Befehlsgeräte So lassen sich Krane sicher betätigen und überwachen

Autor / Redakteur: Ruth Schlegel / Ines Stotz

Liebherr steht für technisch anspruchsvolle, nutzenorientierte und qualitativ hochwertige Produkte – von Kranen bis zu Hausgeräten. Um seine herausragende Position auf dem Weltmarkt stetig auszubauen, entwickelt das Unternehmen etwa seine Krane mit modernen Konstruktionsmethoden permanent weiter. Da ist es nur folgerichtig, dass auch das Kabinen-Design hohen Ansprüchen genügen muss. Bereits seit 40 Jahren favorisiert man deshalb die Befehlsgeräte von Georg Schlegel aus Dürmentingen.

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Liebherr-Raupenkran LR 13000 erschließt mit 3000 t maximaler Traglast eine neue Dimension.
Liebherr-Raupenkran LR 13000 erschließt mit 3000 t maximaler Traglast eine neue Dimension.
(Schlegel)

Seit seiner Gründung im Jahr 1949 durch Dr. Hans Liebherr hat sich das Familienunternehmen Liebherr zu einer Firmengruppe mit über 130 Gesellschaften und mehr als 35.000 Beschäftigten weltweit entwickelt. Die im globalen Wettbewerb notwendige Flexibilität sowie Kundennähe, die es ermöglicht Marktsignale zeitnah zu erkennen und darauf zu reagieren, werden durch eine dezentrale Unternehmensstruktur mit überschaubaren, selbständig operierenden und eigenverantwortlichen Unternehmenseinheiten gewährleistet. Die Liebherr-International AG mit Sitz in der Schweiz ist als Dachgesellschaft an allen der Firmengruppe zugehörigen Gesellschaften direkt oder indirekt zu 100 % beteiligt und befindet sich ausschließlich im Eigentum von Mitgliedern der Familie Liebherr.

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Turmdrehkran legt das Unternehmens-Fundament

Die Firmengeschichte begann mit der Entwicklung eines mobilen, das heißt schnell zu transportierenden und einfach zu errichtenden, und dazu preisgünstigen Turmdrehkranes, der mit seinem großen Markterfolg das Fundament für das heutige Unternehmen legte.

Heute zählt Liebherr zu den größten Baumaschinenherstellern der Welt; das umfangreiche Produktionsprogramm umfasst neben den Bau-, Fahrzeug- und Raupenkranen auch Hydraulik- und Hydroseilbagger, Spezialtiefbaugeräte, Radlader, Planier- und Laderaupen, Rohrleger, Teleskoplader, Muldenkipper sowie Betonmischanlagen und Fahrmischer.

Weitere Tätigkeitsbereiche der Liebherr-Gruppe sind der maritime Güterumschlag mit Schiffs-, Schwimm-, Offshore-, Container- und Hafenmobilkranen, Reachstackern und anderen speziellen Materialumschlaggeräten, der Maschinen- und Anlagenbau mit Werkzeugmaschinen, Verkettungsanlagen und Engineeringprojekten, sowie die Luftfahrtausrüstung mit Fahrwerken, Betätigungs- und Luftsystemen und die Verkehrstechnik mit Ausrüstungen für Schienenfahrzeuge. Hinzu kommt noch der Bereich der Hausgeräte, in dem Liebherr als Spezialist für Kühlen und Gefrieren ein Geräteprogramm mit mehr als 300 Grundmodellen bietet.

In allen Bereichen steht der Name Liebherr für technisch anspruchsvolle, nutzenorientierte und vor allem qualitativ hochwertige Produkte. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, werden Kernkompetenzen im eigenen Unternehmen gehalten und entwickelt. Wichtige Baugruppen, wie die Antriebs- und Steuerungstechnik der Baumaschinen, kommen aus eigener Entwicklung und Fertigung. Diese ist auf 40 Standorte in 17 Ländern verteilt. In engem Kontakt zu den Fertigungsstandorten stehen die auf allen Kontinenten bestehenden Vertriebs- und Servicestützpunkte, die wiederum von einem engmaschigen Netz externer Vertriebspartner unterstützt werden, um dauerhaft einen zeit- und ortsnahen Kundenservice zu gewährleisten.

1500 Fahrzeugkrane pro Jahr

Im Liebherr-Werk in Ehingen werden auf einer Fläche von 840.000 m², davon 200.000 m² mit Produktionshallen überbaut, und mit circa 2.800 Mitarbeitern (2012) verschiedene Arten von Fahrzeugkranen hergestellt. Jährlich können in dieser weltweit modernsten Fertigungsstätte für Fahrzeugkrane über 1500 Maschinen produziert werden. Außerdem unterstützt das Liebherr-Werk Ehingen seine Kunden durch eine zuverlässige Ersatzteilversorgung, gut ausgestattete Reparaturzentren, kundennahe Servicestützpunkte und moderne Schulungszentren, um eine hohe Verfügbarkeit der Krane zu gewährleisten.

