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„Uberisierung des Transports“ Überland antwortet auf Oliver Wyman Studie

| Autor: M. A. Benedikt Hofmann

Ende Mai veröffentlichte Managementberatung Oliver Wyman einen Branchenreport zu den Veränderungen, die der Transport- und Logistikindustrie im Zuge der Digitalisierung bevorstehen (wir berichteten). Jetzt antwortet Überland auf die von Oliver Wyman gezogenen Schlüsse, bei denen dem Onlinespediteur zufolge drei wichtige Aspekte außer Acht gelassen wurden.

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Laut Überland unterscheidet sich der Transport von Waren deutlich von der Personenbeförderung.
Laut Überland unterscheidet sich der Transport von Waren deutlich von der Personenbeförderung.
(Bild: Pixabay)

Die Studie hatte nahegelegt, dass eine ähnliche Revolution, wie sie durch Uber in der Taxibranche ausgelöst wurde, auch in der Transportbranche bevorsteht. Grundsätzlich, so der Beitrag auf dem Blog von Überland, teile das Unternehmen die Einschätzungen der Wyman Studie hinsichtlich der wesentlichen Merkmale digitaler Akteure in der Transportlogistik. Allerdings sei es notwendig, drei Punkte mit in die Betrachtung aufzunehmen: Dichte der Nachfrage, operative Komplexität sowie die Unterscheidung zwischen der Kontraktlogistik und dem Spotmarkt.

Zum Aspekt „Dichte der Nachfrage“ führt der Beitrag aus, dass Uber nur in Ballungszentren mit einer hohen Bevölkerungsdichte existiert und nicht in Gegenden wie dem Hochsauerland. „Das Hochsauerland hat zwar wenig Ballungsgebiete, dafür aber um so mehr Transportlogistik,“ so Stefan Dörfelt, Produktmanager bei Überland und Verfasser des Beitrags. Eine hohe Dichte sei aber wiederum die Voraussetzung dafür, dass Fahrer eine gute Auslastung haben, ohne ihren Einsatzradius zu vergrößern, was bedeuten würde, dass sie viele Leerfahrten in Kauf nehmen müssen. „Die Adhoc Bestellung eines Frachtführers zur Verladung von Teil- oder Komplettladungen kann in solchen Regionen also nur bedingt funktionieren. Genauso wenig wie der Taxi-Service von Uber,“ führt Dörfelt weiter aus.

Unter dem Schlagwort „Operative Komplexität“ geht der Beitrag darauf ein, dass die Beförderung von Gütern in der Regel komplexer ist als die Personenbeförderung und es im Vorfeld des Transports häufig eine große Menge an Details zu klären gibt. Schließlich thematisiert der Beitrag die Unmöglichkeit, die gesamte Transportlogistik äquivalent zu Uber als Spotmarkt durchzuführen. Das liegt dem Autoren zufolge vor allen Dingen daran, dass nicht in allen Regionen zu jedem Zeitpunkt ausreichend Kapazitäten vorgehalten werden können und somit keine operative Abdeckung gewährleistet werden kann.

„Bei der Beschreibung neuer Geschäftsmodelle ist es zu Beginn schwer diese verständlich zu machen, deshalb bedient man sich häufig einer Analogie,“ erklärt Dörfelt abschließend. „Auf den ersten Blick mag diese auch zutreffen, doch eine genauere Betrachtung lohnt sich, da Transportlogistik eben nicht identisch mit dem Taxigewerbe ist.“

Den gesamten Blogbeitrag finden Sie hier.

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Über den Autor

M. A. Benedikt Hofmann

M. A. Benedikt Hofmann

Chefredakteur MM MaschinenMarkt