FH Würzburg-Schweinfurt Symposium thematisiert kritische Fronten in der Logistik

Mehrere „Hochkaräter“ konnten die Organisatoren für ihr 1. Logistik-Symposium des Fördervereins der Logistiker der Hochschule Würzburg-Schweinfurt e.V. als Referenten verpflichten. Moderator Prof. Dr. Ulrich Müller-Steinfahrt, Leiter des Instituts für angewandte Logistik (IAL) der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt (FHWS), beleuchtete den Kunden als Erfolgs- oder Störfaktor.

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Prof. Dr. Ulrich Müller-Steinfahrt, Leiter des IAL der FHWS: „Einmal pro Jahr werden bei Audi zwei Autos mit der gleichen Konfiguration bestellt.“
Prof. Dr. Ulrich Müller-Steinfahrt, Leiter des IAL der FHWS: „Einmal pro Jahr werden bei Audi zwei Autos mit der gleichen Konfiguration bestellt.“
( Archiv: Vogel Business Media )

Müller-Steinfahrt machte auf die zunehmende Ausdifferenzierung der Kundenbedürfnisse aufmerksam, auf die Industrie und Handel zu reagieren hätten: „650000 Fahrzeuge produziert Audi pro Jahr. Einmal pro Jahr werden zwei Autos mit der gleichen Konfiguration bestellt.“ Allein das zeige die immens gestiegenen Ansprüche nicht nur an die Produktionslogistik auf.

Logistik-Symposium zeigt schwierige Themen auf

Weitere Themen des Symposiums waren Probleme wie Retouren in der Bekleidungslogistik oder die Qualitätssicherung bei der Fertigung von Dialysegeräten bei Fresenius Medical Care. Wettbewerbsvorteile durch geschickt gewählte Zeitfenster beim E-Commerce-Spezialisten Neckermann und die Bedeutung der Logistikpartner für Henkel standen ebenfalls auf der Agenda.

Das Highlight aus intralogistischer Sicht bildete der Vortrag von Oswald Grün von SSI Schäfer Noell in Giebelstadt: Er sprach über Energieeffizienz in der Intralogistik.

Energieeffizienz in der Intralogistik hat noch Potenzial

Seiner Schätzung nach bewegt sich der Energieverbrauch außerhalb der Produktionswerke zwischen 60 und 75%. Für Grün bieten diese Zahlen genügend Anlass, über Energieeffizienz auch in den Werken nachzudenken.

Einen vielversprechenden Ansatz hat Grün im Energiehaushalt von Distributionszentren ausgemacht. Bei einem jährlichen Verbrauch von 850000 kWh in einem mittleren Verteilzentrum und einem Preis von 10 Cent/kWh ergeben sich, die Preissteigerungen bis 2013 eingerechnet, Kosten von rund 113000 Euro.

Energierückspeisesysteme könnten 25% davon einsparen. Eines sei aber klar: „Niemand wird in andere Fördertechnik oder Prozesse investieren, wenn kein ROI dahinter steht.“

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