Krane aller Art

Die Produktpalette umfasst Mobilkrane für den Straßen- und Geländeeinsatz mit Traglasten von bis zu 1200 t, Teleskop-Aufbaukrane, die bis zu 60 t heben und je nach Kundenanforderung auf verschiedene Fahrgestelle aufgesetzt werden können, sowie einen mobilen Gittermastkran mit einer maximalen Höhe von fast 200 m. Die Krane kommen im Baustellen- und Industriebereich genauso zum Einsatz wie auch in der Energie- und Verkehrstechnik oder im Industrie- und Anlagenbau.

Für den Schwerlastbereich, wie die Montage von Kraftwerken und Raffinerien oder den Aufbau von Windkraftanlagen, stellt Liebherr Teleskop- und Gittermastkrane auf Raupenfahrwerken bereit. Sie verfügen über variable Auslegersysteme, die Traglasten bis zu 3.000 t, Hubhöhen bis zu 245 m und Ausladungen bis 196 m ermöglichen. Daneben werden in Ehingen auch Spezialkrane für Bergungseinsätze hergestellt.

Moderne Konstruktionsmethoden sorgen für Qualität

Liebherr Ehingen ist ein führender Hersteller von Fahrzeugkranen. Insbesondere im Bereich der All-Terrain-Mobilkrane, die für das größte Umsatzsegment verantwortlich sind, hält Liebherr eine herausragende Position auf dem Weltmarkt. Diese wurde erreicht und wird aufrechterhalten durch innovative Technik in allen Komponenten, hohe Wirtschaftlichkeit und lange Lebensdauer der Krane.

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Die Krane werden mit modernen Konstruktionsmethoden permanent weiterentwickelt und durch Simulationen und Tests intensiv auf den Prüfstand gestellt. Die innovative Auslegertechnik zeichnet die Krane genauso aus wie eine herausragende, auf das moderne Kran-Computersystem gestützte Elektronik, die in hohem Maße wirtschaftliche und umweltverträgliche Fahrantriebstechnologie sowie das funktionale und gleichzeitig ansprechende Kabinen-Design.

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Kabinen-Design in perfekter Ergonomie

Das Kabinen-Design berücksichtigt die neuesten ergonomischen Gesichtspunkte und stellt mit aufeinander abgestimmten Bedienungselementen und Displays eine angenehme Arbeitsumgebung bereit. Aufgrund dieser Anforderung bezieht Liebherr Ehingen bereits seit 40 Jahren Befehlsgeräte der Firma Georg Schlegel aus Dürmentingen.

Zwar ist generell aufgrund der neuen Maschinenrichtlinien eine Tendenz zur Folientastatur zu bemerken, da sich bei einer solchermaßen aufgebauten Bedien-Kontroll-Einheit die Schaltzustände der einzelnen Tasten mit einem geringeren Aufwand durch eine SPS überwachen lassen.

Wo jedoch weiterhin einzelne Taster eingesetzt werden können oder sollen, kommen weiterhin die Betätiger von Schlegel ins Spiel. Diese Befehlsgeräte zeichnen sich durchweg durch ihre hohe Funktionalität, Ergonomie und exzellente Qualität, aber auch durch ihr eigenständiges Design mit einem hohen Wiedererkennungswert aus.

Modularität und Service sind Trumpf

Neben der Produktqualität sind die folgenden Gründe ausschlaggebend für die langjährige Zusammenarbeit mit der Firma Schlegel:

Die Betätiger bestehen aus einem modularen System, bei dem Hülse, Bezeichnungsschildchen und Tasterkappe je nach Anforderung kombiniert werden können. Beschriftung und Farbgebung der Taster sind somit hoch flexibel. Die Bedienpaneele der Krane können so frühzeitig vorbereitet und erst kurzfristig, je nach Konfiguration, mit den erforderlichen Tastern, Meldeleuchten, Schlüsselschaltern und Not-Aus-Tastern in der gewünschten Anordnung ausgestattet werden. Wählt ein Kunde nicht die Maximalausstattung eines Kranes, wird ihm die Bedienung nicht durch eine Anzahl funktionsloser Taster erschwert, da diese dann einfach durch optisch angepasste Blindverschlüsse ersetzt werden. Jede Funktionalitäten-Konfiguration wird also problemlos im Bedienpaneel abgebildet, und trotzdem hält sich die Lagerhaltung an Einzelteilen in Grenzen.

Eine nicht unerhebliche Rolle bei der Entscheidungsfindung spielte auch der durch Schlegel gelebte Servicegedanke. Dieser zeigt sich unter anderem darin, dass auch kleinste Stückzahlen, wenn nötig einzelne Teile, problemlos und kurzfristig – sofern es sich um Standardkomponenten handelt – geliefert werden.

