Logistik-IT

Steht der Server, steht auch der Container

06.09.2011 | Autor / Redakteur: Thomas Hertel / Bernd Maienschein

Insbesondere auf Großbaustellen geht sprichwörtlich gar nichts mehr, wenn der Nachschub aufgrund anfälliger Logistik-IT ins Stocken gerät. Bild: Lewis
Insbesondere auf Großbaustellen geht sprichwörtlich gar nichts mehr, wenn der Nachschub aufgrund anfälliger Logistik-IT ins Stocken gerät. Bild: Lewis

Während zentrale Logistikanwendungen häufig auf AS/400- oder I-Series-Systemen laufen, haben sich Windows- oder Linux-Server in praktisch allen anderen Bereichen durchgesetzt. Weil darauf auch unternehmenskritische Anwendungen wie Exchange, Oracle oder Blackberry laufen, müssen sie ebenfalls gegen Systemausfälle und Datenverluste gesichert werden – zu vertretbaren Kosten.

Die IT hat sich in der Logistik längst vom Kosten- zum Produktionsfaktor gemausert. Und zwar zu einem der wichtigsten, denn ohne IT geht in der modernen Logistik schon lange nichts mehr. Einfache Fehler – technische oder menschliche – können dabei erhebliche Auswirkungen haben: Wenn nur der Drucker streikt, der die Packlisten oder Lieferscheine erstellt, kommt der Lkw nicht vom Hof. Stillstandszeiten aber kosten nicht nur Umsatz, sondern häufig auch Vertragsstrafen und im Extremfall die gesamte Kundenbeziehung – von Produktionsausfällen beim auf Just-in-Time-Lieferung angewiesenen Empfänger ganz zu schweigen.

Risikofaktor Systemausfall ausschalten

Wenn schon ein Druckerausfall teuer werden kann – wie steht es dann erst mit den Servern, auf denen alle für das Unternehmen lebensnotwendigen Applikationen laufen? Dabei geht es nicht nur um die zentralen Logistikanwendungen und deren Server, sondern auch ebenso kritische Applikationen in der Windows-Welt wie Exchange, SQL, Oracle, Sharepoint oder Datei- und Druckservices.

Bedenkt man, dass ein einstündiger Ausfall jeder dieser Applikationen selbst in mittleren Unternehmen schnell zu Schäden im fünf- oder gar sechsstelligen Euro-Bereich führen kann, erscheint ein solches Risiko kaum tragbar. Immerhin bedeutet selbst eine Verfügbarkeit von 99,9% statistisch noch fast 9 h Ausfallzeit pro Jahr. Selbst wenn die Serverhersteller solche Verfügbarkeiten garantierten (was sie nicht tun), kann heute kaum ein modernes Logistikunternehmen mit solchen Ausfallzeiten leben.

Hinzu kommt noch die Tatsache, dass die Ausfallzeit des Servers nur eine Komponente bei der Verfügbarkeit der Gesamtlösung ist. Mit der Wiederherstellung der Hardware ist es ja nicht getan; oft müssen Betriebssystem und Anwendungen neu installiert sowie Daten von Backupsystemen wiederhergestellt werden. Je nach Backupkonzept kann das etliche Stunden oder gar Tage dauern. Zudem kann es natürlich auch jederzeit zu Datenverlusten kommen, ohne dass es überhaupt Hardwareprobleme beim Server gibt.

Sicherheit mit Augenmaß

Gerade bei Datenverlusten, ob nun in Verbindung mit einem Hardwareproblem oder nicht, stellen sich zwei grundlegende Fragen:

  • Wie lange darf es höchstens dauern, bis die Systeme und Daten wiederhergestellt sind und den Anwendern wieder zur Verfügung stehen? Hier spricht man in Fachkreisen von der Recovery Time Objective (RTO).
  • Wie alt dürfen die Daten sein, die wiederhergestellt werden, oder in anderen Worten, wie viel Datenverlust kann das Unternehmen sich erlauben? Dies wird als Recovery Point Objective (RPO) bezeichnet.

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