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Arbeitsschutz Stress um die Anti-Stress-Verordnung

| Redakteur: David Franz

E-Mail, SMS, oder ein Anruf um kurz vor 22 Uhr – viele Arbeitnehmer sind für ihren Chef immer erreichbar. Ist das sinnvoll und vor allem gesund? Die Gewerkschaft IG Metall sagt nein.

Rund um die Uhr verfügbar: Die Gewerkschaft IG-Metall will Arbeitnehmer vor ständiger Erreichbarkeit schützen
Rund um die Uhr verfügbar: Die Gewerkschaft IG-Metall will Arbeitnehmer vor ständiger Erreichbarkeit schützen
(Bild: Gerd Altmann, Shapes: photoshopgraphics.com / pixelio.de)

Die Arbeitnehmervertretung hat eine Verordnung zum Schutz vor Gefährdungen durch psychische Belastungen in der Arbeitswelt vorgelegt. Sie soll für alle Branchen und Beschäftigtengruppen gelten.

Unter anderem ist eine eindeutige Trennung von Arbeitszeit und Freizeit vorgesehen, die die Beschäftigten vor permanenter Erreichbarkeit schützt. Ebenso verlangt die Idee der Gewerkschaft "angemessenes Führungsverhalten," das Beschäftigte in Kommunikations- und Entscheidungsprozesse einbezieht, ihnen Rückmeldung und Wertschätzung gibt und soziale Probleme löst.

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Kritik von Arbeitswissenschaftlern

Das Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa),Düsseldorf, sieht die Verordnung kritisch: Der vorgestellte Entwurf gibt Unternehmen keine Handlungsanleitung und ist für die betriebliche Praxis untauglich, heißt es.

„Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen können mit den allgemein gehaltenen Beurteilungskriterien für die Ausgestaltung der Arbeitsorganisation, Arbeitsgestaltung und sozialen Beziehungen überhaupt nichts anfangen“, so ifaa-Direktor Professor Dr. Sascha Stowasser. Mit dem Entwurf der IG-Metall ist ein deutlicher Rückschritt gegenüber bereits bestehenden Regelwerken wie zum Beispiel der international gültigen Norm zur arbeitsbedingten psychischen Belastung festzustellen, heißt es in Düsseldorf.

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