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Supply Chain Management Sicherheitskonferenz: von Syrien und Logistikketten

| Redakteur: Robert Weber

Die Schlagzeilen der Münchener Sicherheitskonferenz besetzten der Iran, Syrien und Mali. Doch nicht nur die Sicherheitspolitiker und Militärs suchten den Austausch. Auch die deutsche Industrie will ihren Beitrag am erweiterten Sicherheitsbegriff leisten, denn sie ist auf Stabilität angewiesen. Im Fokus der Unternehmen: die Logistik, der Einkauf und die Wertschöpfungsketten.

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(Bild: US Navy - gemeinfrei)

Dabei sind die heimischen Unternehmen Nachfrager und Anbieter von Sicherheit. Dieser Verantwortung sei man sich bewusst, hieß es am Rande der Konferenz. „Die Welt ist unberechenbarer geworden“, erklärte Prof. Randolf Rodenstock, Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft auf einer Podiumsdiskussion im Haus der Bayerischen Wirtschaft. Jeder zweite Euro werde im Ausland verdient und das auch in „exotischen Regionen“, so Rodenstock. Nur im Zusammenspiel von Politik, Behörden und Wirtschaft sei Sicherheit umsetzbar, mahnte deshalb BDI-Präsident Ulrich Gillo. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière forderte auch von der Wissenschaft und den Religionen einen Beitrag zum Sicherheitsbegriff.

Logistikketten sind gefährdet

Für die deutsche Industrie sind sichere Handelswege entscheidend. Das wurde auf dem Podium schnell deutlich: „Wir kennen und können Wertschöpfungsketten“, sagte Gillo, der die Bedeutung des Schutzes der Logistikketten hervorhob. Die maritimen Routen seien die Pulsadern der deutschen Industrie und deshalb sei auch der Atalanta-Einsatz vor dem Horn von Afrika richtig, so der Verbandsmanager. Allerdings, so Gillo, seien nicht nur die Logistikketten gefährdet, sondern auch die Rohstoffversorgung. In diesem Bereich engagiere sich der BDI seit einiger Zeit, so Gillo. Passend dazu präsentierte die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft ein Papier zur strategischen Rolle von Rohstoffen, dem Sourcing und der Supply Chains.

Die Studie identifiziert elf Risiken, die zu einer Gefährdung der Rohstoffbasis der Industrie beitragen.

Wachstum ist rohstoffintensiv

Der Aufstieg von Schwellenländern hinterlässt Spuren am Rohstoffmarkt, so die Autoren. Das Wachstum sei in den betroffenen Ländern rohstoffintensiv. Generell könne man davon ausgehen, dass bis zu einem bestimmten Wohlstandsniveau der Verbrauch von Rohstoffen überdurchschnittlich steigt, während erst danach eine höhere Materialeffizienz und damit ein tendenziell geringerer Rohstoffbedarf durchschlagen.

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