Produktstammdaten

Stammdatenmanagement muss von oben kommen

07.09.2010 | Autor / Redakteur: Jürgen Schreier / Jürgen Schreier

Je größer die Anzahl der hergestellten oder vertriebenen Produkte, umso größer die Menge der Stammdaten, die gepflegt werden müssen. Ein zentrales Stammdatenmanagement reduziert den Pflegeaufwand erhebt. Bild: MM-Archiv
Je größer die Anzahl der hergestellten oder vertriebenen Produkte, umso größer die Menge der Stammdaten, die gepflegt werden müssen. Ein zentrales Stammdatenmanagement reduziert den Pflegeaufwand erhebt. Bild: MM-Archiv

Viele Entscheider sehen primär die Komplexität eines zentralen Stammdatenmanagements. Was aber sind die konkreten Vorteile eines MDM?

Bühler: Es gibt mehrere positive Effekte. Zunächst einmal verbessert sich durch ein zentrales Stammdatenmanagement die operationale Effizienz im Unternehmen. Effektives Datenmanagement entlastet die IT-Abteilung und spart so Kosten. Vor allem in großen Unternehmen gibt es zahlreiche IT-Mitarbeiter, die mit nichts anderem befasst sind, als unterschiedlichste Datenströme zu verwalten, daraus E-Kataloge zu basteln und diese dann im richtigen Format auszugeben. Ein weiterer Vorteil eines zentralen Stammdatenmanagements liegt in der Optimierung der Beschaffungsprozesse durch Integration von Schnittstellen- und Klassifikationsstandards wie BME-Cat, E-Class, ETIM oder UNSPSC. Aber auch unternehmensinterne Prozesse lassen sich optimieren. Hat man seine Produktstandards einmal zentral gespeichert, weiß man zu jeder Zeit, wer was wann wo geändert hat. Ein enormer Vorteil ist das für Betreiber von Online-Shops. „Product Onboarding“ ist das aktuelle Buzzword. Unternehmen haben erkannt, dass sie über Online-Kanäle ein immer größeres Produktspektrum verkaufen können. Sie sind nicht mehr auf Regalfläche angewiesen. Online kann ich, salopp gesagt, unzählige Produkte anbieten – ein Vorteil, den auch immer mehr Online-Käufer schätzen. Allerdings erwarten die Kunden immer mehr und immer detailliertere Informationen über die Produkte. Gerade im B-to-C-Bereich kommen immer neue Datensheets wie Sicherheitsdatenblätter, Montageanleitungen, Wartungshinweise oder Videoclips, Fotos und CAD-Daten hinzu. Ohne ein MDM-System haben Sie hier keine Chance.

Oder denken Sie nur einmal mal an Social-Media-Marketing beziehungsweise entsprechende Aktivitäten über mobile Endgeräte. In beiden Fällen hängt der Erfolg entscheidend davon ab, wie schnell Sie Ihre Verkaufsinstrumente mit akkuraten, zeitnahen, glaubwürdigen und vertrauenswürdigen Daten aktualisieren können – und das Ganze noch in mehreren Sprachen. Business Intelligence – ein weiteres stark diskutiertes Thema. Wie können Sie eine richtige Entscheidungen treffen, wenn Ihre Daten verstreut in verschiedenen Datenbanken und Formaten gespeichert und unterschiedlich validiert sind? Das können Sie nur, wenn Sie Daten zentral speichern.

Und schließlich geht es beim Thema zentrales Stammdatenmanagement auch um das schnelle Umsetzen neuer Geschäftsstrategien am Markt. Markterfolg hängt entscheidend davon ab, wie schnell Sie Ihre Verkaufsinstrumente mit akkuraten, zeitnahen und vertrauenswürdigen Daten aktualisieren können. Es ließen sich noch viele andere Vorteile eines zentralen Produktstammdaten-Managements anführen. Ich denke, das waren jetzt die wichtigesten.

Herr Bühler, welche Faktoren sind aus Ihrer Sicht ausschlaggebend für eine erfolgreiche Einführung und Umsetzung einer Stammdatenstrategie im Unternehmen?

Bühler: Ich habe eingangs schon gesagt, dass ein zentrales Stammdatenmanagement „von oben“ kommen muss, also Chefsache ist. Die Entscheider müssen verstehen, dass es sich um mehr handelt als um ein IT-technisches Problem, wobei die nötigen IT-Ressourcen natürlich vorhanden sein müssen. Eine Stammdatenstrategie wird nur dann den gewünschten Erfolg haben, wenn im Unternehmen die nötigen Strukturen, Rollen und Verantwortlichkeiten verfügbar sind, um die Datenqualität zu analysieren und die erforderliche Datentransparenz herzustellen. Ganz wichtig sind außerdem die bereits erwähnten Quick Wins, denn wenn Sie dem einzelnen Mitarbeiter keine schnellen Umsetzungserfolge zeigen können, verliert er das Interesse. Damit stirbt das Stammdatenmanagement.

 

Datensynchronisation leicht gemacht

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