Hafenlogistik Streit am Kai

Redakteur: Robert Weber

Erst macht die Rohrdommel Probleme und jetzt die Gewerkschaft. Der Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven soll im Sommer 2012 den Betrieb aufnehmen. Bis zu 1000 Arbeitsplätze werden wohl im Norden entstehen. Ärger gibt es jetzt um den Gesamthafenbetrieb und das Wochenende.

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Die Hafenmitarbeiter stehen im Fokus: Die Gewerkschaft Verdi fordert eine schnelle Umsetzung des Gesamthafenbetriebs und maximal 17 verpflichtende Wochenenddienste, schreiben Medien. (Bild: Eurogate)
Die Hafenmitarbeiter stehen im Fokus: Die Gewerkschaft Verdi fordert eine schnelle Umsetzung des Gesamthafenbetriebs und maximal 17 verpflichtende Wochenenddienste, schreiben Medien. (Bild: Eurogate)

Die linksorientierte Tageszeitung „Junge Welt“ berichtet, dass Hafenarbeiter deshalb in Bremerhaven und Hamburg am vergangenen Montag die Arbeit für zwei Stunden niedergelegt hätten. Hintergrund: Am neuen Tiefseehafen sollen über 250 Mann als Hafenarbeiter beschäftigt werden, so die Zeitung.

Diese Zahl reiche aber auf Grund des schwankenden Frachtaufkommens nicht aus. Deshalb fordert die Gewerkschaft Verdi einen Gesamthafenbetrieb mit 100 bis 120 bezahlten Reservekräften, heißt es. Die Idee des Gesamthafenbetriebs stammt aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts, um Tagelöhnerei in den Häfen zu vermeiden, berichtet die Zeitung.

Eurogate lässt Frist verstreichen

Der Terminalbetreiber Eurogate hatte nach Informationen des Blatts im Dezember 2011 zugesagt, einen Gesamthafenbetrieb einzurichten und bis Mitte Januar das niedersächsische Wirtschaftsministerium einzuschalten, heißt es weiter. Bis Anfang März sei immer noch nichts passiert, ärgern sich Gewerkschaftsvertreter.

„Verdi ist nicht länger gewillt, das Spiel auf Zeit hinzunehmen“, wird der Fachbereichsleiter für Verkehr Dirk Reimer zitiert. Doch nicht nur der Gesamthafenbetrieb sorgt für Unruhe. Die Gewerkschaft will 17 verpflichtende Wochenenddienste pro Jahr. Der Terminalbetreiber will 26 Schichten, erklärte Verdi der „Jungen Welt“. Gegenüber MM Logistik wollte sich der Terminalbetreiber nicht äußern. Das Unternehmen ließ eine gesetzte Frist unkommentiert verstreichen.

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