Export Schwellenländer bieten weiter attraktive Absatzchancen

Redakteur: Stéphane Itasse

Köln (si) – Große Schwellenländer wie Russland, Indien und China, aber auch Brasilien, bieten für deutsche Mittelständler nach wie vor gute Absatzchancen, erläuterten Korrespondenten

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Köln (si) – Große Schwellenländer wie Russland, Indien und China, aber auch Brasilien, bieten für deutsche Mittelständler nach wie vor gute Absatzchancen, erläuterten Korrespondenten der Bundesagentur für Außenwirtschaft (Bfai) bei einem Pressegespräch in Köln. Insbesondere in China müssen die deutschen Exporteure aber mit stärkerer Konkurrenz und politischen Hindernissen rechnen.

Die Wirtschaft Chinas wächst immer noch mit kaum erreichten Raten, und während andernorts die Regierungen versuchen, das Wachstum anzukurbeln, bemüht sich Peking darum, es auf weniger als 10% zu begrenzen - bisher vergebens. Die Investitionen sind in der Volksrepublik in den ersten vier Monaten 2007 sogar um 25% geklettert, berichtete Corinne Abele, Bfai-Korrespondentin in Peking. Die Wirtschaft dürfte in den kommenden Jahren ähnlich stark expandieren. Chancen bieten sich beispielsweise bei Spezialmaschinen und in der Umwelttechnik.

Allerdings holt die chinesische Konkurrenz immer schneller auf, wie das Beispiel der Telekommunikation zeige. Deutsche Unternehmen müssen sich deshalb genau überlegen, ob der technische Vorsprung für den chinesischen Markt auch auf Sicht von zwei bis drei Jahren ausreicht und wie man ihn schützt, empfiehlt Abele.

Deutlich weniger Konkurrenz haben die deutschen Anbieter in Indien, Russland oder Brasilien zu befürchten: „Die russische Industrie ist bei Investitionsgütern relativ schwach“, sagte Waldemar Lichter, Bfai-Korrespondent in Moskau. Deutsche Maschinenbauer könnten derzeit ihre Absätze um 50, 100% oder mehr pro Jahr steigern, weil das Land von den hohen Öleinnahmen profitiere. Ähnlich günstig sei die Situation in Indien, berichtete Delhi-Korrespondent Norbert Finkel.

Auch in Brasilien hätten deutsche Maschinenbauer gute Absatzchancen, sagte Alexander Hirschle, der für die Bfai aus Sao Paulo schreibt. Die Wirtschaft wachse zwar nicht mit solch spektakulären Raten wie in China, Russland oder Indien. Allerdings geraten derzeit einige Branchen wie die Schuh- und Lederindustrie durch die chinesische Konkurrenz erheblich unter Druck und müssen jetzt mit Investitionen in hochwertige Maschinen den Befreiungsschlag wagen.

In allen drei Ländern haben auch die lokalen Währungen aufgewertet, was die lokal hergestellten Produkte verteuert und die Industrie zusätzlich unter Druck setzt. Diese Aufwertung macht es den Unternehmen aber auch leichter, Maschinen in Deutschland zu kaufen. „Für uns ist diese Aufwertung gut“, resümierte Lichter.

In China will die Regierung jetzt bei der Wachstumsstrategie umsteuern: Statt allgemeinem Mengenwachstum will Peking qualitativ hochwertigere und technikintensive Produktionen fördern. Damit soll die Wertschöpfung im Land steigen. Für Investoren bedeutet dies, dass sie nicht mehr mit einer so großzügigen Förderung rechnen können wie bisher. Außerdem sieht das neue „Programm für die mittel- und langfristige Entwicklung von Wissenschaft und Technologie (2006-2020)“ vor, dass China seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 2,5% des BIP steigert und die Abhängigkeit von ausländischer Technik sinkt. Beispielsweise soll Technik nur dann im Ausland gekauft werden, wenn der Käufer darlegen kann, dass sie in China noch nicht vorhanden ist und er einen Plan für die Weiterentwicklung vorlegen kann. Auch ist eine „kreative Umsetzung importierter Technologie“ geplant: Zwar nicht über illegale Kopien, aber über erworbene Lizenzen sollen chinesische Unternehmen technisch aufholen und sich als Technologieanbieter einen Namen machen.

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