Verpackungstechnik

Smarte Etikettierlösung für den kompletten „Tierpark“

| Autor / Redakteur: Antoinette Aufdermauer / Sebastian Hofmann

Die Legi-Air-4050E-Geräte sind hinsichtlich ihrer Konfigurationen und Ausstattungen besonders wandelbar.
Die Legi-Air-4050E-Geräte sind hinsichtlich ihrer Konfigurationen und Ausstattungen besonders wandelbar. (Bild: Bluhm Systeme GmbH)

Schleich, einer der weltweit führenden Anbieter von Tierfiguren aus Gummi, hat sein Etikettiersystem in der Kommissionierung neu aufgesetzt. Egal ob Spielzeugpferde, -giraffen, -löwen oder -affen: Sie alle durchlaufen dank der Lösung nun einen deutlich transparenteren und effizienteren Warenfluss als bisher.

Mit Schlümpfen fing es an. Inzwischen ist die Schleich-Gruppe einer der größten Spielwarenhersteller Deutschlands und international führender Anbieter von handbemalten Tierfiguren: Die detailgetreuen Spielzeuge sind Kindern und Erwachsenen weltweit bekannt. Das Design und die Herstellung der Figuren sowie die Qualitäts- und Sicherheitstests erfolgen seit jeher in Schwäbisch Gmünd. Geräte des Kennzeichnungsanbieters Bluhm Systeme sorgen dafür, dass sie von dort aus zuverlässig in die Kinderzimmer der ganzen Welt gelangen.

„2,5 Millionen Pakete bereiten wir in unserem Logistikzentrum jährlich für den Versand vor“, erklärt Benjamin Khan, Schichtleiter bei Schleich. In der Vergangenheit wurden die Versandetiketten mit Druck auf die Pakete gestempelt. An der Stempelplatte der Etikettierer waren kleine Schrauben und Federn angebracht, die den Anpressdruck minimieren sollten. „Diese Technik hat sich bei uns als nicht vorteilhaft erwiesen: Schon nach 1000 Etikettierungen gingen die Federn kaputt“, erinnert sich Khan. Jede Stunde Ausfall der Etikettierer kostete den Spielwarenhersteller mehrere Tausend Euro. Daher verwendet Schleich heute die Etikettendruckspender vom Typ Legi-Air 4050E aus dem Portfolio von Bluhm Systeme aus Rheinbreitbach bei Bonn. Sie bringen die Etiketten berührungslos auf die Pakete auf und arbeiten störungsfrei.

Auftragsstartlabel mit Transportnummer

Ein Team aus 70 Mitarbeitern kommissioniert und versendet die Produkte von Schleich. Dabei erhält jeder fertig kommissionierte Karton manuell ein Auftragsstartlabel mit einer in einem Code 128 verschlüsselten Transportnummer. In der Folge kann jede einzelne Bestellung mit Hilfe der Transportnummer über die Lagerverwaltungssoftware genau nachvollzogen werden. Der Karton geht auf die Reise durch das Lager und wird an der letzten Station gewogen. Durch Abgleich mit der Transportnummer verifiziert das Gewicht einerseits, ob korrekt kommissioniert wurde. Andererseits wird die Gewichtsangabe später auf das Versandetikett aufgedruckt. Weicht das Gewicht um mehr als 5 % vom im ERP-System hinterlegten Wert ab, wird der Karton ausgeschleust und nachkontrolliert. Ist das Gewicht in Ordnung, fährt er weiter zur Etikettierung.

Der Etikettenspendearm fährt aus, bis er die Oberfläche der Ware erkennt. Schließlich wird das Label berührungslos auf den Karton aufgeblasen.
Der Etikettenspendearm fährt aus, bis er die Oberfläche der Ware erkennt. Schließlich wird das Label berührungslos auf den Karton aufgeblasen. (Bild: Bluhm Systeme GmbH)

Die Kartons treffen in chaotischer Reihenfolge bei den Etikettieranlagen ein. Scanner ermitteln nochmals die Codes mit den Transportnummern, damit die Software die entsprechenden Druckdaten an die Etikettierer weiterleiten kann. Je nach Bestellung und Inhalt werden die Kartons entweder nur mit einem Versandlabel versehen oder zusätzlich mit einem zweiten Etikett. Es beinhaltet Informationen über den genauen Inhalt wie Artikelnummern, Menge und den EAN-13-Barcode.

Mehr als 50 unterschiedliche Produkthöhen

Die Versandkartons von Schleich haben mehr als 50 verschiedene Höhen. Da sie allesamt von oben etikettiert werden, müssen die Etikettendruckspender ist der Lage sein, unterschiedliche Produkthöhen zu berücksichtigen. Die Geräte verfügen daher über 400 mm lange Spendehübe, an deren Enden die Stempelplatten sitzen. In Ruheposition fahren die Hübe ganz nach oben. Sobald sich ein Karton nähert, senkt sich der Hub, bis der Sensor an der Unterseite der Stempelplatte die Produktoberfläche erkennt. Daraufhin wird das per Saugluft an der Platte fixierte Etikett berührungslos „abgeblasen“.

Die Etikettendruckspender Legi Air 4050 E lassen sich Bluhm Systeme zufolge an unterschiedlichste Produktionsumgebungen anpassen.
Die Etikettendruckspender Legi Air 4050 E lassen sich Bluhm Systeme zufolge an unterschiedlichste Produktionsumgebungen anpassen. (Bild: Bluhm Systeme GmbH)

Die Legi-Air-4050E-Geräte sind hinsichtlich ihrer Konfigurationen und Ausstattungen äußerst wandelbar. Sie können je nach Produktionsumgebung und Etikettieraufgabe mit verschiedenen Druckmodulen, Spendehüben und Applikatoren ausgestattet werden. Bei Schleich wurden Druckmodule von Zebra in die Etikettierer integriert. Sie erhalten ihre Druckinformationen direkt von der Lagerverwaltungssoftware. Alternativ können die Etikettendruckspender auch mit anderen Verwaltungs- oder Warenwirtschaftsprogrammen wie SAP, Baan, Navision und so weiter vernetzt werden. Eine gesonderte Etikettensoftware ist nicht erforderlich.

Schleich setzt Thermoetiketten ein. Sie kommen ohne zusätzliches Thermoband aus und sparen so Materialkosten ein.
Schleich setzt Thermoetiketten ein. Sie kommen ohne zusätzliches Thermoband aus und sparen so Materialkosten ein. (Bild: Bluhm Systeme GmbH)

Schleich verwendet Thermoetiketten, die aus einem Material bestehen, das sich bei Erhitzung verfärbt. Heizelemente auf der Druckleiste erhitzen sich punktuell und bringen so ein Druckbild auf das Etikett. Da Thermoetiketten ohne zusätzliches Thermoband auskommen, können nicht nur Materialkosten, sondern auch Zeit beim Materialwechsel eingespart werden. Mit Hilfe der vollautomatischen Etikettierung erreichen die Schleich-Produkte zuverlässig Filialen und Haushalte in mehr als 50 Ländern weltweit. Einzig die kleinen Fähnchen mit dem Logo von Schleich werden nach wie vor manuell an jeder einzelnen Figur angebracht.

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* Antoinette Aufdermauer ist Marketing-Referentin bei Bluhm Systeme in 53619 Rheinbreitbach, Tel. (0 22 24) 77 08-4 27, aaufdermauer@bluhmsysteme.com

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