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Auto-ID Sicherer Staplerbetrieb dank RFID

| Autor / Redakteur: Daniel Thomas / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

„Staplergerechte“ RFID-Systeme sind nicht nur wesentliche Bausteine effizienter Lagersteuerungs- und Warenwirtschaftssysteme, sondern eröffnen vielfältige Möglichkeiten für mehr Betriebssicherheit. Schreib-Lese-Einheiten und standardisierte Transponder bewähren sich als Fahrerassistenzsysteme im rauen Staplerbetrieb.

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Bild 1: Die Durchfahrten zwischen oder innerhalb von Hallen sind typische Streckenpunkte für Transpondermarkierungen, deren Identifikation zum Anpassen von Hubhöhen führen. (Bild: Sick)
Bild 1: Die Durchfahrten zwischen oder innerhalb von Hallen sind typische Streckenpunkte für Transpondermarkierungen, deren Identifikation zum Anpassen von Hubhöhen führen. (Bild: Sick)

Prozesstransparenz, Flexibilität und Fehlervermeidung sind nach wie vor wichtige Vorteile, die RFID-Systeme auf Staplerfahrzeugen den Lagerverantwortlichen bieten. Die Effizienz des Staplerbetriebs hängt aber auch davon ab, wie viele Transportfahrten in definierten Zeiteinheiten durchgeführt werden können. Zeit ist also auch hier Geld – und Effizienz letztlich eine Frage von Geschwindigkeit, optimierten Fahrwegen und Fahrzeugbewegungen sowie von Verfügbarkeit.

Gleichzeitig ist Zeitdruck aber auch eine häufige Ursache von Unfällen mit Staplern. Dies gilt insbesondere für Anfahrunfälle, bei denen Stapler mit Personen, anderen Staplern, Lagereinrichtungen oder Gebäudeteilen kollidieren. Untersuchungen der BGHW (Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution) belegen, dass bei Flurförderzeugen mit Fahrersitz solche Anfahrunfälle einen Anteil von etwa 40% aller Unfallursachen ausmachen (Quelle: BGHW aktuell 1/2010). Daher sind die Anlagenbetreiber wie auch die Berufsgenossenschaften an neuen Lösungsansätzen interessiert, die die üblichen technischen und organisatorischen Maßnahmen, zum Beispiel fahrersichtoptimierte Stapler, Panoramaspiegel in Kreuzungsbereichen oder Warnwesten für Personen in der Anlage, sinnvoll ergänzen.

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Praxisvorteile gegenüber optischen und magnetischen Codierungen

Die RFID-Technologie – auf vielen Staplerfahrzeugen aus Gründen der Waren- und Stellplatzidentifikation oft ohnehin an Bord oder als Option verfügbar – wird von Experten als ein solcher sinnvoller Lösungsansatz eingestuft. Ihr großer Vorteil gegenüber optischen Markierungen auf dem Boden ist, dass die Datenträger nicht durch den Staplerverkehr verschmutzt oder zerstört werden und dadurch Lesefehler oder „no reads“ auftreten können (Bild 1).

Gleiches gilt, wenn ein Folien- oder Papperest auf dem Boden liegt: Optische Systeme erkennen die Markierung nicht, während die RFID-Technologie den Transponder auch ohne direkten Sichtkontakt erkennen kann. Im Vergleich zu Magnetkodierungen im Hallenboden bietet RFID den Vorteil, auf wesentlich einfachere Weise eine vielfach größere Anzahl von Positions-ID erzeugen und diese bei Bedarf durch einfaches Umprogrammieren über die Schreib-Lese-Einheit verändern zu können.

HF-Frequenzbereich von 13,56 MHz ideal für RFID im Materialfluss

Als für Materialfluss- und logistische Anwendungen ideale RFID-Übertragungsfrequenz erweist sich der HF-Frequenzbereich (High Frequency) von 13,56 MHz, in dem auch der Interrogator RFH630 arbeitet. Die Energieübertragung zwischen Antenne und Transponder erfolgt durch induktive Energieeinkopplung, das heißt, die im Hallenboden der Fahrwege eingelassenen Datenträger benötigen keine Batterie, sondern werden über das Lesefeld der Schreib-Lese-Einheit mit der für die Kommunikation erforderlichen Energie versorgt.

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