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Wertstromanalyse Steigerung der Materialeffizienz erfordert umfassende Prozessbetrachtung

| Redakteur: Jürgen Schreier

Eine hohe Materialeffizienz ist einer der wichtigsten Wettbewerbsfaktoren. Beim Auffinden von Effizienzsteigerungspotenzialen liegt der Fokus oft auf den technischen Aspekten der Produktentwicklung und Fertigung. Doch im ganzheitlichen Design des gesamten Wertstroms schlummert mehr Potenzial.

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Eine erst spät im Wertstrom stattfindende endgültige Variantenausbildung sowie kundenauftragsbezogene Montage verbessert die Materialeffizienz. (Bild: Abels & Kemmner)
Eine erst spät im Wertstrom stattfindende endgültige Variantenausbildung sowie kundenauftragsbezogene Montage verbessert die Materialeffizienz. (Bild: Abels & Kemmner)

Die Steigerung der Materialeffizienz wird für deutsche Unternehmen immer wichtiger. Das hat auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) erkannt. Aus diesem Grund können kleine und mittlere Unternehmen seit Anfang August die vom Ministerium ausgegebenen Innovationsgutscheine auch für eine qualifizierte Beratung zur Steigerung der Rohstoff- und Materialeffizienz einsetzen. Bis zu 50% der Beratungskosten werden übernommen. Die externen Fachleute sollen dann Materialverluste aufspüren und Verbesserungsvorschläge machen.

Umfassende Betrachtung der Prozesse erforderlich

In den meisten Unternehmen beschränken sich Maßnahmen zum Thema Materialeffizienzsteigerung lediglich auf einzelne Teilbereiche des Wertstroms: die technischen oder sehr materialbezogenen Aspekte der Produktion. Also zum Beispiel die Verringerung von Ausschuss (Qualitätsschrotte) oder die Optimierung von Verschnitt (Planschrotte).

Auch Material sparendere Konstruktionsformen werden oft berücksichtigt. Der Fokus liegt also zumeist auf den Prozessen in den Maschinen oder auf dem Umgang mit den eingesetzten Materialien selbst. Doch auch in den dispositorischen Aspekten des Wertstroms liegen noch enorme Potenziale zur Steigerung der Materialeffizienz. Im Folgenden seien einige Beispiele beschrieben.

Hohen Anteil an Mehrfachverwendungsteilen hält Vielfalt gering

Die Variantenvielfalt von Produkten hat einen ganz erheblichen Einfluss auf die Materialeffizienz. Dabei gilt es, zwischen der internen und der externen Vielfalt zu unterscheiden: Kunden sollen zwar unter einer großen Vielfalt von Produkten auswählen können. Ziel muss es aber sein, intern die Vielfalt durch einen hohen Anteil an Mehrfachverwendungsteilen so gering wie möglich zu halten.

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