Rollenförderer Staudrucklos Behälter fördern — intelligent und durchdacht

Autor / Redakteur: Heinrich Droste / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

In den Briefzentren der Deutschen Post kommt es hauptsächlich auf einen unterbrechungsfreien Betrieb an. Der energiesparende Intelliveyor, ein intelligenter Förderer mit Stauförderlogik, vereinfacht dabei den Stückguttransport mit Hilfe seiner internen Steuerung, die sich variabel in jeden Kontext integriert.

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Die Vereinfachung des Stückguttransports steht heutzutage mehr und mehr im Vordergrund. Das A und O ist ein kontinuierlicher Förderfluss bei langer Lebensdauer und ökonomischem Betrieb. Besonders Postbetriebe müssen sehr viel Wert darauf legen, denn ein Stillstehen der Förderkette, gerade während Durchlaufspitzen, darf beim vorhandenen Zeitdruck der Auslieferungen nicht vorkommen.

Als effizent und durchdacht zeigt sich im Anwendungsbetrieb der Deutschen Post der Intelliveyor von Interroll. Als intelligenter Förderer mit Stauförderlogik vereinfacht er den Stückguttransport mit Hilfe seiner internen Steuerung, die sich variabel mit oder ohne übergeordnete Steuerung in jeden Kontext integriert.

In der Bundesrepublik betreibt die Deutsche Post AG zurzeit 82 Briefzentren, die täglich etwa 70 Mio. Briefe aus 140 000 Briefkästen in ganz Deutschland verarbeiten. Das geht nicht ohne moderne Automatisierungstechnik, immerhin müssen die einzelnen Zentren abhängig von ihrer Größe 450 000 bis 4,5 Mio. Briefsendungen täglich bewältigen. Neben den automatischen Sortieranlagen für Standard- und Großbriefe gibt es zwar auch Bereiche, in denen man auf menschliche Arbeitskraft nicht verzichten kann. Allerdings wird der Mensch selbst dort von moderner Technik unterstützt.

Intelliveyor glänzt mit hoher Laufruhe

Ergonomische, sicherheitstechnische und wirtschaftliche Aspekte stehen dabei besonders im Vordergrund. Der Interroll-Intelliveyor ließ sich durch seine kompakte Bauweise und modularen Eigenschaften ideal für die räumlichen Anforderungen besonders ergonomischer Arbeitsplätze einsetzen.

Denn die Mitarbeiter der Deutschen Post sollen jederzeit unter idealen und komfortablen Bedingungen arbeiten können. Neben der Ergonomie der Arbeitsplätze begünstigt der Intelliveyor das Arbeitsumfeld auch durch seine außergewöhnliche Laufruhe mit weniger als 60 dB(A). Höchste Sicherheit ist durch die 24-Volt-Niederspannung der Roller-Drive-Gleichstromantriebe gewährleistet, die Energieeinsparung inklusive.

Rollenbahnsysteme für manuelle Arbeitsplätze

Kernstück der teilautomatisierten Arbeitsbereiche sind jeweils zwei platzsparend übereinander angeordnete Rollenbahnen. Die untere transportiert leere Kommissionierbehälter zu den zehn bis zwölf Arbeitsplätzen, die entlang der – je nach Briefzentrum 22 bis 60 m langen – Anlage verteilt sind. Nach Bedarf entnehmen die Mitarbeiter die Behälter und platzieren sie in ihrem Sortiermagazin. Anschließend werden sie auf der oberen Rollenbahn abgesetzt, die den weiteren Transport zur Verladestelle übernimmt.

Der große Vorteil der anschlussfertigen Intelliveyor-Rollenbahnmodule im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit ergibt sich durch ihren Antrieb. Gefördert wird in der Tat nur dann, wenn auch tatsächlich eine Förderbewegung notwendig ist. Für die Kunden macht sich dies durch eine Energieeinsparung von bis zu 70% und deutlich reduzierten Verschleiß im Vergleich zu herkömmlichen 400-Volt-Systemen bemerkbar.

Die interne Steuerung der Interroll-Rollenbahn übernimmt die autark arbeitende Z-Card. Sie ist standardmäßig in jedem Intelliveyor-Modul verbaut und verwandelt eine Rollenbahn in einen intelligenten Einzelplatzförderer, der jedem Transportgut seine eigene Zone im Förderfluss zuweist. Eine übergeordnete Steuerung ist für diesen Förderertyp nicht notwendig, kann aber jederzeit angeschlossen werden. So können Stückgüter berührungslos aufgepuffert und je nach Bedarf weitertransportiert werden, um einen insgesamt kontinuierlichen Förderfluss zu erreichen. Übergeordnete Steuerungen übernehmen nur die Aufgabe der Materialflusssteuerung.

Einbau der Fördereinheiten nur zu Schwachlastzeiten

Alle Interroll-Intelliveyor-Module sind vorgefertigt, das heißt einbau- und gebrauchsfertig. So konnten die Einbauzeiten bei der Deutschen Post schnell und zügig per Plug and Play erfolgen. Die besondere Herausforderung lag dort bei der Berücksichtigung der Zeitfenster. Jeweils ausschließlich von Montag bis Mittwoch, während der sogenannten Schwachlastzeiten, konnte die Anlieferung und Installation des Intelliveyor stattfinden. Der Betrieb der Verteilzentren durfte nicht eingeschränkt werden.

Nach dem Einbau von vier Pilotanlagen im Jahr 2006 belieferte Interroll im Rollout des Jahres 2007 weitere 62 Anlagen der Deutschen Post. Im Zeitraum von 20 Kalenderwochen wurden im Wochenrhythmus jeweils drei Anlagen installiert. Jetzt findet Behältertransport auf insgesamt 3,4 km Förderstrecke in 66 verschiedenen Standorten in ganz Deutschland statt.

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Dr.-Ing. Heinrich Droste ist Managing Director der Interroll Automation GmbH in Sinsheim.

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