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Otto von Guericke-Preis 2016 Software erstellt zuverlässig Wegenetze Fahrerloser Transportsysteme

| Redakteur: Beate Christmann

Ein Forscherteam des Instituts für Integrierte Produktion Hannover (IPH) will Fahrerlose Transportsysteme (FTS) für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erschwinglich machen. Es hat eine Software entwickelt, die Wegenetze innerhalb von Minuten vollautomatisch auslegen können soll. Das Projekt belegte den zweiten Platz beim Otto von Guericke-Preis 2016.

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Wissenschaftler des Instituts für Integrierte Produktion Hannover (IPH) haben eine Software entwickelt, die binnen Minuten optimale Routen für fahrerlose Transportsysteme berechnet. Dabei soll sie nicht nur deutlich schneller als menschliche Planer sein, sondern auch bessere Ergebnisse liefern.
Wissenschaftler des Instituts für Integrierte Produktion Hannover (IPH) haben eine Software entwickelt, die binnen Minuten optimale Routen für fahrerlose Transportsysteme berechnet. Dabei soll sie nicht nur deutlich schneller als menschliche Planer sein, sondern auch bessere Ergebnisse liefern.
(Bild: IPH)

Platz zwei aus rund 1500 Projekten - das kann sich sehen lassen. Prof. Dr. Ludger Overmeyer und Sarah Uttendorf vom Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH) zählen mit FTS-Wegenetz zu den besten Projekten der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) des Jahres 2016.

Sie haben eine Software entwickelt, mit der auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) einen Zugang in die Welt der Fahrerlosen Transportsysteme (FTS) erhalten sollen: Schnell und einfach legt sie die Wegenetze für die automatisch gesteuerten Fahrzeuge aus. Wofür ein erfahrener Systemplaner ein bis zwei Wochen benötigt, soll die Neuentwicklung in nur wenigen Minuten erledigen. Dadurch sinken die Kosten enorm – und die Technologie wird auch für KMU erschwinglich. Darüber hinaus soll die Software sogar bessere Ergebnisse als menschliche Planer erzielen können.

Fahrerlose Transportsysteme Bestandteil modernen Produktionsanlagen

Aus modernen Produktionsanlagen sind sie gar nicht mehr wegzudenken: FTS machen die Produktion effizienter, indem sie Bauteile auf festen Routen vom Lager in die Montage bringen oder halbfertige Produkte von einer Station zur nächsten transportieren. Die Planung des Wegenetzes, auf dem sich die FTS vollautomatisch bewegen, ist jedoch aufwendig und kostenintensiv.

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„Computer können eine hohe Anzahl stabiler Eingangsgrößen verrechnen, während Menschen Dinge intuitiv erfassen können und ihr Erfahrungswissen einbringen“, erklärt Uttendorf. Ihr und ihrem Kollegen ist es gelungen, Wegenetz-Algorithmen mit menschlichen Erfahrungswissen zu kombinieren, das in Form einer Fuzzy-Logik gespeichert ist. Die entwickelte Lösung sei in der Lage, selbst Entscheidungen zu treffen und das Wegenetz variabel zu optimieren. Mithilfe des entwickelten Expertensystems soll die Planungsphase zukünftig kürzer und zuverlässiger ausfallen, bei komplexen Anlagen reduziere sich der zeitliche Aufwand sogar von mehreren Wochen auf einige Stunden.

Ausgezeichnete Forschungsarbeit für die Praxis

Mit ihren Leistungen schaffte es das Forscherduo ins Finale um den Otto von Guericke-Preis der AiF – Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“. Der erste Platz ging an ein Forscherteam aus München und Wien, den zweiten Platz teilen sich Wissenschaftler der Universität Ulm und das Hannoversche Forscherduo. Damit gehört das Projekt des IPH zu den drei besten aus etwa 1.500 IGF-Projekten, die die AiF jedes Jahr unterstützt.

Die Forschungsergebnisse von FTS-Wegenetz sollen sowohl von FTS-Herstellern als auch von FTS-Planern sowie von Herstellern logistischer Software und von FTS-Anwendern genutzt werden können.

Der Otto von Guericke-Preis wird einmal im Jahr für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der IGF vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert. Die vorwettbewerbliche IGF wird im Innovationsnetzwerk der AiF und ihrer 100 Forschungsvereinigungen organisiert und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit öffentlichen Mitteln gefördert.

Einen dreiminütigen Film zum Projekt finden Sie unter

https://www.aif.de/mediathek/video-archiv/2016/fahrerlose-transportsysteme-fts.html.

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