahmen mit Duratec-Verglasung und Lochblechfüllung zur Verfügung.

„Wir sind der Überzeugung, dass dieses Produkt alle Ansprüche an eine Torlösung erfüllt“, so Rüdiger Bierhenke, Verkaufsleitung Indus-trietorsysteme und Verladetorsysteme bei Hörmann. „Insbesondere die im Vergleich zu anderen Bauarten und Lösungen sehr gute Wärmedäm-mung erfüllt die Forderungen vieler Betreiber von Logistik- oder Produktionshallen, die heute und in Zukunft verstärkt ihre Logistikkosten im Blick behalten müssen.“

Schnelllauftor für den Hochleistungsbetrieb

Konzipiert für Gebäudezugänge bei großen Anwendungen und Hochleistungsbetrieb ist das Schnelllauftor des Typs 8620 von Crawford, das bei einer maximalen Breite von 9000 mm und 5500 mm Höhe bis zu 0,8 m/s schnell öffnet und mit 0,4 m/s schließt.

„Das Tor bietet Schutz gegen Zugluft, Feuchtigkeit, Staub und Schmutz und seine hohe Öffnungs- und Schließgeschwindigkeit verbessert den Verkehrs- und Transportfluss und spart Energie“, so die Verantwortlichen von Crawford. Für die Sicherheit der Mitarbeiter sorgen unter anderem Fotozellen in den Seitenpfosten und das weiche, flexible Bodenprofil inklusive der kabellosen Sicherheitsleiste, die fehlenden Versteifungen und das nachgebende Torblatt. Des Weiteren fädelt das Tor nach einem Aufprall von selbst wieder ein, wodurch Produktionsausfälle und der Wartungsaufwand reduziert werden.

Generell bietet Crawford ein breites Spektrum an Schnelllauftoren für Anwendungen im Innen- und Außenbereich. Entsprechend breit gefächert sind die Zugangs- und Au-tomatisierungsoptionen sowie die Funktionen für eine erweiterte Öffnungs- und Sicherheitskontrolle.

Dementsprechend bietet das Schnelllauftor 9220AT beispielsweise eine der Energiekontrolle und Sicherheit dienende Schleusenfunktion, bei der sich Tor B automatisch öffnet, wenn Tor A geschlossen wird.

Automatische Torsteuerung für effizienten Betrieb

An externen Steuerungsfunktionen stehen ein Drucktasterkasten, ein Zugtaster, bei dem der Schalter oberhalb der Toröffnung beispielsweise von einem Gabelstapler aus bedient werden kann, oder eine Fernbedienung zur Verfügung, bei der ein tragbarer Sender den Torbetrieb von einem Fahrzeug aus oder innerhalb von 50 bis 100 m vom Empfänger und der Antenne am Tor ermöglicht.

Im Bereich der automatischen Steuerungsfunktionen bietet Crawford das automatische Schließen über eine programmierbare Zeitschaltuhr, über Magnetschleifen sowie eine Radar- oder Fotozellentür-Öffnung. So erkennt bei der Lösung mit Magnetschleifen ein Sensor im Boden ein Metallobjekt, also im Normalfall einen Gabelstapler oder Hubwagen, und öffnet das Tor automatisch. Der Sensor kann an der Außenseite, der Innenseite oder an beiden Seiten des Tores installiert werden.

Infrarotsensor erkennt Person oder Fahrzeug vor dem Tor

Bei der Anwendung mit Radar erkennt ein Infrarotsensor oberhalb des Tores eine Person oder ein Fahrzeug innerhalb einer festgelegten Entfernung zum Tor und öffnet dieses automatisch. Diese laut Crawford oft mit der Schließautomatik kombinierte Lösung wird für häufigen Fahrzeug- oder Personenverkehr empfohlen.

Zu den Sicherheitsfunktionen zählen standardmäßig in der Bodenleiste installierte kabellose Sicherheitsleisten, die jeden Gegenstand unter einem sich schließenden Tor erfassen und das Tor wieder öffnen, oder Sicherheitsfotozellen. Des Weiteren stehen auf jeder Torseite zu installierende Warnlampen zur Wahl, die über die aktuelle Toraktivität informieren. Denn – bei aller komplexer Sicherheitstechnik und Sicherheits-IT – eine gute alte rote Warnlampe kann im Notfall immer noch wertvolle und im Idealfall redundante Dienste leisten.

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