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M2M Sensoren sorgen für Kosteneffizienz

| Autor / Redakteur: Dieter Honkomp / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Schwankende Spritpreise, Frachtdiebstahl, Reifenpannen: Logistiker müssen knapp kalkulieren. Wie Trailerhersteller Schmitz Cargobull mit einer M2M-Lösung Spediteuren Möglichkeiten für mehr Absatz und höhere Margen beschert und welches Potenzial in den Daten steckt, die die Telekom in Echtzeit auf den Bildschirm des Spediteurs bringt.

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Die höhenverstellbare Aufbauvariante Varios für den Curtainsider „S.CS MEGA“ macht die Disposition flexibel. Man erreicht eine Gesamthöhe von 4 m.
Die höhenverstellbare Aufbauvariante Varios für den Curtainsider „S.CS MEGA“ macht die Disposition flexibel. Man erreicht eine Gesamthöhe von 4 m.
(Bild: Schmitz-Cargobull)

Geld sparen und dank weniger CO2-Ausstoß auch noch was für die Umwelt tun. Aber wie? Zum Beispiel mit einem Telematiksystem wie „TrailerConnect“ von Schmitz Cargobull. Der Reifenluftdruck ist dabei nur eine Variable, die die Sensoren erfassen. Weitere Sensoren überwachen den Bremsenverschleiß, messen die Temperatur im Laderaum und erkennen, wann die Tür zum Frachtraum geöffnet wurde. Dank eingebauter Elektronik kann der Disponent in der Logistikzentrale sehen, wo sich Sattelauflieger oder Anhänger befinden, wie schnell sie unterwegs sind und wann sie am Ziel ankommen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Trailer abgekoppelt auf dem Firmengelände geparkt ist, an einer Zugmaschine hängt und über die Autobahn donnert oder auf einem Waggon auf Schienen unterwegs ist.

Intelligente Trailer

Das Steuergerät am Fahrzeug ist mit einer fest verbauten M2M-SIM-Karte der Telekom und einem GPS-Empfänger ausgestattet. Über sein integriertes GSM-Modul und das Mobilfunknetz der Telekom gelangen die Daten in ein Hochsicherheits-Rechenzentrum. Dort werden sie miteinander verknüpft, visuell aufbereitet und über das Webportal ausgegeben. Der Spediteur greift am PC über eine gesicherte Verbindung auf „TrailerConnect“ zu, das mit neuem Design und Bedienkonzept den Zugriff in Echtzeit auf alle Funktionen mit wenigen Mausklicks ermöglicht.

Ergänzendes zum Thema
Interview mit Karl-Heinz Neu, Geschäftsführer von Schmitz Cargobull-Telematics, und Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden bei der Telekom

Schnelle Ortung, flexible Trailer-Nutzung, neue Geschäftsmodelle: MM Logistik sprach mit Schmitz Cargobull-Telematics-Geschäftsführer Karl-Heinz Neu und Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden bei der Telekom, über die Chancen der Digitalisierung für Logistiker.

Herr Neu, Schmitz Cargobull ist Marktführer für Anhänger und Aufbauten in Europa. Wie wichtig ist Ihr Telematiksystem für diesen Erfolg?

Neu: Sehr wichtig. Mehr als 27.000 vernetzte Fahrzeuge sind momentan mit „TrailerConnect“ auf Europas Straßen unterwegs, Tendenz steigend. Immer mehr Kunden erkennen, dass unsere Telematiklösung zu mehr Transparenz im Logistikprozess führt

Und wie profitiert ein Logistiker von der Vernetzung seiner Fahrzeuge?

Neu: Haben Sie mal zu Hause etwas gesucht und sich gewünscht, auf einem Bildschirm zu sehen, wo genau es sich befindet? Transportunternehmen managen zum Teil Tausende Trailer. Einen bestimmten Anhänger auf dem eigenen Betriebsgelände zu finden, kann für Disponenten zur Mammutaufgabe werden. Mit unserer Telematik geht das binnen Sekunden – egal, ob sie auf dem Hof stehen oder quer durch Europa reisen.

Herr Rickmann, Telematiksysteme sind nicht neu. Was verändert sich im Zuge der Digitalisierung?

Rickmann: Sie ermöglicht einen Perspektivwechsel: Schmitz Cargobull stellte die Bedürfnisse seiner Kunden in den Fokus und hat mithilfe des digitalen Wandels sein Produkt sowie das Serviceangebot weiterentwickelt.

Wie könnte der nächste Schritt in der digitalen Transformation von Schmitz Cargobull aussehen?

Rickmann: Das Modell des privaten Car-Sharing ließe sich auch auf Trailer übertragen. Das heißt: Unternehmen könnten zu ihrem Fuhrpark Trailer anmieten und nach exakter Nutzung abrechnen.

Auch wenn die Vorteile auf der Hand liegen: Zu Beginn des Telematikgeschäftes war es ein schönes Stück Überzeugungsarbeit für Schmitz Cargobull Telematics, eine Tochtergesellschaft des europäischen Marktführers für Aufbauten und Anhänger. Mithilfe der Digitalisierung entwickelt Schmitz Cargobull sein Geschäftsmodell weiter – vom klassischen Anhänger- und Aufbautenhersteller zum Anbieter intelligenter Transportlösungen. Mittlerweile hat das Unternehmen aus dem Münsterland fast 40.000 Fahrzeuge mit seinem Telematiksystem ausgestattet. Die Vorteile der Telematiklösung wurden schnell deutlich – was sich herumgesprochen hat. „TrailerConnect“ ermöglicht Logistik- und Transportunternehmen ein effizienteres Be- und Entladen, die Vermeidung von Leerfahrten und sorgt für mehr Fahr- und Ladungskomfort für Fracht und Fahrer.

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Flexibler Frachtraum

Die Erfahrungen aus der Trailertelematik geben Schmitz Cargobull Telematics ständig Aufschluss darüber, welche weiteren Services bei den Kunden gefragt sind. Die Hauptaufgabe für das Unternehmen: ständig über Innovationen nachzudenken, damit die Kunden ihre täglichen Aufgaben effizienter erfüllen können. Ein neu entwickelter Tanksensor etwa misst den Füllstand des Kühlgerätetanks. Durch die Überwachung aller Tankvorgänge mit Zeit- und Ortsangaben können Kunden Kraftstoffdiebstahl schnell aufklären. Auch eine höhere Flexibilität oder gar „Pay-per-Use“-Modelle ließen sich durch die Digitalisierung auf Trailer übertragen. In fünf bis sieben Jahren könnte es so weit sein. ■

* Dieter Honkomp ist technischer Leiter der Schmitz Cargobull Telematics GmbH in 48149 Münster, Tel. (0 25 58) 81-58 58, info@cargobull-telematics.de

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