Sehr positiv wurde im Laufe der Zusammenarbeit auch vermerkt, dass Kundenwünsche nicht nur bei der Produktneuentwicklung im Auge behalten, sondern auch in Bezug auf existierende Produkte soweit möglich umgesetzt werden. So wurden für die verwendeten Wahlschalter modifizierte Knebel entwickelt, die wüstensandtauglich sind. Ein weiteres Beispiel sind die neuen USB-Buchsen, die zukünftig in den Kranen eingesetzt werden sollen und auf Wunsch von Liebherr hin rückseitig vergossen werden.

Befehlsgeräte im Einsatz

Die in den Kran-Kabinen von Liebherr verwendeten Schlegel-Betätiger gehören zur Baureihe Oktron-Juwel. Diese Baureihe zeichnet sich durch die sehr geringe Höhe von nur 2 mm sowie die nahtlos nebeneinander montierbaren quadratischen Betätiger aus. Damit ist das bestückte Paneel von Optik und Platzbedarf her einer Folientastatur ähnlich, weist jedoch eine größere Flexibilität in Bezug auf Anordnung und Austausch der einzelnen Elemente sowie eine bessere Haptik auf.

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Die Betätiger verfügen über eine Dichtigkeit von IP65. Die Drucktasten sind beleuchtbar sowie über die separaten Bezeichnungsschildchen auch kundenspezifisch beschriftbar. Die Knebel der bei Liebherr eingesetzten Leucht-Wahltasten haben ein in fünf verschiedenen Farben wählbares transluzentes Fenster, das auch eine Beleuchtung der Wahltasten ermöglicht. Weiterhin kommen in den Kranen Schlüsseltasten sowie Not-Aus-Tasten zum Einsatz.

Not-Aus-Taster überwacht sich selbst

In naher Zukunft sollen auch die von Schlegel entwickelten selbstüberwachenden Kontaktblöcke für Not-Aus-Taster verwendet werden. Diese Kontaktblöcke eliminieren die Gefahr, die von einer fehlerhaften Verbindung des Not-Aus-Betätigers mit dem Kontaktblock ausgeht:

Die Trennung eines Not-Aus-Kontaktgebers vom Betätiger kann zunächst völlig unbemerkt vonstattengehen. Dies kann durch eine fehlerhafte Montage geschehen oder in seltenen Fällen könnte ein Abreißen des Kontaktgebers vom Betätiger durch massive mechanische Krafteinwirkung, zum Beispiel durch Kollisionen mit schweren Gegenständen, auftreten.

Diese Trennung der beiden Bauteile führt dazu, dass die Funktionalität eines regulären Not-Aus nicht nur gestört, sondern gänzlich zerstört wird und der Not-Aus seine Sicherheitsfunktion nicht mehr erfüllen kann, was schwerwiegende Konsequenzen zur Folge haben kann.

Der selbstüberwachende Sicherheits-Kontaktgeber sorgt dafür, dass die Verbindung von Not-Aus-Kontaktgeber und Betätiger permanent überwacht und im Fall der Trennung der beiden Bauteile voneinander sofort automatisch das Not-Aus-Signal ausgelöst und die Anlage abgeschaltet wird. Sie kann erst nach vollständiger Behebung des Fehlers wieder in Betrieb genommen werden.

Betätiger lässt sich nicht überlisten

Die Kontaktelemente sind mit Schraub-, Flachsteck- und Käfigzugfederanschlüssen erhältlich. Sie sind zwangsöffnend nach IEC60947-5-1, ein- oder zweikanalig verfügbar und in Kombination mit einem geeigneten Betätiger überlistsicher nach EN60947-5-5 und EN418. Durch die hochwertigen Kontakte lassen sich sowohl niedrige als auch hohe Ströme und Spannungen, von 1 mA bei 20 mV (mit Goldkontakten) bis 16/10 A bei 250/400 V, zuverlässig schalten. Es gibt sie sowohl als herkömmliche Kontaktgeber als auch für AS-Interface-Bus, Safety @ Work.

Not-Aus-Betätiger für jede Anwendung

Der Anwender kann aus der weiten Palette der TÜV-zertifizierten Not-Aus-Betätiger von Schlegel mit Einbauöffnungen unterschiedlicher Geometrien und Abmessungen (16 mm, 22 mm, 30 mm...) wählen. Die Betätiger sind bekannt für ihr modernes und ansprechendes Design, das zum Beispiel durch Schutzkragen in verschiedenen Formen und Größen sowie eine Vielzahl an Beleuchtungs- und Beschriftungsmöglichkeiten eine optimale optische Anpassung an das Einsatzgebiet ermöglich. Gleichzeitig sind die mechanische Robustheit und herausragende Funktionalität, zum Beispiel durch die deutlich sichtbare Schaltstellungsanzeige, die Dreh- oder Zug-Entriegelung und die Dichtigkeit, je nach Ausführung, von IP65 bis zu IP69K, erwähnenswert.

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